Sony-Filmchef: Kinos müssen endlich die Werbung reduzieren

Auf der Branchenmesse CinemaCon in Las Vegas hat Tom Rothman, Chef der Filmsparte von Sony Pictures Entertainment, die Kinobetreiber eindringlich aufgefordert, die ausufernde Werbung vor Filmvorführungen deutlich zu reduzieren.
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Halbe Stunde Reklame ist zu viel

Der Manager kritisierte, dass Zuschauer derzeit oft bis zu 30 Minuten Trailer und Spots ertragen müssten, bevor ein Film beginne. Dieser Zustand beeinträchtige das Kinoerlebnis erheblich, erklärte er laut einem Bericht des US-Magazins Variety. Und das ist für die Kinos, denen es ohnehin immer schwerer fällt, Kunden anzuziehen, letztlich kontraproduktiv.

Rothman sprach sich dafür aus, die sogenannten "Pre-Shows" erheblich zu verkürzen. Viele regelmäßige Kinogänger kämen inzwischen bewusst verspätet in die Säle, um die Werbeflut zu umgehen. Durch feste Sitzplatzreservierungen sei dieses Verhalten einfacher geworden. Die Folge: Trailer verfehlten zunehmend ihre Wirkung, da ein Teil des Publikums sie gar nicht mehr sehe.


Trotz dieser Kritik zeigte sich Rothman optimistisch für die wirtschaftliche Entwicklung der Branche. Das Kinojahr 2026 habe bereits von erfolgreichen Produktionen wie "Super Mario Galaxy Movie" und "Project Hail Mary" profitiert und könne insgesamt eine deutliche Erholung bringen. Allerdings liege die Besucherzahl weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

Ein weiterer zentraler Punkt in Rothmans Rede war die Verteidigung des klassischen Kinofensters. Er forderte die Branche auf, Filme länger exklusiv im Kino zu zeigen und sich nicht auf Produktionen einzulassen, die kurz nach dem Start bereits auf Streaming-Plattformen verfügbar seien. "Längere Auswertungszeiträume müssen konsequent durchgesetzt werden", betonte er, auch wenn dies bedeute, nicht jeden Film ins Programm zu nehmen.

Mehr Vielfalt bitte

Gleichzeitig plädierte Rothman für mehr kreative Vielfalt in Hollywood. Neben etablierten Marken und Fortsetzungen seien neue, originelle Stoffe unverzichtbar für die Zukunft des Kinos. Ohne Innovation könne weder das Medium noch die Kinokultur langfristig bestehen. Das aktuelle Filmangebot von Sony spiegelt diesen Ansatz wider: Neben Fortsetzungen bekannter Reihen wie "Spider-Man" und "Jumanji" setzt das Studio auch auf neue Projekte und Literaturverfilmungen.

Abschließend wies Rothman auf steigende Kosten für Kinobesucher hin. Angesichts wachsender finanzieller Belastungen seien viele Menschen preissensibler geworden. Kinos müssten daher verstärkt günstigere Angebote entwickeln, um ihr Publikum nicht zu verlieren.

Zusammenfassung
  • Sony-Chef Rothman fordert deutlich kürzere Werbeblöcke vor Filmen
  • Bis zu 30 Minuten Trailer und Spots schaden laut ihm dem Kinoerlebnis
  • Viele Stammgäste kommen verspätet, dadurch verlieren Trailer an Wirkung
  • Für 2026 erwartet Rothman Erholung, doch Besucherzahlen bleiben niedriger
  • Er verteidigt längere Kinoexklusivität statt früher Streaming-Starts
  • Neben Fortsetzungen fordert er kreative Vielfalt und bezahlbare Preise

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