Japans Militärdrohnen aus Pappe - in nur 5 Minuten zusammengebaut

Japan experimentiert schon länger mit extrem günstigen Drohnen aus Pappe. Nun kommen die unbemannten Fluggeräte beim Militär zum Einsatz. Die aus biologisch abbaubarem Material gefertigten Modelle bieten eine Alternative zu teuren Systemen.
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AirKamuy

Japans Papp-Drohnen im Einsatz

Japan tüftelt schon seit einiger Zeit an extrem kostengünstigen Drohnen aus Pappe. Nun bestätigte Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi den offiziellen Einsatz der AirKamuy 150. Das vom gleichnamigen Start-up entwickelte Modell besteht primär aus wasserabweisender Wellpappe und biologisch abbaubaren Harzen.

Das Fluggerät ist für den Einmalgebrauch konzipiert und kostet gerade einmal 2000 Dollar (etwa 1706 Euro). Ein herkömmliches System kostet oft Millionen. Selbst einfache Modelle für den massenhaften Einsatz wie die Shahed-Drohne kosten meist über 20.000 Dollar (etwa 17.000 Euro). Die geringen Produktionskosten ermöglichen den Flug in großen Schwärmen. So sollen sich zukünftig auch gegnerische Luftabwehrsysteme überlasten lassen.


Niedrige Produktionsanforderungen

Wie Toms Hardware meldet, lässt sich das System innerhalb von fünf bis zehn Minuten aus flachen Bauteilen zusammensetzen. Etwa 500 Einheiten passen in einen Standard-Schiffscontainer. Ein Ingenieur des Herstellers erklärte, dass die Produktion in jeder gewöhnlichen Kartonfabrik stattfinden könne. Das macht den Aufbau einer robusten Lieferkette im Konfliktfall sehr einfach.

Die Idee der Karton-Drohnen ist nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahren zeigten Einsätze in Osteuropa den strategischen Wert solcher Systeme. Dort kamen australische Modelle aus beschichtetem Karton zum Einsatz, um Ausrüstung an die Front zu liefern. Das japanische Militär analysierte das Geschehen und gab die Entwicklung eigener Varianten in Auftrag. Der Fokus lag auf lokaler Fertigung und noch geringeren Stückkosten.

Vor- und Nachteile

Ein technischer Vorteil der Pappe ist die geringere Radarsignatur im Vergleich zu Metall. Das macht die Ortung für Sensoren wesentlich schwieriger, wenngleich die Fluggeräte nicht komplett unsichtbar bleiben. Die Drohne besitzt eine Reichweite von rund 150 Kilometern und bleibt bis zu zweieinhalb Stunden in der Luft. Dabei transportiert das Modell eine Nutzlast von anderthalb Kilogramm.

Neben militärischen Angriffen und Übungen eignet sich das Konzept für weitere Szenarien. Dazu zählen die Grenzüberwachung in schwer zugänglichen Gebieten, die Erkennung von chemischen Gefahren sowie das Katastrophenmanagement und der Transport von medizinischen Gütern. Da die Drohne nach einem Einsatz in kontaminierten Gebieten einfach entsorgt wird, sinkt das Risiko für das Personal erheblich.

Trotz der Wetterfestigkeit bis zu Windgeschwindigkeiten von zehn Metern pro Sekunde bleibt das Material anfälliger als Carbon oder Aluminium. Starke Regenfälle begrenzen die Einsatzzeit der Drohnen. Dennoch zeigt das japanische Projekt deutlich, dass die Zukunft der unbemannten Luftfahrt nicht nur aus teuren Systemen besteht. Die Massenproduktion von simplen Fluggeräten bietet eine pragmatische Antwort auf hochgerüstete Verteidigungsanlagen.

Was meint ihr zu den günstigen Einweg-Drohnen aus Pappe? Teilt eure technischen Einschätzungen und Bedenken gerne unten in den Kommentaren mit uns.

Zusammenfassung
  • Japans Militär setzt nun die Papp-Drohne AirKamuy 150 offiziell ein
  • Das Modell kostet nur 2000 Dollar und nutzt wasserabweisende Wellpappe
  • Die Drohne kann in jeder gewöhnlichen Pappfabrik gefertigt werden
  • Zusammenbau in nur fünf bis zehn Minuten, 500 Stück passen in einen Container
  • Durch geringe Radarsignatur ist Papp-Drohne schwer ortbar
  • Drohne mit 150 km Reichweite und maximaler Nutzlast von 1,5 kg
  • Trotz Wetterfestigkeit ist sie anfälliger als Carbon oder Aluminium

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