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ISDN, Amateurfunk und mehr:
Linux verliert jetzt viele alte Zöpfe

Linus Torvalds hat es sich endlich getraut: Der Chef der Kernel-Entwicklung des freien Betriebssystems hat eine ganze Reihe von alten Treibern und Subsystemen entfernt, was insbesondere manchen Hardcore-User verärgern dürfte.
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Torvalds winkt Änderung schnell durch

Gerade beim harten Kern der Linux-Community finden sich viele Hacker und Enthusiasten, die sich gern mit inzwischen recht betagten Technologien auseinandersetzen. Diese werden mit kommenden Linux-Versionen wohl ihre Probleme haben, da einige ihrer Lieblings-Elemente dem großen Frühjahrsputz im Kernel zum Opfer fallen.

Aus dem Kernel verschwinden nun unter anderem die Treiber, die für eine Kommunikation über ISDN-Datenverbindungen gedacht waren. Aber auch eine Vielzahl alter Netzwerk- und Hardwaretreiber aus der PCMCIA-Ära wurden von Torvalds jetzt gestrichen, wie das Magazin Phoronix berichtete.


Der nun angenommene Pull-Request wurde erst kurz zuvor eingereicht und von Torvalds ohne größere Diskussion übernommen. Insgesamt werden durch den Merge mehr als 138.000 Codezeilen entfernt. Neben ISDN betrifft dies auch alte ATM-Netzwerktreiber, Unterstützung für Amateurfunk-Hardware sowie zahlreiche Legacy-Netzwerkadapter. Konkret fallen unter anderem Treiber für 3Com-Modelle wie 3c509, 3c515 und 3c589, AMD Lance und NMCLAN, SMSC SMC9194 und SMC91C92, Fujitsu FMVJ18X sowie verschiedene ältere 8390- und AX88190-basierte Geräte weg.

Kernel soll leichter zu warten sein

Die Entscheidung folgt einer jüngeren Entwicklung im Projekt: Durch den verstärkten Einsatz von KI-gestützten Bug-Reports und automatisierten Code-Analysen wurden immer wieder potenzielle Schwachstellen in sehr altem Kernel-Code gemeldet. Viele dieser Komponenten betreffen jedoch längst obsolet gewordene Hardware, die nach Einschätzung der Entwickler praktisch keine aktiven Nutzer mehr hat. Während solche Treiber früher aus Gründen der Abwärtskompatibilität im Kernel verblieben, steigt nun der Wartungsaufwand ohne erkennbaren praktischen Nutzen.

Die Kernel-Bereinigung reduziert damit nicht nur die Komplexität, sondern soll auch die langfristige Wartbarkeit verbessern. Entwickler sehen darin einen konsequenten Schritt, um den Codebestand von Altlasten zu befreien, die durch moderne Analysewerkzeuge zunehmend unnötige Aufmerksamkeit erzeugen.

Auch weitere Änderungen sind in der Version 7.1 des Linux-Kernels vorgesehen. So wird die Unterstützung für sehr alte Hardware wie Bus-Mäuse eingestellt und die Kompatibilität mit Intel-486-Prozessoren weiter zurückgefahren. Zudem entfällt die Unterstützung für bestimmte Baikal-CPUs aus Russland, die nur in sehr speziellen Systemumgebungen genutzt wurden.

Zusammenfassung
  • Linus Torvalds entfernt viele alte Treiber und Subsysteme aus dem Kernel
  • ISDN-Treiber und PCMCIA-Netzwerkhardware werden nicht mehr unterstützt
  • Durch den Merge werden mehr als 138000 Codezeilen entfernt
  • Auch Amateurfunk-Hardware und alte ATM-Netzwerktreiber fallen weg
  • KI-gestützte Bug-Reports deckten Schwachstellen in altem Code auf
  • Die Bereinigung soll Komplexität senken und Wartbarkeit verbessern
  • Kernel 7.1 streicht auch Bus-Mäuse und Intel-486-Kompatibilität

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