IT-Wende jetzt auch in Bayern - Open Source statt Microsoft 365
Der Freistaat Bayern vollzieht eine Kehrtwende in seiner IT-Strategie. Statt den Einsatz von Microsoft 365 massiv auszuweiten, rückt nun der Aufbau einer unabhängigen, souveränen Lösung für die Verwaltung in den Fokus.
Ursprünglich wollte das Finanzressort durch gebündelte Lizenzverträge einen Rabatt für die Software von Microsoft aushandeln. Die Kosten für die Lizenzen waren zwischen 2020 und 2025 von rund 30 Millionen auf knapp 50 Millionen Euro gestiegen. Kritiker bemängelten das wachsende Risiko, sich dauerhaft in ein teures Abonnement-Modell bei einem einzigen ausländischen Konzern zu begeben. Der jetzt vollzogene Richtungswechsel setzt in der Verwaltung neue Prioritäten.
Laut einer Mitteilung, die das Bayerische Staatsministerium für Digitales veröffentlicht hat, beginnt in den kommenden Monaten eine ausgiebige Testphase für den neuen Ansatz. Dabei prüfen Fachleute verschiedene Programme auf ihre Eignung für den strengen Behördenalltag. Im Fokus stehen Lösungen des Zentrums für digitale Souveränität sowie spezielle Eigenentwicklungen aus dem Umfeld der internen BayernCloud.
Hintergrund der Eile ist ein verbindlicher Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz zur föderalen Modernisierung. Demnach müssen bis Ende März 2027 digital souveräne Alternativen zu proprietärer Software an den Computern der Verwaltung bereitstehen. Das bayerische Projekt dient zunächst als kurzfristige Ausweichlösung. Langfristig könnte das System jedoch als Vorlage für einen generellen Umstieg der gesamten Staatsregierung auf quelloffene Anwendungen fungieren.
Was haltet ihr von Bayerns Entscheidung für eigene Software? Ist das der richtige Weg oder droht ein IT-Chaos? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
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Siehe auch:
Kehrtwende bei Behörden-IT
Während immer weitere europäische Einrichtungen und Länder Software von Microsoft herausschmeißen, wollte Bayern zuletzt einen riesigen Lizenzdeal mit dem amerikanischen Softwarekonzern aushandeln und alle Behördenarbeitsplätze mit Microsoft 365 ausstatten. Jetzt legt der Freistaat jedoch eine 180-Grad-Wende hin und folgt seiner Landeshauptstadt. Nach einem monatelangen Streit rückt die Regierung nun von den Plänen ab. Stattdessen soll zeitnah ein "unabhängiger" und "krisenfester" Arbeitsplatz für die Beamten und Angestellten geschaffen werden.Ursprünglich wollte das Finanzressort durch gebündelte Lizenzverträge einen Rabatt für die Software von Microsoft aushandeln. Die Kosten für die Lizenzen waren zwischen 2020 und 2025 von rund 30 Millionen auf knapp 50 Millionen Euro gestiegen. Kritiker bemängelten das wachsende Risiko, sich dauerhaft in ein teures Abonnement-Modell bei einem einzigen ausländischen Konzern zu begeben. Der jetzt vollzogene Richtungswechsel setzt in der Verwaltung neue Prioritäten.
Laut einer Mitteilung, die das Bayerische Staatsministerium für Digitales veröffentlicht hat, beginnt in den kommenden Monaten eine ausgiebige Testphase für den neuen Ansatz. Dabei prüfen Fachleute verschiedene Programme auf ihre Eignung für den strengen Behördenalltag. Im Fokus stehen Lösungen des Zentrums für digitale Souveränität sowie spezielle Eigenentwicklungen aus dem Umfeld der internen BayernCloud.
Modulare Software im Fokus
Der geplante Basisarbeitsplatz soll modular aufgebaut sein und schrittweise erweitert werden. Einerseits bietet das den Vorteil, dass die Software flexibel an die speziellen Bedürfnisse einzelner Abteilungen angepasst werden kann. Andererseits birgt ein solches Baukastensystem die Gefahr von Kompatibilitätsproblemen während der Übergangsphase. Dennoch ist der Zeitplan eng getaktet. Bereits im kommenden Jahr soll ein Fünftel der Belegschaft des Digitalministeriums mit dem neuen System arbeiten.Hintergrund der Eile ist ein verbindlicher Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz zur föderalen Modernisierung. Demnach müssen bis Ende März 2027 digital souveräne Alternativen zu proprietärer Software an den Computern der Verwaltung bereitstehen. Das bayerische Projekt dient zunächst als kurzfristige Ausweichlösung. Langfristig könnte das System jedoch als Vorlage für einen generellen Umstieg der gesamten Staatsregierung auf quelloffene Anwendungen fungieren.
Open Source im Trend
Bereits andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein sammeln seit Längerem Erfahrungen mit dem Einsatz quelloffener Programme. Die Nutzung alternativer Software bietet den Verwaltungen die Möglichkeit, den Quellcode selbst zu überprüfen und bei Bedarf durch eigene Entwickler anpassen zu lassen. Das und die Unabhängigkeit von Konzernen aus Übersee erhöhen die IT-Sicherheit und verhindern einen Datenabfluss.Was haltet ihr von Bayerns Entscheidung für eigene Software? Ist das der richtige Weg oder droht ein IT-Chaos? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
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Zusammenfassung
- Bayern dreht um und will künftig auf eigene, souveräne IT-Lösungen setzen
- Ursprünglich war ein millionenschwerer Microsoft-Deal für alle Behörden geplant
- Kritiker bemängelten steigende Kosten und zunehmende Abhängigkeit vom Konzern
- Ein neuer, modularer Behördenarbeitsplatz soll schrittweise eingeführt werden
- Bis März 2027 müssen laut Ministerpräsidentenbeschluss Alternativen bereitstehen
- Andere Länder wie Schleswig-Holstein nutzen bereits länger Open-Source-Software
Siehe auch:
- Google vor Mega-Strafe: EU macht bei Durchsetzung des DMA jetzt Ernst
- Gericht: Chatbot-Betreiber sind für dessen Falschaussagen zuständig
- Teuer-Heizen-Gesetz: Reiche versagt sogar bei den Formalien
- Nach LiMux: München wagt zweiten Anlauf mit Open-Source-Software
- Strom-Gesetz: Kartellamt stellt sich offen gegen Wirtschaftsministerin
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