Steuern per Tablet: Sikorsky enthüllt autonomen Black-Hawk-Helikopter

Sikorsky präsentiert mit dem U-Hawk den ersten vollautonomen Black-Hawk-Hubschrauber. Der verzichtet komplett auf ein Cockpit. Jeder Soldat soll den U-Hawk nach einer kurzen Einweisung mittels eines Tablets programmieren und fliegen können.
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Sikorsky

Revolutionäre Hubschrauber-Innovation

Der Sikorsky UH-60 Black Hawk, benannt nach dem indianischen Kriegshäuptling Black Hawk, trat 1979 in den Dienst der US-Army ein. Nun läutet Hersteller Sikorsky eine neue Ära ein: Mit dem U-Hawk präsentiert das Unternehmen den ersten vollautonomen Hubschrauber seiner berühmten Black-Hawk-Serie, an dem man schon eine Weile tüftelt.

Das Herzstück der Innovation liegt im radikalen Umbau des Cockpit-Bereichs. Anstelle der traditionellen Pilotenkanzel installiert Sikorsky eine raffinierte Muschelschalen-Türkonstruktion mit ausklappbarer Rampe. Diese Lösung schafft 25 Prozent mehr Laderaum als ein herkömmlicher UH-60L und ermöglicht das Be- und Entladen selbst bei laufenden Rotoren.


Die Entwicklung des U-Hawk basiert auf jahrelanger Forschung mit dem Matrix-Autonomiesystem. Wie The War Zone (TWZ) berichtet, bildet Matrix den Kern von DARPAs ALIAS-Projekt (Aircrew Labor In-cockpit Automation System), einer Partnerschaft zwischen Sikorsky und DARPA zur Verbesserung von Flugsicherheit, Zuverlässigkeit und Effizienz. Die Entwicklung des Matrix-Systems begann bereits vor über einem Jahrzehnt und wurde durch umfangreiche Tests mit dem optional bemannten Black Hawk vorangetrieben.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Der U-Hawk kann bis zu 3175 Kilogramm intern oder 4082 Kilogramm extern transportieren. Die erweiterte Ladefläche ermöglicht den Transport von vier militärischen Standard-Containern statt der üblichen zwei. Außerdem kann das System bis zu 50 verschiedene "Launched Effects" - kleine Drohnen oder Munition - aus speziellen Köchern abfeuern. Sikorsky U-Hawk S-70UASAn die Stelle des Cockpits tritt beim U-Hawk eine Ladeklappe Der U-Hawk soll eine Reichweite von 1600 Seemeilen und eine Flugzeit von 14 Stunden erreichen. Sikorsky entwickelte das System in nur zehn Monaten von der Konzeption bis zur Umsetzung, wobei die Modifikationen schnell und kostengünstig replizierbar seien.

Die Steuerung erfolgt über ein Tablet-Interface, das auch ungeschulte Soldaten nach minimaler Einweisung bedienen können sollen. Das System ermöglicht vollautonome Flüge von Start bis Landung. Jeder Soldat soll das Fluggerät starten, eine Mission programmieren und vollautonome Flüge durchführen können.

Anstehende Tests

Der erste Testflug ist für 2025 geplant. Mit diesem Projekt positioniert sich Sikorsky in einem Markt, der zunehmend auf unbemannte Systeme setzt und eine Antwort auf moderne Bedrohungen liefert, die den Einsatz bemannter Hubschrauber in Kampfgebieten immer gefährlicher machen. Allerdings bleiben Fragen zur Zuverlässigkeit autonomer Systeme in komplexen Einsatzszenarien und zur Akzeptanz bei militärischen Entscheidungsträgern offen.

Was haltet ihr von diesem Schritt hin zu vollautonomen Militärhubschraubern? Und was haltet ihr von der angeblich einfachen Steuerung des U-Hawk?

Zusammenfassung
  • Sikorsky präsentiert mit dem U-Hawk den ersten vollautonomen Black Hawk
  • Anstelle des Cockpits verfügt er über eine innovative Muschelschalen-Tür
  • Das Modell bietet 25 Prozent mehr Laderaum als der herkömmliche UH-60L
  • Steuerung erfolgt über ein Tablet-Interface und benötigt minimale Einweisung
  • Der U-Hawk erreicht eine Reichweite von 1600 Seemeilen und 14 Stunden Flugzeit
  • Basis ist das Matrix-Autonomiesystem aus der DARPA-Partnerschaft
  • Der erste Testflug des unbemannten Hubschraubers ist noch für 2025 geplant

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