Plötzlich ging nur noch Bargeld:
Russlands VPN-Sperre blockt Banken
Die Versuche der russischen Regierung, die Nutzung des Telegram-Messengers und von VPN-Diensten zu blockieren, hatten zuletzt wohl unerwartete Nebenwirkungen: Die Blockaden sollen auch die digitalen Zahlungsdienste der Banken gesperrt haben.
Auch russische Medien berichteten unter Berufung auf Branchenquellen, dass die jüngsten Probleme mit Banking-Apps auf eine Überlastung der Filtersysteme der staatlichen Kommunikationsaufsicht zurückgehen könnten. Experten warnen seit Längerem, dass weitreichende Eingriffe in den Datenverkehr die Stabilität der gesamten Netzinfrastruktur gefährden. Offizielle Stellungnahmen der Behörden zu den Vorfällen blieben bislang aus.
Für Millionen von Nutzern in Russland ergaben sich durch den Vorfall gravierende Probleme im Alltag. Denn es war plötzlich nicht mehr möglich, mit Karte zu zahlen. Lediglich Bargeld ließ sich noch bei Einkäufen einsetzen.
Berichten zufolge sollen zukünftig auch inländische Online-Dienste verpflichtet werden, Nutzer mit aktiven VPN-Verbindungen auszuschließen oder deren Zugriff einzuschränken. Diskutiert werden zudem Gebühren für internationale Datenverbindungen über VPNs sowie weitere Zugangsbeschränkungen.
Durov zog Parallelen zu ähnlichen Entwicklungen im Iran und zeigte sich überzeugt, dass die Maßnahmen der Regierung ihr Ziel verfehlen könnten. Stattdessen würden sie die Bevölkerung dazu motivieren, verstärkt technische Wege zu suchen, um die Einschränkungen zu umgehen.
Siehe auch:
Filter überlastet
Telegram-Gründer Pavel Durov erklärte laut eines Bloomberg-Berichts, die russischen Behörden hätten über Jahre hinweg versucht, sowohl den Messengerdienst Telegram als auch virtuelle private Netzwerke (VPNs) zu blockieren. Dennoch nutzten nach seinen Angaben täglich rund 65 Millionen Menschen Telegram - meist mithilfe von VPN-Verbindungen. Die jüngsten Maßnahmen zur Einschränkung dieser Technologien hätten jedoch unerwartete Nebenwirkungen gehabt und offenbar die landesweiten Banking-Störungen ausgelöst.Auch russische Medien berichteten unter Berufung auf Branchenquellen, dass die jüngsten Probleme mit Banking-Apps auf eine Überlastung der Filtersysteme der staatlichen Kommunikationsaufsicht zurückgehen könnten. Experten warnen seit Längerem, dass weitreichende Eingriffe in den Datenverkehr die Stabilität der gesamten Netzinfrastruktur gefährden. Offizielle Stellungnahmen der Behörden zu den Vorfällen blieben bislang aus.
Für Millionen von Nutzern in Russland ergaben sich durch den Vorfall gravierende Probleme im Alltag. Denn es war plötzlich nicht mehr möglich, mit Karte zu zahlen. Lediglich Bargeld ließ sich noch bei Einkäufen einsetzen.
Alles unter Kontrolle
Die Vorfälle fügen sich in eine umfassendere Strategie der Regierung in Moskau ein, die Kontrolle über das Internet weiter auszubauen. In den vergangenen Monaten wurden Plattformen wie WhatsApp und Snapchat eingeschränkt. Gleichzeitig wird die Nutzung staatlich kontrollierter Anwendungen wie der geplanten "Super-App" Max vorangetrieben, die sich am chinesischen Vorbild WeChat orientiert.Berichten zufolge sollen zukünftig auch inländische Online-Dienste verpflichtet werden, Nutzer mit aktiven VPN-Verbindungen auszuschließen oder deren Zugriff einzuschränken. Diskutiert werden zudem Gebühren für internationale Datenverbindungen über VPNs sowie weitere Zugangsbeschränkungen.
Durov zog Parallelen zu ähnlichen Entwicklungen im Iran und zeigte sich überzeugt, dass die Maßnahmen der Regierung ihr Ziel verfehlen könnten. Stattdessen würden sie die Bevölkerung dazu motivieren, verstärkt technische Wege zu suchen, um die Einschränkungen zu umgehen.
Zusammenfassung
- Russlands VPN-Sperren blockierten versehentlich auch Bankendienste
- Rund 65 Millionen Russen nutzen Telegram täglich über VPN-Dienste
- Filtersysteme der staatlichen Kommunikationsaufsicht waren überlastet
- Kartenzahlungen fielen aus und nur noch Bargeld wurde akzeptiert
- Moskau schränkt auch YouTube, WhatsApp und Snapchat zunehmend ein
- Eine staatliche Super-App nach chinesischem WeChat-Vorbild ist geplant
- Durov vergleicht Russlands Internetzensur mit Entwicklungen im Iran
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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