US Army erhält ersten autonomen Black-Hawk-Militärhubschrauber

Die US Army hat ihren ersten komplett autonomen H-60Mx Black Hawk in Empfang genommen. Der modifizierte Hubschrauber lässt sich per Tablet oder digitalem Gehirn fernsteuern und läutet eine neue Ära für gefährliche Einsätze ein - zunächst aber noch in einer Testphase.
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Sikorsky

Erster autonomer H-60Mx

Die Streitkräfte der USA haben auf dem Stützpunkt Fort Eustis im Bundesstaat Virginia offiziell den ersten H-60Mx Black Hawk in Empfang genommen. Das umfassend modifizierte Fluggerät ist als Optimally Piloted Vehicle klassifiziert. Der Transporthubschrauber ist darauf ausgelegt, Einsätze wahlweise mit menschlicher Besatzung, ferngesteuert oder vollständig autonom durchzuführen. Mit der Übergabe beginnt eine intensive Testphase unter realen Bedingungen.

Das Herzstück der Maschine ist eine Technologie aus dem sogenannten Programm Aircrew Labor In-Cockpit Automation System der US-Forschungsbehörde DARPA. Über mehr als zehn Jahre arbeiteten Ingenieure an einem nachrüstbaren System für bestehende Luftfahrzeuge. Die daraus entstandene Matrix-Technologie des Herstellers Sikorsky fungiert als digitales Gehirn. Sie übernimmt Flugmanöver vom Start bis zur Landung und reduziert die Belastung der menschlichen Piloten enorm.

Wie eine Mitteilung der US Army erklärt, dient der H-60Mx als primärer Versuchsträger für das Programm Strategic Autonomy Flight Enabler. Das langfristige Ziel des Militärs ist ein skalierbares Autonomie-Kit für die gesamte Flotte.

Der autonome UH-60MX Black Hawk der US Army bei Tests

Fly-by-Wire ersetzt die Mechanik

Technisch unterscheidet sich der H-60Mx stark von seinen alten Vorgängern. Die traditionellen mechanischen Flugsteuerungen wurden durch ein modernes elektronisches Fly-by-Wire-System ersetzt. Das ermöglicht dem Bordcomputer, sämtliche Eingaben deutlich schneller und präziser umzusetzen. Eine solche Automatisierung erhöht die Sicherheit der Soldaten und erweitert die operative Flexibilität. Der Hubschrauber kann in extrem riskanten Situationen wie bei starkem Beschuss agieren.

Ein Software-Development-Kit (SDK) erlaubt zudem die Integration von Programmen anderer Entwickler sowie neuer Sensoren. Neben dem rein militärischen Nutzen erproben Forscher auch zivile Anwendungsmöglichkeiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Bush Combat Development Complex der Universität Texas A&M wird untersucht, wie autonome Helikopter bei der Waldbrandbekämpfung unterstützen können. Solche Löscheinsätze bei starker Rauchentwicklung sind für Besatzungen oft extrem gefährlich.

Erfolgreiche Tests in der Praxis

Bereits in vergangenen Testszenarien bewies die Matrix-Technik ihre Vielseitigkeit. Im Jahr 2022 gelang es den Experten, einen Testhelikopter 30 Minuten lang völlig unbemannt über unwegsames Gelände fliegen zu lassen. In einem anderen Versuch steuerte ein Soldat der Nationalgarde das Fluggerät lediglich mittels eines handelsüblichen Tablets, um eine schwere Lastenlieferung sicher ins Zielgebiet zu transportieren.

Diese Fortschritte zeigen einen klaren Trend zur fortschreitenden Automatisierung der Luftfahrt. Das geht unweigerlich mit strukturellen Veränderungen innerhalb der Luftfahrteinheiten einher. Die Aufgabenprofile von Piloten und Crews werden sich künftig von der reinen Steuerung hin zur übergeordneten Missionsführung wandeln. Hubschrauber wie der H-60Mx legen den Grundstein für diese Entwicklung.

Die autonome Luftfahrt macht Sprünge, doch würdet ihr euch in einen Hubschrauber ohne Pilot setzen? Diskutiert die Vor- und Nachteile gerne in den Kommentaren. Was meint ihr dazu?

Zusammenfassung
  • Die US Army empfing den ersten autonomen H-60Mx-Black-Hawk-Hubschrauber
  • Der Hubschrauber kann bemannt, ferngesteuert oder autonom fliegen
  • Die Matrix-Technologie von Sikorsky fungiert als digitales Gehirn
  • Ein Fly-by-Wire-System ersetzt die alten mechanischen Flugsteuerungen
  • Im Jahr 2022 flog ein Testhelikopter 30 Minuten völlig unbemannt
  • Auch zivile Nutzung wie autonome Waldbrandbekämpfung wird erforscht
  • Pilotenrollen wandeln sich künftig hin zur Missionsführung

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