Spionage-Vorwurf: LinkedIn scannt heimlich Browser-Erweiterungen
Das zu Microsoft gehörende Karrierenetzwerk LinkedIn sieht sich mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert. Hintergrund ist die Praxis, die Webbrowser von Nutzern nach installierten Erweiterungen zu durchsuchen. Das gilt als heikel.
Beim Aufruf der Webseite führt ein JavaScript im Hintergrund einen Scan durch. Betroffen sind vor allem Google Chrome und darauf basierende Browser wie Microsoft Edge. Das System sucht nach Tausenden spezifischen Add-ons, darunter Werkzeuge von Konkurrenten, Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen sowie Filter für religiöse und politische Inhalte. Der Code ist tief in die Architektur der Seite eingebunden.
Wie das Magazin Ars Technica berichtet, stützen sich die Klagen auf einen Bericht der deutschen Interessenvertretung Fairlinked. Die Gruppierung bezeichnet das Vorgehen als große Spionageoperation. Hinter Fairlinked stehen Personen, die das estnische Softwareunternehmen Teamfluence leiten.
Teamfluence hatte im Januar in München bereits erfolglos gegen LinkedIn geklagt, weil das Sammeln solcher Daten nach europäischem Recht nicht grundsätzlich verboten ist, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt.
LinkedIn bestreitet die Scans nicht, verweist aber auf Sicherheitsgründe. Das Unternehmen gibt an, lediglich nach Erweiterungen zu suchen, die unerlaubt Nutzerdaten abgreifen und gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen. Das diene der Stabilität der Seite und dem Schutz der Mitglieder. Sensible Informationen über Nutzer würden aus den Daten nach offiziellen Angaben nicht abgeleitet. Die Plattform wird monatlich von Millionen Fachkräften weltweit genutzt.
Zusätzlich werfen die Kläger dem Netzwerk vor, Erkenntnisse an Drittanbieter weiterzugeben. Die Auswertung der installierten Software in Verbindung mit beruflichen Profildaten ermöglicht technisch das Erstellen von Technologieprofilen ganzer Unternehmen. Laut Gerichtsdokumenten kritisieren die Anwälte, dass die Plattform die Informationen für gezielte Werbung einsetzen kann. Ein Urteil der Gerichte in Kalifornien wird in den kommenden Monaten erwartet.
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Siehe auch:
Heimliche Browser-Scans
Vor kurzem wurden bei einem US-Bezirksgericht in Kalifornien zwei Sammelklagen eingereicht. Die Kläger werfen der Plattform vor, ohne ausreichende Zustimmung weitreichende Daten zu erheben.Beim Aufruf der Webseite führt ein JavaScript im Hintergrund einen Scan durch. Betroffen sind vor allem Google Chrome und darauf basierende Browser wie Microsoft Edge. Das System sucht nach Tausenden spezifischen Add-ons, darunter Werkzeuge von Konkurrenten, Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen sowie Filter für religiöse und politische Inhalte. Der Code ist tief in die Architektur der Seite eingebunden.
Wie das Magazin Ars Technica berichtet, stützen sich die Klagen auf einen Bericht der deutschen Interessenvertretung Fairlinked. Die Gruppierung bezeichnet das Vorgehen als große Spionageoperation. Hinter Fairlinked stehen Personen, die das estnische Softwareunternehmen Teamfluence leiten.
Teamfluence hatte im Januar in München bereits erfolglos gegen LinkedIn geklagt, weil das Sammeln solcher Daten nach europäischem Recht nicht grundsätzlich verboten ist, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt.
LinkedIn bestreitet die Scans nicht, verweist aber auf Sicherheitsgründe. Das Unternehmen gibt an, lediglich nach Erweiterungen zu suchen, die unerlaubt Nutzerdaten abgreifen und gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen. Das diene der Stabilität der Seite und dem Schutz der Mitglieder. Sensible Informationen über Nutzer würden aus den Daten nach offiziellen Angaben nicht abgeleitet. Die Plattform wird monatlich von Millionen Fachkräften weltweit genutzt.
Streit um die Zustimmung
Der juristische Kern des Konflikts ist die Frage der Transparenz. Die Datenschutzerklärung von LinkedIn erwähnt die Erfassung von Informationen über den Webbrowser und Add-ons. Die Anwälte der Kläger argumentieren jedoch, ein durchschnittlicher Anwender willige aufgrund der vagen Formulierungen nicht in eine so weitreichende Überwachung ein. Das Sammeln derartiger Daten verstoße gegen grundlegende Prinzipien der Privatsphäre. Kalifornien gilt in den USA als Vorreiter bei strengen Datenschutzgesetzen.Zusätzlich werfen die Kläger dem Netzwerk vor, Erkenntnisse an Drittanbieter weiterzugeben. Die Auswertung der installierten Software in Verbindung mit beruflichen Profildaten ermöglicht technisch das Erstellen von Technologieprofilen ganzer Unternehmen. Laut Gerichtsdokumenten kritisieren die Anwälte, dass die Plattform die Informationen für gezielte Werbung einsetzen kann. Ein Urteil der Gerichte in Kalifornien wird in den kommenden Monaten erwartet.
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Zusammenfassung
- LinkedIn steht wegen Browser-Scans von Erweiterungen juristisch unter Druck
- In Kalifornien wurden am 12. April 2026 zwei Sammelklagen eingereicht
- Ein JavaScript-Skript prüft vor allem Chrome und Edge auf Add-ons
- Erfasst werden auch Hilfen für Behinderte sowie religiöse Filter
- LinkedIn nennt Sicherheit als Grund, Kritiker sehen Überwachung
- Streitpunkt ist, ob Hinweise in der Datenschutzerklärung ausreichen
- Zusätzlich steht der Vorwurf gezielter Werbung mit Technologieprofilen
Siehe auch:
- LinkedIn-Chef übernimmt Office: Microsoft setzt voll auf KI im Büro
- Microsoft stellt das große LinkedIn auf seine eigene Linux-Distro um
- Gericht: LinkedIn darf "Do Not Track"-Vorgaben nicht einfach ignorieren
- Was ist bei LinkedIn los? - Microsoft schmeißt fast 700 Entwickler raus
- Elon Musk lästert über LinkedIn und will "coolen" Konkurrenten bauen
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