Uber testet fahrerlose Taxis:
Start in München noch für 2026 geplant

Autonome Taxis von Uber rollen bald durch das komplexe Verkehrsnetz von München. Anstatt teure Lidar-Sensoren zu verbauen, nutzt das Projekt einen simplen Kamera-Ansatz. Um das Vertrauen der Fahrgäste zu gewinnen, greift ein Trick.
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Momenta

Autonome Taxis für München

Der Fahrdienstleister Uber will gemeinsam mit dem israelischen Softwareentwickler Autobrains und dem Chip-Hersteller Nvidia noch in diesem Jahr fahrerlose Taxis in München testen. Auf der Technologiekonferenz GTC in Taipeh kündigten die Unternehmen ein entsprechendes Programm an.

Das System kommt ohne teure Lidar-Sensoren aus und nutzt stattdessen sechs Standardkameras sowie Luftbilder zur Orientierung. Eine sogenannte agentische künstliche Intelligenz verteilt Fahraufgaben auf mehrere Software-Agenten, etwa zur Erkennung von Fußgängern oder zur Prüfung von Vorfahrtsregeln. Ein übergeordnetes System trifft die Fahrentscheidungen in Echtzeit.


Sicherheit und Regulierung

Autonomes Fahren der Stufe vier bedeutet, dass Fahrzeuge in bestimmten Bereichen vollständig selbstständig unterwegs sind. Geplante Manöver wie Spurwechsel werden per Sprachausgabe angekündigt, damit Fahrgäste das Verhalten des Autos nachvollziehen können.

Wie die FAZ berichtet, sitzt in der etwa sechsmonatigen Anfangsphase ein Sicherheitsfahrer im Fahrzeug, der im Notfall eingreift. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Zulassung für ein erstes Testauto erteilt.

München wurde laut Unternehmen wegen seines dichten Verkehrs und strenger gesetzlicher Vorgaben ausgewählt. Autobrains-Chef Igal Raichelgauz erklärte, ein System, das sich dort bewähre, sei weltweit einsetzbar.

Die Technik soll sich in Serienfahrzeuge integrieren lassen. Hersteller könnten sie ohne großen Entwicklungsaufwand in bestehende Flotten einbauen. Konkurrenten wie Waymo setzen dagegen auf stark modifizierte Fahrzeuge mit umfangreicher Sensorik.

Ubers Weg zur Automatisierung

Für Uber bedeutet der Einsatz autonomer Fahrzeuge vor allem Einsparungen bei Personalkosten. Nach einem tödlichen Unfall mit einem Testfahrzeug im Jahr 2018 in Arizona hatte das Unternehmen die eigene Entwicklung eingestellt und setzt seither auf Kooperationen.

Details zum Münchner Projekt sind noch offen, etwa zu eingesetzten Fahrzeugmodellen und Testgebieten. Bei Erfolg plant Autobrains eine Ausweitung bis 2028 auf 20 weitere europäische Städte.

Würdet ihr in ein Taxi ohne menschlichen Fahrer steigen oder überwiegen für euch die Sicherheitsbedenken? Teilt eure Gedanken und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren!

Wann starten die Robotaxis in München?
Der Start des Projekts von Uber, Nvidia und Autobrains ist noch für das laufende Jahr geplant. Ein genaues Datum steht jedoch noch nicht fest, da die finalen behördlichen Genehmigungen angeblich noch ausstehen.

Zunächst wird der Dienst wohl auf bestimmte Bereiche beschränkt sein, etwa den Mittleren Ring. Für IT-Profis auf dem Weg zum Kunden könnte dies bald eine spannende Alternative zum klassischen Taxi werden, um Reisezeiten effizienter zu nutzen.
Brauchen die Taxis noch einen Fahrer?
In der Anfangsphase von etwa sechs Monaten wird noch ein menschlicher Sicherheitsfahrer an Bord sein. Dieser überwacht die Systeme und kann bei unvorhergesehenen Ereignissen sofort eingreifen.

Das Ziel ist jedoch das autonome Fahren auf Level 4. Hierbei ist keine menschliche Aufsicht mehr nötig. Fahrgäste könnten die Fahrzeit dann produktiv nutzen, um am Laptop zu arbeiten oder E-Mails zu beantworten, da perspektivisch sogar das Cockpit entfallen könnte.
Wie sicher ist die neue KI-Technik?
Sicherheit ist ein zentrales Thema, besonders da Uber 2018 in den USA in einen tödlichen Unfall verwickelt war. Die neue Technologie verzichtet auf teure Lidar-Laser und nutzt stattdessen sechs Standardkameras kombiniert mit Luftbildern.

Die Entwickler betonen, dass ihre KI eine Art gesunden Menschenverstand besitze. Sie soll Situationen nicht nur nach starrer Mustererkennung abarbeiten, sondern in Echtzeit Handlungsoptionen abwägen und den sichersten Weg wählen.
Was macht die "Agentic AI" besonders?
Im Gegensatz zu herkömmlichen KI-Modellen, die das Fahren als einen einzigen großen Prozess berechnen, nutzt Autobrains spezialisierte Software-Agenten. Diese teilen sich die komplexe Aufgabe der Verkehrsbeobachtung auf.

Ein Agent achtet beispielsweise nur auf Fußgänger, ein anderer auf Vorfahrtsregeln und ein dritter plant Spurwechsel. Ein übergeordnetes System wertet diese Daten in Echtzeit aus. Für IT-Admins ist dieses modulare Prinzip aus der Microservices-Architektur bestens vertraut.
Welche Autos werden dafür genutzt?
Bisherige Robotaxi-Dienste wie Waymo setzen oft auf stark modifizierte Spezialfahrzeuge mit auffälligen Sensoraufbauten auf dem Dach. Das neue Projekt in München verfolgt einen anderen, deutlich flexibleren Ansatz.

Die Technik soll sich unkompliziert in bestehende Serienfahrzeuge integrieren lassen. Welche Automarke zum Start genutzt wird, ist noch unklar. Es heißt jedoch, dass Modelle von Audi, BMW oder VW problemlos in die Flotte aufgenommen werden könnten.
Warum wurde München als Testort gewählt?
München bietet laut den Betreibern die perfekte Mischung aus dichtem Stadtverkehr, Autobahnen und einem klaren regulatorischen Rahmen. Das deutsche Gesetz zum autonomen Fahren erlaubt den fahrerlosen Betrieb in festgelegten Bereichen.

Der CEO von Autobrains fasst es passend zusammen: Wer es im anspruchsvollen und stark regulierten Münchner Verkehr schaffe, der schaffe es überall. Zuvor wurde die KI bereits im chaotischen Verkehr von Hanoi in Vietnam trainiert.
Spricht das Auto mit den Fahrgästen?
Ja, die KI soll aktiv mit den Insassen kommunizieren, um Vertrauen in die fahrerlose Technik aufzubauen. Wenn das System beispielsweise einen Spurwechsel plant, kündigt der KI-Agent dies vorher über die Lautsprecher an.

Zudem sollen Fahrgäste die Möglichkeit haben, den Agenten direkt anzusprechen. Wie genau diese Interaktion abläuft und ob man per Sprachbefehl spontan das Ziel ändern kann, wird sich im praktischen Testbetrieb zeigen müssen.
Zusammenfassung
  • Uber, Nvidia und Autobrains testen fahrerlose Taxis noch dieses Jahr in München
  • Diese Technik nutzt Standardkameras sowie Luftbilder statt teurer Sensoren
  • In der sechsmonatigen Startphase überwacht ein Sicherheitsfahrer die Fahrten
  • Münchens dichter Verkehr dient als Test für den weltweiten Einsatz der KI
  • Eine Ausweitung der Technik auf zwanzig weitere europäische Städte ist geplant
  • Das Kraftfahrt-Bundesamt erteilte die Zulassung für ein erstes Testfahrzeug

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