Social-Media-Ranking: Das sind die größten Privatsphäre-Sünder
Dass Social-Media-Plattformen Unmengen an Daten sammeln, ist nichts Neues. Doch welche Plattform gibt im Bezug auf die Privatsphäre seiner Nutzer das schlechteste Bild ab? Eine Untersuchung ist dieser Frage nachgegangen. Dabei gibt es nur Verlierer.
Dabei schaute sich das Unternehmen fünf verschiedene Bereiche an:
Letzteres gilt jedoch für beinahe alle untersuchten sozialen Medien. Das bestätigte Emilia Jasinska-Dias, eine Sprecherin von Incogni gegenüber TechRadar.
Siehe auch:
Nutzerdaten in den sozialen Medien
Erst kürzlich kam es wieder einmal zu einer Abmahnung von Facebook durch Verbraucherschützer. Eine einseitige Änderung der Datenschutzrichtlinien von Meta sollte es dem Konzern erlauben, die kompletten Daten von Nutzern seiner Social-Media-Plattformen für KI-Training einzusetzen. Viele ähnliche Fälle sind bereits aus der Vergangenheit bekannt.Privatsphäre-Vergleich der Plattformen
Doch auch andere Unternehmen aus dem Bereich der sozialen Medien tun sich nicht durch einen verbraucherfreundlichen Umgang mit Nutzerdaten hervor. Wie schlimm die Lage ist und welche Plattformen besonders problematisch sind haben jetzt die Datenentfernungs-Spezialisten von Incogni untersucht.Dabei schaute sich das Unternehmen fünf verschiedene Bereiche an:
- Sammeln und Aufbewahrung von Daten - wie viele Informationen über die Nutzer werden gesammelt und wie lange werden sie gespeichert?
- Benutzerkontrolle und Zustimmung - wie viel Kontrolle haben Nutzer über die Art der gesammelten Daten? was sind die Standard-Einstellungen? Wie sichtbar sind die Optionen?
- Übertretungen - wie viele Gesetzesverstöße und Datenlecks hat es bisher gegeben?
- Transparenz - welche und wie viele Daten werden an Behörden weitergegeben?
- Benutzerfreundlichkeit - wie leicht lässt sich die Datenschutzerklärung verstehen? Wie viele Schritte benötigt es, um ein Nutzerkonto zu löschen?
Facebook als größter Übeltäter
Auch wenn sich keine Plattform positiv hervortut, findet sich wenig überraschend Facebook mit weitem Abstand auf dem letzten Platz der Rangliste wieder. Bei der Plattform von Meta werden die meisten Daten gesammelt, es gab bisher mit Abstand die meisten Verstöße gegen Vorschriften und auch die Nutzerfreundlichkeit ist katastrophal.
Letzteres gilt jedoch für beinahe alle untersuchten sozialen Medien. Das bestätigte Emilia Jasinska-Dias, eine Sprecherin von Incogni gegenüber TechRadar.
Alles scheint darauf ausgerichtet zu sein, dass die Menschen nicht vollständig verstehen, was mit ihren persönlichen Daten geschieht.Nach eigenen Aussagen waren die Analysten am meisten schockiert von der Dauer der Datenaufbewahrung. Selbst nach Löschung eines Kontos würden Informationen zum Teil bis zu sechs Monate lang aufbewahrt. Zu diesen Plattformen gehören Facebook, Instagram, Messenger, YouTube und Discord.
Wie man sich schützen kann
Der beste Weg, sich zu schützen, ist selbstverständlich erst gar kein Konto bei einer Social-Media-Plattform zu haben. Andernfalls sollten sich Nutzer laut den Experten von Incogni unbedingt durch die Einstellungen wühlen und jede Möglichkeit nutzen, um dem Sammeln von Daten zu widersprechen. Zudem gibt es oft alternative Anbieter wie Mastodon, Nostr oder Matrix, die verstärkt auf die Privatsphäre ihrer Kunden achten.
Zusammenfassung
- Unternehmen bewertet Social-Media-Plattformen nach Privatsphäre
- Facebook sammelt die meisten Daten und verzeichnet die meisten Regelverstöße
- Nutzer haben generell wenig Kontrolle über ihre Daten in sozialen Medien
- Datenschutzerklärungen sind oft schwer verständlich und Nutzerkonten schwer zu löschen
- Daten werden oft bis zu sechs Monate nach Konto-Löschung gespeichert
- Alternative Plattformen wie Mastodon bieten mehr Datenschutz
- Experten raten, Datenschutzeinstellungen genau zu prüfen und zu nutzen
Siehe auch:
- Privatsphäre: Neue Technik macht aus jeder Aufnahme Strichmännchen
- Übler Privatsphäre-Patzer: ChatGPT-App in MacOS speicherte im Klartext
- Chatkontrolle ist gescheitert, Messenger-Privatsphäre bleibt gewahrt
- Windows 11 Albtraum für die Privatsphäre? Britische Behörden prüfen
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