Netflix-Deal wackelt: Paramount bessert Warner-Angebot deutlich nach
Warner Bros. Discovery hat sich eigentlich vertraglich an Netflix gebunden, doch eine feindliche Offerte von Paramount sorgt nun doch für Unruhe. Der Konkurrent lockt nicht nur mit einem höheren Kaufpreis, sondern will auch alle Vertragsstrafen zahlen.
Paramount bietet den Aktionären aktuell 30 Dollar pro Aktie in bar, während der Deal mit Netflix bei rund 27,75 Dollar liegt. Um die Bedenken des WBD-Boards zu zerstreuen, hat Paramount weitreichende Zugeständnisse gemacht. Das Unternehmen würde im Falle eines Wechsels die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) übernehmen, die WBD an Netflix zahlen müsste.
Zusätzlich bietet Paramount an, Kosten für die Refinanzierung von Schulden abzusichern und eine sogenannte Ticking Fee einzuführen. Das bedeutet, dass Aktionäre ab 2027 für jedes Quartal, in dem der Deal noch nicht abgeschlossen ist, eine Entschädigung von rund 650 Millionen Dollar (etwa 548 Millionen Euro) erhalten würden.
Wie die New York Times berichtet, analysieren die WBD-Verantwortlichen derzeit intensiv, ob diese Offerte zu einem besseren Endergebnis führen kann - sei es durch einen Abschluss mit Paramount oder durch ein höheres Gegenangebot von Netflix. Ein wesentlicher Unterschied der beiden Angebote liegt in der Struktur: Während Paramount das gesamte Unternehmen inklusive der TV-Sender schlucken will, plant Netflix lediglich die Übernahme der Filmstudios und des Streaming-Dienstes HBO Max. Das klassische Kabelgeschäft rund um CNN und Discovery müsste im Netflix-Szenario abgespalten werden.
Ein entscheidender Faktor ist die hohe Schuldenlast von Warner Bros. Discovery, ein Erbe der Fusion von WarnerMedia und Discovery im Jahr 2022. Das Netflix-Modell sieht vor, einen Großteil dieser Schulden im abgespaltenen Unternehmen für lineares Fernsehen zu belassen. Investoren befürchten, dass dieses Rumpfunternehmen ohne die profitablen Streaming-Inhalte und Filmstudios kaum überlebensfähig wäre, da der Markt für Kabelfernsehen weltweit schrumpft. Paramounts Angebot adressiert dieses Problem direkt, indem es das Unternehmen als Ganzes erhält und refinanziert.
Der Druck auf das Management wächst auch seitens aktivistischer Aktionäre. Die Investmentfirma Ancora Holdings sprach sich lautstark gegen den Netflix-Deal aus und griff dabei tief in die filmhistorische Trickkiste. In einer Präsentation, die das Board überzeugen sollte, nutzten sie ein Bild von Marlon Brando aus dem Paramount-Klassiker Der Pate mit dem berühmten Zitat: "I'm gonna make him an offer he can't refuse." Das Argument der Investoren stützt sich nicht nur auf den höheren Preis, sondern auch auf mögliche regulatorische Vorteile.
Paramount wird von David Ellison geführt, dessen Vater Larry Ellison als Oracle-Mitgründer gilt und gute Beziehungen zur Regierung unter Donald Trump pflegt. Das könnte bei der kartellrechtlichen Prüfung in den USA ein entscheidender Vorteil sein, da Medienfusionen dieser Größenordnung oft strengen Auflagen unterliegen. Netflix hingegen zeigt sich zuversichtlich, dass auch ihr Modell die Hürden der Regulierungsbehörden nehmen würde, obwohl die Aktie des Streaming-Pioniers zuletzt deutlich nachgab.
Sollte sich Warner Bros. Discovery entscheiden, formell mit Paramount zu verhandeln, müsste Netflix vertragsgemäß informiert werden und erhielte das Recht, das eigene Angebot nachzubessern. Das aktuelle Zeitfenster für eine Reaktion auf die Paramount-Offerte schließt sich am 25. Februar.
Das Ringen um Warner Bros. geht in die heiße Phase und könnte die Streaming-Landschaft nachhaltig verändern. Welches Szenario haltet ihr für realistischer oder besser für die Endnutzer? Wir freuen uns auf eure Einschätzungen in den Kommentaren.
Siehe auch:
WBD-Übernahme: Wende durch Paramount?
Warner Bros. Discovery (WBD) steht womöglich vor einer Kehrtwende in seiner Verkaufsstrategie und einem durchaus überraschenden "Plot Twist". Obwohl bereits eine bindende Vereinbarung zur Übernahme durch Netflix vorliegt, zieht das Board des Medienriesen nun ernsthaft in Erwägung, die Gespräche mit dem Rivalen Paramount Skydance wieder aufzunehmen. Auslöser für das Umdenken ist ein deutlich nachgebessertes, feindliches Übernahmeangebot von Paramount, das finanzielle Risiken für WBD minimieren und den Druck auf Netflix erhöhen soll.Paramount bietet den Aktionären aktuell 30 Dollar pro Aktie in bar, während der Deal mit Netflix bei rund 27,75 Dollar liegt. Um die Bedenken des WBD-Boards zu zerstreuen, hat Paramount weitreichende Zugeständnisse gemacht. Das Unternehmen würde im Falle eines Wechsels die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) übernehmen, die WBD an Netflix zahlen müsste.
Zusätzlich bietet Paramount an, Kosten für die Refinanzierung von Schulden abzusichern und eine sogenannte Ticking Fee einzuführen. Das bedeutet, dass Aktionäre ab 2027 für jedes Quartal, in dem der Deal noch nicht abgeschlossen ist, eine Entschädigung von rund 650 Millionen Dollar (etwa 548 Millionen Euro) erhalten würden.
Wie die New York Times berichtet, analysieren die WBD-Verantwortlichen derzeit intensiv, ob diese Offerte zu einem besseren Endergebnis führen kann - sei es durch einen Abschluss mit Paramount oder durch ein höheres Gegenangebot von Netflix. Ein wesentlicher Unterschied der beiden Angebote liegt in der Struktur: Während Paramount das gesamte Unternehmen inklusive der TV-Sender schlucken will, plant Netflix lediglich die Übernahme der Filmstudios und des Streaming-Dienstes HBO Max. Das klassische Kabelgeschäft rund um CNN und Discovery müsste im Netflix-Szenario abgespalten werden.
Ein entscheidender Faktor ist die hohe Schuldenlast von Warner Bros. Discovery, ein Erbe der Fusion von WarnerMedia und Discovery im Jahr 2022. Das Netflix-Modell sieht vor, einen Großteil dieser Schulden im abgespaltenen Unternehmen für lineares Fernsehen zu belassen. Investoren befürchten, dass dieses Rumpfunternehmen ohne die profitablen Streaming-Inhalte und Filmstudios kaum überlebensfähig wäre, da der Markt für Kabelfernsehen weltweit schrumpft. Paramounts Angebot adressiert dieses Problem direkt, indem es das Unternehmen als Ganzes erhält und refinanziert.
Der Druck auf das Management wächst auch seitens aktivistischer Aktionäre. Die Investmentfirma Ancora Holdings sprach sich lautstark gegen den Netflix-Deal aus und griff dabei tief in die filmhistorische Trickkiste. In einer Präsentation, die das Board überzeugen sollte, nutzten sie ein Bild von Marlon Brando aus dem Paramount-Klassiker Der Pate mit dem berühmten Zitat: "I'm gonna make him an offer he can't refuse." Das Argument der Investoren stützt sich nicht nur auf den höheren Preis, sondern auch auf mögliche regulatorische Vorteile.
Paramount wird von David Ellison geführt, dessen Vater Larry Ellison als Oracle-Mitgründer gilt und gute Beziehungen zur Regierung unter Donald Trump pflegt. Das könnte bei der kartellrechtlichen Prüfung in den USA ein entscheidender Vorteil sein, da Medienfusionen dieser Größenordnung oft strengen Auflagen unterliegen. Netflix hingegen zeigt sich zuversichtlich, dass auch ihr Modell die Hürden der Regulierungsbehörden nehmen würde, obwohl die Aktie des Streaming-Pioniers zuletzt deutlich nachgab.
Sollte sich Warner Bros. Discovery entscheiden, formell mit Paramount zu verhandeln, müsste Netflix vertragsgemäß informiert werden und erhielte das Recht, das eigene Angebot nachzubessern. Das aktuelle Zeitfenster für eine Reaktion auf die Paramount-Offerte schließt sich am 25. Februar.
Das Ringen um Warner Bros. geht in die heiße Phase und könnte die Streaming-Landschaft nachhaltig verändern. Welches Szenario haltet ihr für realistischer oder besser für die Endnutzer? Wir freuen uns auf eure Einschätzungen in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- Warner Bros. Discovery erwägt trotz Netflix-Vereinbarung Paramount-Angebot
- Paramount bietet 30 Dollar pro Aktie und Übernahme der Vertragsstrafe von 2,8 Mrd
- Netflix möchte nur Filmstudios und HBO Max, Paramount das ganze Unternehmen
- Hohe Schuldenlast von Warner Bros. Discovery ist ein entscheidender Faktor
- Aktivistische Aktionäre wie Ancora Holdings setzen sich gegen Netflix-Deal ein
- Paramounts Verbindungen zur Trump-Regierung könnten regulatorische Vorteile bieten
- Entscheidung über Verhandlungen mit Paramount muss bis zum 25. Februar fallen
Siehe auch:
- Netflix: Nutzer profitieren von Warner-Übernahme - mit HBO-Inhalten
- Paramount unter Druck: Netflix nun mit Bar-Angebot für Warner Bros.
- Trump kaufte kurz nach Warner-Fusions-Ankündigung Netflix-Anleihen
- Übernahmeschlacht: Paramount gibt nicht auf und verklagt Warner
- Netflix-Übernahme: Warner nennt Paramount-Gegenangebot 'illusorisch'
Thema:
Netflixs Aktienkurs
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