Getarnte und mobile Waffe:
Dieser Container verbirgt Hellfire-Raketen

Von außen betrachtet gleicht das Grizzly-System von Lockheed Martin einem harmlosen Logistikcontainer. Im Inneren lauert jedoch eine tödliche Abschussrampe für präzise Hellfire-Raketen. Feinde können solche getarnten Bedrohungen kaum aufklären.
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Lockheed Martin

Lockheed verpackt Hellfire in Container

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat mit dem System Grizzly eine neue Plattform vorgestellt. Sie feuert hochpräzise AGM-114-Hellfire-Raketen aus einem standardisierten zehn Fuß langen Versandcontainer ab. Das Ziel der Entwicklung ist es, Streitkräften eine flexible Option für die Verteidigung an die Hand zu geben. Das System lässt sich unauffällig transportieren und tarnt die Fracht als gewöhnliches Logistikgut, bis der Feuerbefehl erteilt wird.

Die Ingenieure des Konzerns legten bei dem Projekt ein hohes Tempo vor. Von der ersten Konzeptphase bis zu den erfolgreich absolvierten Schussschemata vergingen laut Herstellerangaben weniger als neun Monate. Bei den Tests demonstrierte Grizzly die Fähigkeit, Raketen sowohl vertikal als auch in einem bestimmten Winkel zu starten. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten im Gelände und ermöglicht eine rasche Anpassung an verschiedene Bedrohungsszenarien.

Wie Defense Blog berichtet, setzt das System auf bewährte Technik. Im Inneren des Containers kommt die Architektur des M299-Werfers zum Einsatz. Dieser ist normalerweise an Kampfhubschraubern wie dem AH-64 Apache oder Drohnen wie der MQ-9 Reaper montiert. Durch die Verwendung handelsüblicher Komponenten sollen die Anschaffungskosten niedrig bleiben und die Logistik vereinfacht werden. Die Einheitspreise für herkömmliche M299-Systeme liegen oft bei mehreren Hunderttausend Dollar.

Verteilte Kampfkraft als taktisches Konzept

Die taktische Idee hinter Grizzly ist die verteilte Kampfkraft. Anstatt sich auf wenige große Abschussrampen zu verlassen, die für den Gegner leicht zu identifizieren sind, können Kommandeure Dutzende Container in einem Einsatzgebiet verteilen. Da der Grizzly über eine eigene Stromversorgung verfügt und fernsteuerbar ist, kann er unbeaufsichtigt an strategisch wichtigen Punkten platziert werden. Für den Gegner entsteht so eine Zone der Unsicherheit.

Technisch bietet das System mehrere Vorteile. Einerseits ist das Konstrukt nicht an ein spezielles Radar gebunden, sondern empfängt Zieldaten von verschiedenen Quellen im Netzwerk. Zudem kann das System künftig neben der Hellfire auch für die Joint-Air-to-Ground-Missile adaptiert werden. Ein weiterer Punkt ist die hohe Mobilität, da der Transport mit jedem Fahrzeug erfolgt, das genormte Schiffscontainer befördern kann.

Hintergrund zur Raketentechnik

Ein Hintergrunddetail sind die Anpassungen der Hellfire-Rakete. Ursprünglich als reine Luft-Boden-Waffe zur Panzerabwehr konzipiert, wurde sie über die Jahre zu einem universellen Präzisionsinstrument weiterentwickelt. Mit dem Grizzly-System wird die Waffe zur mobilen Artillerie für Bodentruppen. Sie könnte beispielsweise auf abgelegenen Inseln oder zum Schutz von Infrastruktur gegen Drohnenangriffe eingesetzt werden. Frühere Varianten der Hellfire kosteten etwa 150.000 Dollar (etwa 138.000 Euro).

Was haltet ihr von dem Konzept der getarnten Bewaffnung? Seht ihr darin eine sinnvolle Option für die Verteidigung oder überwiegen die Risiken? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Lockheed Martins Grizzly-System tarnt Raketen in einem Logistikcontainer
  • AGM-114-Hellfire-Raketen werden aus einem zehn Fuß langen Container gefeuert
  • Von der Konzeptphase bis zu erfolgreichen Tests vergingen unter neun Monate
  • Das System nutzt die bewährte M299-Werfer-Architektur aus Kampfhubschraubern
  • Dutzende Container lassen sich unauffällig in einem Einsatzgebiet verteilen
  • Grizzly ist fernsteuerbar und verfügt über eine eigene Stromversorgung
  • Zieldaten empfängt das System flexibel aus verschiedenen Netzwerkquellen

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