"Britische Gema" verklagt Valve wegen unerlaubter Nutzung von Musik

Valve droht erneut juristischer Ärger. Die britische Verwertungsge­sell­schaft PRS for Music verklagt den Steam-Betreiber wegen fehlender Lizenzen für Musik in Spielen. Für Titel wie GTA soll die Plattform extra zahlen - und die Kläger sind extrem hartnäckig.
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Neue Klage wegen fehlender Musikrechte

Der Steam-Betreiber Valve sieht sich in Großbritannien mit einer neuen rechtlichen Auseinandersetzung konfrontiert. Die dortige Verwertungsgesellschaft Performing Right Society alias PRS for Music hat rechtliche Schritte eingeleitet. Der Grund dafür ist, dass das Unternehmen laut der Organisation Musikwerke ihrer Mitglieder ohne eine entsprechende Erlaubnis verbreitet.

Betroffen sind zahlreiche populäre Titel auf Steam. Dazu zählen bekannte Spielereihen wie Grand Theft Auto, FIFA, dessen Nachfolger EA FC sowie Forza Horizon. Die Kläger argumentieren, dass Valve seit dem Start von Steam keine Lizenz für die Nutzung des von der PRS verwalteten Repertoires eingeholt hat.

Wie GamesIndustry.biz schreibt, liegt der Kern des Streits in einer spezifischen Auslegung des Urheberrechts. Spieleentwickler und Publisher erwerben üblicherweise eigene Lizenzen, um Musikstücke in ihren Spielen zu nutzen. Die PRS vertritt jedoch die Ansicht, dass das nicht die Bereitstellung über einen digitalen Store abdeckt.

Nach Auffassung der Verwertungsgesellschaft führt Valve eine separate, urheberrechtlich relevante Handlung durch, wenn ein Spiel samt Musik zum Download angeboten wird. Das erfordere eine eigenständige Lizenzierung durch den Plattformbetreiber, da Valve eine wesentliche Rolle dabei spiele, der Öffentlichkeit Zugang zu der Musik zu verschaffen.


Die Historie der Gesellschaft

Dan Gopal, Chief Commercial Officer der PRS, betonte die Notwendigkeit, den Wert der Arbeit von Komponisten zu schützen. Man ziehe rechtliche Schritte nicht leichtfertig in Betracht. Die Organisation beruft sich auf den britischen Copyright, Designs and Patents Act von 1988. Dieses Gesetz bildet die Grundlage für die Forderungen nach einer fairen Vergütung.

Die PRS for Music, die 1914 gegründet wurde, vertritt als britisches Gema-Pendant mehr als 165.000 Songwriter, Komponisten und Musikverlage. Die Organisation sammelt Tantiemen ein, wenn Musikwerke öffentlich aufgeführt, gesendet oder online zur Verfügung gestellt werden. Im Kontext von Videospielen handelt es sich um einen wachsenden Markt, der durch in die Spiele integrierte Radiosender oder lizenzierte Soundtracks immer lukrativer wird.

In Großbritannien ist die Gesellschaft keine Unbekannte und fiel in der Vergangenheit durch eine teils rigorose Auslegung von Urheberrechtsverletzungen auf. So geriet im Jahr 2009 eine Frau ins Visier, die ihren Pferden klassische Musik vorspielte. Auch eine Ladenangestellte, die beim Regaleinräumen vor sich hin sang, wurde damals verwarnt. Für den Vorfall entschuldigte sich die Organisation später.

Valve steht unter Druck

Die PRS besteht nun darauf, dass Valve kooperiert. Das Ziel ist es, Lizenzen sowohl rückwirkend als auch für die Zukunft zu erwerben, um den Rechtsstreit beizulegen. Die Gesellschaft fordert eine direkte Beteiligung an den Umsätzen, die Valve durch den Verkauf der betroffenen Spiele generiert.

Für Valve ist das nicht die einzige rechtliche Baustelle. Bereits im Januar 2026 wurde eine Sammelklage in Großbritannien zugelassen, bei der es um Wettbewerbsverzerrung geht. Hier steht eine Summe von umgerechnet rund 786 Millionen Euro im Raum. Zudem geht die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft gegen das Unternehmen vor, weil Lootboxen angeblich Glücksspiel an Minderjährige fördern.

Haltet ihr die Forderung für gerechtfertigt oder überzogen? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare. Wir sind gespannt auf die Diskussion!

Zusammenfassung
  • PRS for Music verklagt Valve wegen fehlender Musiklizenzen auf Steam
  • Betroffen sind Spiele wie GTA, FIFA, EA FC und Forza Horizon
  • Valve hat laut PRS seit dem Start von Steam keine Lizenz eingeholt
  • Die Verwertungsgesellschaft fordert eine rückwirkende Lizenzierung
  • PRS vertritt über 165000 Songwriter, Komponisten und Musikverlage
  • Die PRS fiel schon früher durch rigorose Urheberrechtsauslegung auf
  • Valve steht auch wegen Sammelklagen und Lootbox-Vorwürfen vor Gericht

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