Geplatzt: Netflix verzichtet auf Übernahme von Warner Bros. Discovery

Die Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) durch Netflix ist geplatzt. Netflix hat nach eigenen Angaben entschieden, sich aus dem eigentlich bereits beschlossenen Geschäft zurückzuziehen. Jetzt scheint Paramount Skydance den Zuschlag zu bekommen.
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Netflix: Keine Übernahme von WBD um jeden Preis

Netflix zieht sich aus dem Rennen um die Übernahme des amerikanischen Medienkonzerns Warner Bros. Discovery zurück. Der Streaming-Gigant will nach eigenen Angaben kein weiteres Gebot für den Kauf von WBD abgeben, nachdem der Konkurrent Paramount Skydance zuletzt den Preis mit dem Versuch einer feindlichen Übernahme immer weiter in die Höhe getrieben hatte. In einer Stellungnahme erklärten die Chefs von Neflix laut CNBC:

"Wir glauben, dass wir die ikonischen Marken von Warner Bros. gut geführt hätten und dass unser Deal die Unterhaltungsindustrie gestärkt und mehr Jobs in der Produktion in den USA erhalten und geschaffen hätte. Aber diese Transaktion war immer ein ‚nice to have‘ zum richtigen Preis, kein ‚must have‘ um jeden Preis."
Stellungnahme der Co-CEOs von Netflix
Eigentlich war die Übernahme von WBD durch Netflix bereits beschlossene Sache. Weil Paramount Skydance aber laut Netflix-Co-Chef Ted Sarandos "eine Menge Lärm gemacht" und dadurch für Verunsicherung unter den Investoren gesorgt hatte, stimmte Netflix zu, dem Vorstand von WBD eine letzte Frist für Verhandlungen mit dem Konkurrenten einzuräumen. Dadurch sollte möglichst rasch Klarheit geschaffen werden, so Sarandos.

Netflix kassiert 2,8 Milliarden Dollar 'Break-up Fee'

Zuletzt hatte Paramount sein Gebot auf 31 US-Dollar pro Aktie erhöht, nachdem WBD bereits einer Übernahme durch Netflix zum Preis von 27,75 US-Dollar pro Aktie zugestimmt hatte. Der WBD-Vorstand hatte dieses Gebot zwischenzeitlich als überlegen deklariert und im Grunde zugestimmt - auch weil Paramount bereit ist, eine Art Entschädigung an Netflix in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar zu zahlen, sollte das ursprünglich beschlossene Geschäft nicht wie erwartet über die Bühne gehen.

Aktuell verbleibt somit nur noch Paramount Skydance als Bieter im Rennen, wobei der Vorstand von Warner Bros. Discovery nun seine Zustimmung prüfen will. Zum Konzern WBD gehören neben der bekannten Filmfirma und verschiedenen Superhelden-Franchises (DC Studios, DC Comics) auch diverse Fernsehsender in den USA und anderswo (HBO, CNN, Cartoon Network, TBS, TNT, Discovery, HGTV, Food Network, TLC, DMAX, MTV, Eurosport).

Paramount Skydance wird vom Sohn des Oracle-Gründers Larry Ellison geführt, der als rechtsnationalistisch und ultrakonservativ gilt und dem derzeitigen US-Präsidenten nahesteht. Kritiker gehen davon aus, dass Paramount im Zuge einer Übernahme gegen unliebsame Inhalte bei verschiedenen Sendern vorgehen könnte. Das aktuelle Gebot für die Übernahme von WBD durch Paramount Skydance liegt bei 111 Milliarden Dollar.

Zusammenfassung
  • Netflix verzichtet auf die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery
  • Paramount Skydance trieb den Übernahmepreis mit Gegengeboten in die Höhe
  • Das ursprüngliche Angebot von Netflix lag bei 27,75 US-Dollar pro Aktie
  • Paramount erhöhte sein Gebot zuletzt auf 31 US-Dollar pro WBD-Aktie
  • Zum WBD-Konzern gehören unter anderem HBO, CNN und DC Studios
  • Das aktuelle Übernahmegebot von Paramount liegt bei 111 Milliarden Dollar
  • Der WBD-Vorstand prüft nun die Zustimmung zum Paramount-Skydance-Angebot

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