Asien-Geschäft in der Krise:
Volkswagen schließt ein Werk in China
Volkswagen und sein Partner SAIC schließen ihr Werk in Nanjing. Es ist ein Aus auf Raten: Die Produktion steht bereits still, die endgültige Schließung erfolgt im zweiten Halbjahr. VW kämpft in China mit der immer stärker werdenden inländischen Konkurrenz.
Das Werk liegt inmitten der Jiangning Economic and Technological Development Zone, einem Industriepark, und wurde 2008 eröffnet. Für den Standort war eine Jahreskapazität von 360.000 Fahrzeugen vorgesehen. Zuletzt liefen dort unter anderem der VW-Verbrenner Passat sowie der Škoda Superb vom Band - allerdings mit reduzierter Auslastung.
Wie das Handelsblatt berichtet, spielt die Lage des Standorts eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung zur Schließung. Aus Konzernkreisen heißt es, die innerstädtische Lage habe Umbauten und Logistik erschwert, eine Umrüstung auf E-Auto-Produktion galt als unwirtschaftlich. Aufgrund der Nähe zum besiedelten Stadtzentrum kam es bei Umbauten und logistischen Anbindungen zu Herausforderungen, so Insider. Der Umbau zur E-Auto-Produktion wäre aufwendig und ineffizient gewesen.
Die verbleibende Produktion wird in das benachbarte Werk im rund 70 Kilometer entfernten Yizheng verlagert. Volkswagen betreibt mit seinen Joint-Venture-Partnern derzeit knapp 40 Fahrzeug- und Komponentenwerke in China, die schrittweise auf Elektromobilität umgestellt werden.
Im Jahr 2019 hielt Volkswagen noch 19 Prozent Marktanteil in China, dieser sank im vergangenen Jahr jedoch auf 14,5 Prozent. Besonders im Bereich der Elektromobilität hat der Konzern Schwierigkeiten, gegen die lokale Konkurrenz zu bestehen. Bei den rein elektrischen Autos dominiert BYD mit mehr als jedem vierten verkauften Elektrofahrzeug in China. VW schafft es bei Elektroautos mit einem Marktanteil von 4,21 Prozent dagegen nur auf den sechsten Rang.
Ab dem kommenden Jahr will VW mit einer neuen Generation von Elektroautos wieder mehr Fahrzeuge in China verkaufen. Der Konzern kündigte an, bis 2026 zehn neue Elektro-Modelle in China auf den Markt zu bringen.
Was haltet ihr von Volkswagens Strategie in China? Glaubt ihr, dass der Konzern mit neuen Elektromodellen wieder Boden gutmachen kann? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
VW macht Werk in China dicht
Bei dem Aus für das Werk im ostchinesischen Nanjing handelt es sich um die erste vollständige Schließung eines großen VW-Werks in China - ein symbolischer Schritt im strukturellen Wandel des chinesischen Automarkts.Das Werk liegt inmitten der Jiangning Economic and Technological Development Zone, einem Industriepark, und wurde 2008 eröffnet. Für den Standort war eine Jahreskapazität von 360.000 Fahrzeugen vorgesehen. Zuletzt liefen dort unter anderem der VW-Verbrenner Passat sowie der Škoda Superb vom Band - allerdings mit reduzierter Auslastung.
Wie das Handelsblatt berichtet, spielt die Lage des Standorts eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung zur Schließung. Aus Konzernkreisen heißt es, die innerstädtische Lage habe Umbauten und Logistik erschwert, eine Umrüstung auf E-Auto-Produktion galt als unwirtschaftlich. Aufgrund der Nähe zum besiedelten Stadtzentrum kam es bei Umbauten und logistischen Anbindungen zu Herausforderungen, so Insider. Der Umbau zur E-Auto-Produktion wäre aufwendig und ineffizient gewesen.
VW ID.Every1: Volkswagen zeigt sein neues E-Auto Konzept
Die verbleibende Produktion wird in das benachbarte Werk im rund 70 Kilometer entfernten Yizheng verlagert. Volkswagen betreibt mit seinen Joint-Venture-Partnern derzeit knapp 40 Fahrzeug- und Komponentenwerke in China, die schrittweise auf Elektromobilität umgestellt werden.
Strukturwandel im chinesischen Automarkt
Das Aus für das Werk ist zwar kaum der Anfang vom Ende der China-Ambitionen von VW, der Rückzug aus Nanjing wird aber dennoch als exemplarisch für den strukturellen Wandel in China gesehen - und den wachsenden Druck auf VW im Wettbewerb mit heimischen E-Auto-Marken wie BYD oder Nio. Volkswagens Produktion in China fiel erstmals seit zwölf Jahren unter drei Millionen Fahrzeuge, ein Rückgang von zehn Prozent. Gleichzeitig konnte BYD, der chinesische Marktführer, seine Produktion um 41 Prozent auf 4,3 Millionen Fahrzeuge bis 2024 steigern.Im Jahr 2019 hielt Volkswagen noch 19 Prozent Marktanteil in China, dieser sank im vergangenen Jahr jedoch auf 14,5 Prozent. Besonders im Bereich der Elektromobilität hat der Konzern Schwierigkeiten, gegen die lokale Konkurrenz zu bestehen. Bei den rein elektrischen Autos dominiert BYD mit mehr als jedem vierten verkauften Elektrofahrzeug in China. VW schafft es bei Elektroautos mit einem Marktanteil von 4,21 Prozent dagegen nur auf den sechsten Rang.
Ab dem kommenden Jahr will VW mit einer neuen Generation von Elektroautos wieder mehr Fahrzeuge in China verkaufen. Der Konzern kündigte an, bis 2026 zehn neue Elektro-Modelle in China auf den Markt zu bringen.
Was haltet ihr von Volkswagens Strategie in China? Glaubt ihr, dass der Konzern mit neuen Elektromodellen wieder Boden gutmachen kann? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- VW und SAIC schließen gemeinsames Werk in Nanjing als erste Komplettaufgabe
- Das 2008 eröffnete Werk hatte zuletzt mit deutlich reduzierter Auslastung
- Innerstädtische Lage erschwerte Umbauten und Umrüstung für E-Auto-Produktion
- Die Produktion wird ins 70 Kilometer entfernte Werk in Yizheng verlagert
- VWs Marktanteil in China sank von 19 Prozent im Jahr 2019 auf 14,5 Prozent
- Bei Elektroautos dominiert BYD mit 25 Prozent Marktanteil, VW erreicht nur 4,21
- Bis 2026 plant VW zehn neue Elektro-Modelle für den chinesischen Markt
Siehe auch:
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