WhatsApp, Instagram & Co. in Russland dauerhaft komplett gesperrt

Millionen von Menschen in Russland können seit dem gestrigen Nachmittag nicht mehr auf die Webdienste und Apps von Meta zurückgreifen. Der Messenger WhatsApp sowie Instagram und Facebook wurden überraschend dauerhaft gesperrt.

Russland sperrt Meta-Produkte auf DNS-Ebene

Russland hat WhatsApp vollständig gesperrt. Das gleiche gilt auch für Instagram und Facebook. Damit sind offenbar alle Dienste des US-Internetkonzerns Facebook in dem Land von offizieller Seite blockiert. Die staatliche Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor entfernte die Meta-Produkte von den von ihr betriebenen russischen DNS-Servern, berichtet unter anderem die Financial Times.

Aktuell sind WhatsApp & Co deshalb nicht in Russland auf normalen Wegen nutzbar. Wer ein Virtual Private Network (VPN) einsetzt, kann auf diesem Weg über Umwege eine Verbindung aufbauen. Allerdings fallen VPNs ebenfalls unter ein Gesetz, das seit dem Sommer 2025 die "suche nach extremistischen Inhalten" im Internet verbietet und dies unter Strafe stellt. Dennoch sind derzeit die meisten der zuletzt fast 100 Millionen Nutzer von WhatsApp in Russland von dem Messenger abgeschnitten.


WhatsApp: Russen sollen 'Überwachungs-App' nutzen

WhatsApp-Betreiber Meta ließ verlauten, dass Russland auf diesem Weg wohl versucht, die Menschen zur Verwendung einer "staatlichen Überwachungs-App" zu bewegen. Gemeint ist damit der staatlich unterstützte Messenger MAX, der im Grunde der chinesischen "Everything-App" WeChat nachempfunden ist. Die Plattform bietet unter anderem Messaging-Funktionen, aber auch staatliche Dienstleistungen und lässt sich leicht von staatlichen Stellen überwachen und zensieren.

MAX wird von VKontakte entwickelt, also dem Betreiber der russischen Antwort auf Facebook, der direkt dem "inneren Kreis" um den russischen Machthaber Putin untersteht. Meta, der US-Konzern hinter WhatsApp, Facebook und Instagram wird in Russland seit Jahren als "extremistisch" eingestuft, weil sich das Unternehmen nicht den Zensurforderungen der dortigen Regierung beugt.

Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, dass man durchaus dazu bereit sei, WhatsApp und die anderen Meta-Produkte wieder in Russland zugänglich zu machen. Voraussetzung sei, dass Meta zu Eingeständnissen bei der Umsetzung der russischen Forderungen nach der Löschung oder Sperrung bestimmter Inhalte bereit sei.

Zusammenfassung
  • Russland sperrt seit gestern alle Meta-Dienste wie WhatsApp und Instagram
  • Staatliche Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor entfernte Meta von DNS-Servern
  • Russische Nutzer können nur noch über VPNs auf die Dienste zugreifen
  • Kreml möchte Bürger zur Nutzung der staatlichen Überwachungs-App MAX zwingen
  • META gilt in Russland als extremistisch wegen Verweigerung von Zensurforderungen
  • Fast 100 Millionen russische WhatsApp-Nutzer sind von der Sperre betroffen
  • Kreml signalisiert Bereitschaft zur Aufhebung bei Erfüllung von Zensurvorgaben

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