"Sofort entlassen!":
Trump wütet gegen kritische Netflix-Managerin
US-Präsident Donald Trump hat den Streamingdienst Netflix öffentlich aufgefordert, Vorstandsmitglied Susan Rice umgehend zu entlassen. Der Fall zeigt einmal mehr, wie aggressiv dieser gegen Andersdenkende und Kritiker vorgeht.
Zudem sprach Rice von einer möglichen "Agenda der Rechenschaft", falls die Demokraten die kommenden Wahlen 2026 oder 2028 für sich entscheiden sollten. Unternehmen sollten Unterlagen sichern und sich auf mögliche Vorladungen vorbereiten, unabhängig davon, ob sie gegen Gesetze verstoßen hätten. Denn letztlich muss aufgearbeitet werden, welche Rolle insbesondere die Tech-Konzerne im System Trump spielten.
Diese Aussagen sorgten beim amtierenden Präsidenten für scharfe Reaktionen. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er Rice als parteiische Aktivistin ohne Kompetenz und forderte Netflix auf, sie "sofort" zu entlassen, andernfalls müsse das Unternehmen mit Konsequenzen rechnen.
Die Debatte verdeutlicht, wie eng politische Interessen und unternehmerische Entscheidungen im US-Mediensektor inzwischen miteinander verflochten sind. Während Trump erklärte, er wolle sich offiziell nicht in das Verfahren einmischen und die Angelegenheit dem Justizministerium überlassen, wächst der öffentliche Druck auf Netflix weiter. Der Streit zeigt, dass strategische Weichenstellungen in der Streamingbranche zunehmend auch zum politischen Schlagabtausch werden.
Siehe auch:
- Trump fordert Netflix zur sofortigen Entlassung von Susan Rice auf
- Rice kritisierte Unternehmen, die sich hinter Trump gestellt hatten
- Sie sprach von einer Agenda der Rechenschaft durch die Demokraten
- Trump bezeichnete Rice auf Truth Social als parteiische Aktivistin
- Netflix plant die Übernahme von Warner Bros. Discovery für 72 Milliarden
- Kritiker befürchten eine marktbeherrschende Stellung von Netflix
- Politik und Medienbranche sind in den USA zunehmend eng verflochten
Kritik an Anbiederung durch Tech-Konzerne
Auslöser der jüngsten Auseinandersetzung war ein Interview, das Rice im Podcast Stay Tuned with Preet Bharara gab. Darin äußerte sie sich kritisch über Unternehmen, die sich in der Vergangenheit demonstrativ hinter Trump gestellt hätten. Diese Firmen würden nun, so Rice, zunehmend erkennen, dass der Einfluss Trumps nachlasse und seine Popularität sinke. Rice war von 2013 bis 2017 nationale Sicherheitsberaterin unter Präsident Obama und übernahm später eine Rolle als innenpolitische Beraterin im Weißen Haus.Zudem sprach Rice von einer möglichen "Agenda der Rechenschaft", falls die Demokraten die kommenden Wahlen 2026 oder 2028 für sich entscheiden sollten. Unternehmen sollten Unterlagen sichern und sich auf mögliche Vorladungen vorbereiten, unabhängig davon, ob sie gegen Gesetze verstoßen hätten. Denn letztlich muss aufgearbeitet werden, welche Rolle insbesondere die Tech-Konzerne im System Trump spielten.
Diese Aussagen sorgten beim amtierenden Präsidenten für scharfe Reaktionen. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er Rice als parteiische Aktivistin ohne Kompetenz und forderte Netflix auf, sie "sofort" zu entlassen, andernfalls müsse das Unternehmen mit Konsequenzen rechnen.
Problematische Verflechtung
Trump bezog sich dabei auch auf einen Beitrag der rechtsextremen Influencerin Laura Loomer, die Rice' Aussagen aufgriff und mit der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix verknüpfte. Der rund 72 Milliarden Dollar schwere Deal würde Netflix Zugang zu bekannten Marken wie "Harry Potter" und "Game of Thrones" sowie zum Streamingdienst HBO Max verschaffen. Kritiker befürchten eine marktbeherrschende Stellung des Konzerns und verweisen auf mögliche medienrechtliche Prüfungen.Die Debatte verdeutlicht, wie eng politische Interessen und unternehmerische Entscheidungen im US-Mediensektor inzwischen miteinander verflochten sind. Während Trump erklärte, er wolle sich offiziell nicht in das Verfahren einmischen und die Angelegenheit dem Justizministerium überlassen, wächst der öffentliche Druck auf Netflix weiter. Der Streit zeigt, dass strategische Weichenstellungen in der Streamingbranche zunehmend auch zum politischen Schlagabtausch werden.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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