Von Autos zu Waffen: Baut Volkswagen bald Iron-Dome-Teile?
Überraschende Wende für das bedrohte VW-Werk in Osnabrück: Statt des T-Roc-Cabrios könnten dort bald Komponenten für das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome vom Band laufen. So sollen über 2.000 Arbeitsplätze gerettet werden.
Konkret sehen die Pläne vor, dass in Osnabrück keine Sprengköpfe oder Raketen selbst hergestellt werden. Stattdessen soll sich die Fertigung auf die logistische Infrastruktur des Systems konzentrieren. Dazu gehören spezialisierte Schwerlast-Lkw für den Munitionstransport, mobile Abschussrampen sowie die notwendigen Stromgeneratoren. Die technische Umrüstung der Fertigungsstraßen ließe sich mit vergleichsweise geringen Investitionen realisieren und könnte innerhalb von zwölf bis 18 Monaten abgeschlossen sein.
Wie die Financial Times (Paywall) berichtet, genießt das Vorhaben auch die Unterstützung der Bundesregierung. Rafael Advanced Defense Systems erhofft sich durch die Standortwahl in Deutschland einen strategischen Vorteil für den Vertrieb von Iron Dome an europäische NATO-Partner. Hintergrund ist die Aufrüstung vieler EU-Staaten. Deutschland gilt dabei als politisch stabiler Partner Israels.
Die strategische Neuausrichtung erfolgt angesichts sinkender Gewinne im Kerngeschäft der Automobilindustrie und wachsender Konkurrenz aus China. Gleichzeitig plant die Europäische Union (EU) bis zum Ende des Jahrzehnts Verteidigungsausgaben in Höhe von 500 Milliarden Euro. Luftverteidigungssysteme stehen dabei oben auf der Prioritätenliste. Rafael plant zudem, eine separate Fertigungsstätte für die eigentlichen Abfangraketen in Deutschland zu errichten, da das besondere Sicherheitsstandards erfordert.
Offiziell ist der Deal noch nicht abgeschlossen. Ein Sprecher von Volkswagen (VW) betonte, dass man weiterhin verschiedene Perspektiven für den Standort nach 2027 prüfe und es derzeit keine konkreten Beschlüsse gebe. Die Gespräche verdeutlichen den Druck auf die deutsche Industrie, Überkapazitäten durch neue Geschäftsfelder im Verteidigungssektor zu kompensieren. Die Zustimmung der Belegschaft gilt als Voraussetzung für den Wandel.
Haltet ihr die Umstellung auf Rüstungsgüter für eine sinnvolle Lösung zur Jobrettung? Schreibt uns eure Meinung gerne unten in die Kommentare!
Siehe auch:
Vom T-Roc zur Raketenabwehr
Volkswagen könnte in seinem von der Schließung bedrohten Werk in Osnabrück künftig Rüstungsgüter fertigen. Der Autobauer verhandelt derzeit über eine weitreichende Kooperation mit dem israelischen Staatskonzern Rafael Advanced Defense Systems. Ziel der Gespräche ist die Umstellung der Produktion auf Komponenten für das Luftabwehrsystem Iron Dome, um den Standort und die rund 2.300 Arbeitsplätze in Niedersachsen langfristig zu sichern.Konkret sehen die Pläne vor, dass in Osnabrück keine Sprengköpfe oder Raketen selbst hergestellt werden. Stattdessen soll sich die Fertigung auf die logistische Infrastruktur des Systems konzentrieren. Dazu gehören spezialisierte Schwerlast-Lkw für den Munitionstransport, mobile Abschussrampen sowie die notwendigen Stromgeneratoren. Die technische Umrüstung der Fertigungsstraßen ließe sich mit vergleichsweise geringen Investitionen realisieren und könnte innerhalb von zwölf bis 18 Monaten abgeschlossen sein.
Wie die Financial Times (Paywall) berichtet, genießt das Vorhaben auch die Unterstützung der Bundesregierung. Rafael Advanced Defense Systems erhofft sich durch die Standortwahl in Deutschland einen strategischen Vorteil für den Vertrieb von Iron Dome an europäische NATO-Partner. Hintergrund ist die Aufrüstung vieler EU-Staaten. Deutschland gilt dabei als politisch stabiler Partner Israels.
Historie und Marktlage
Für Volkswagen wäre der Schritt eine Rückkehr zu militärischen Wurzeln. Der Konzern fertigte während des Zweiten Weltkriegs unter anderem die V1-Flugbombe. In der jüngeren Vergangenheit kooperierte die Tochter MAN bereits mit Rheinmetall bei der Produktion von Militärlastwagen. Das Werk in Osnabrück produziert aktuell noch das T-Roc-Cabrio, dessen Fertigung jedoch Mitte 2027 ausläuft. Zuletzt hatte Rheinmetall eine Übernahme des Standorts abgelehnt.Die strategische Neuausrichtung erfolgt angesichts sinkender Gewinne im Kerngeschäft der Automobilindustrie und wachsender Konkurrenz aus China. Gleichzeitig plant die Europäische Union (EU) bis zum Ende des Jahrzehnts Verteidigungsausgaben in Höhe von 500 Milliarden Euro. Luftverteidigungssysteme stehen dabei oben auf der Prioritätenliste. Rafael plant zudem, eine separate Fertigungsstätte für die eigentlichen Abfangraketen in Deutschland zu errichten, da das besondere Sicherheitsstandards erfordert.
Offiziell ist der Deal noch nicht abgeschlossen. Ein Sprecher von Volkswagen (VW) betonte, dass man weiterhin verschiedene Perspektiven für den Standort nach 2027 prüfe und es derzeit keine konkreten Beschlüsse gebe. Die Gespräche verdeutlichen den Druck auf die deutsche Industrie, Überkapazitäten durch neue Geschäftsfelder im Verteidigungssektor zu kompensieren. Die Zustimmung der Belegschaft gilt als Voraussetzung für den Wandel.
Haltet ihr die Umstellung auf Rüstungsgüter für eine sinnvolle Lösung zur Jobrettung? Schreibt uns eure Meinung gerne unten in die Kommentare!
Zusammenfassung
- VW-Werk Osnabrück könnte Komponenten für Iron Dome produzieren
- Kooperation mit israelischem Rüstungskonzern Rafael wird verhandelt
- Fertigung von Schwerlast-Lkw, Abschussrampen und Generatoren geplant
- Umrüstung der Produktion wäre in zwölf bis 18 Monaten realisierbar
- Die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben laut Financial Times
- Rund 2.300 Arbeitsplätze in Niedersachsen sollen gesichert werden
- EU plant Verteidigungsausgaben von 500 Milliarden Euro bis Jahrzehntende
Siehe auch:
- Weltweiter Volkswagen-Rückruf: Brandgefahr bei über 100.000 E-Autos
- Rivian-Deal: VW-Mitarbeiter befürchten neues Software-Desaster
- VW rechnet mit Diess-Ära ab: "Endlich wieder gute Autos bauen"
- VW pausiert Produktion in Hannover wegen schwacher Nachfrage
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