Innovative Animations-Technologie:
Epic Games kauft deutsches Startup
Epic Games sichert sich deutsche KI-Expertise und übernimmt das Tübinger Startup Meshcapade. Deren Technologie verspricht die Animation realistischer Videospielfiguren ohne teures Equipment durch KI-gestützte Erfassung von Bewegungen.
Das Unternehmen hat die Übernahme von Meshcapade bekannt gegeben, einem auf die Erfassung von Objektbewegung mittels künstlicher Intelligenz spezialisierten Startup aus Tübingen. Finanzielle Details der Akquisition wurden bislang nicht veröffentlicht. Im Zuge des Kaufs wird Epic Games jedoch einen eigenen Standort im sogenannten Cyber Valley in Baden-Württemberg eröffnen, einem der bedeutendsten Forschungscluster für künstliche Intelligenz in Europa. Ziel ist es, die Entwicklung digitaler Videospielcharaktere in der eigenen Unreal Engine grundlegend zu beschleunigen.
Für Entwickler ist dieser Schritt von hoher Relevanz, da er eine Vereinfachung von High-End-Animationen verspricht. Die Integration der Meshcapade-Technologie in das Ökosystem von Epic könnte die Hürden für realistische Bewegungsabläufe senken. Bisher waren glaubwürdige Animationen oft an teure Motion-Capture-Anzüge und spezialisierte Studios gebunden. Die Tübinger Lösung setzt hingegen auf Software und neuronale Netze, um ähnliche Ergebnisse rein aus Videodaten zu generieren.
Meshcapade liefert Motion-Tracking ohne Marker
Technisch basiert die Arbeit von Meshcapade auf dem sogenannten SMPL-Körpermodell (Skinned Multi-Person Linear). Dieses datengetriebene 3D-Modell wurde trainiert, um menschliche Körperformen, Haltungen und Weichgewebe-Bewegungen präzise zu verstehen und darzustellen. Der entscheidende Vorteil gegenüber herkömmlichen Methoden liegt in der Flexibilität. Denn die KI benötigt keine Marker am Körper eines Schauspielers. Stattdessen genügt einfaches Videomaterial aus verschiedenen Quellen, um daraus ein voll funktionsfähiges, dreidimensionales Skelett inklusive korrekter Oberflächenverformung zu berechnen.
Die Historie von Meshcapade ist indes ungewöhnlich für die Branche. Die Gründer Naureen Mahmood, Talha Zaman und Michael J. Black bauten das Unternehmen fast ohne klassisches Marketing auf. Die Effektivität ihrer Algorithmen sprach sich jedoch auf Fachkonferenzen herum, wo ihr Stand schnell zum Anlaufpunkt für Animatoren großer Film- und Spielestudios avancierte. Ob die Technologie traditionelles Motion Capture bei AAA-Produktionen jedoch vollständig ersetzen kann, bleibt abzuwarten, da für extrem präzise Aufnahmen optische Marker weiterhin Vorteile bieten.
Glaubt ihr, dass KI-Animationen das klassische Motion Capture bald komplett verdrängen werden? Oder bleibt die Handarbeit für Toptitel unverzichtbar? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen in den Kommentaren!
Siehe auch:
KI-Expansion ins Cyber Valley
Zuletzt war Epic Games vor allem aufgrund einiger Aussagen seiner Führungskräfte in den Schlagzeilen. Zum einen sprang CEO Tim Sweeney Elon Musk während der Kontroverse um von Grok erzeugte Deepfakes zur Seite. Zum anderen fand Manager Steve Allison klare Worte für den eigenen Launcher. Jetzt gibt es jedoch ganz andere Neuigkeiten: Der US-amerikanische Spieleentwickler expandiert in die Bundesrepublik.Das Unternehmen hat die Übernahme von Meshcapade bekannt gegeben, einem auf die Erfassung von Objektbewegung mittels künstlicher Intelligenz spezialisierten Startup aus Tübingen. Finanzielle Details der Akquisition wurden bislang nicht veröffentlicht. Im Zuge des Kaufs wird Epic Games jedoch einen eigenen Standort im sogenannten Cyber Valley in Baden-Württemberg eröffnen, einem der bedeutendsten Forschungscluster für künstliche Intelligenz in Europa. Ziel ist es, die Entwicklung digitaler Videospielcharaktere in der eigenen Unreal Engine grundlegend zu beschleunigen.
Für Entwickler ist dieser Schritt von hoher Relevanz, da er eine Vereinfachung von High-End-Animationen verspricht. Die Integration der Meshcapade-Technologie in das Ökosystem von Epic könnte die Hürden für realistische Bewegungsabläufe senken. Bisher waren glaubwürdige Animationen oft an teure Motion-Capture-Anzüge und spezialisierte Studios gebunden. Die Tübinger Lösung setzt hingegen auf Software und neuronale Netze, um ähnliche Ergebnisse rein aus Videodaten zu generieren.
Forschungstransfer der Max-Planck-Gesellschaft
Die wissenschaftliche Basis des Startups ist eng mit der deutschen Spitzenforschung verknüpft. Wie die Max-Planck-Gesellschaft bestätigt, stammt die Technologie ursprünglich aus dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. Patrick Cramer, Präsident der Gesellschaft, sieht in der Akquisition durch einen globales Unternehmen wie Epic Games einen Beleg für die erfolgreiche Überführung von Grundlagenforschung in die wirtschaftliche Praxis. Auch nach der Übernahme bleibt die Forschungseinrichtung involviert, da die zugrundeliegende Technologie weiterhin über Max Planck Innovation lizenziert wird.Realismus in Games ohne Spezialanzüge
Die praktischen Anwendungsmöglichkeiten für Videospiele sind vielfältig. Spieler könnten künftig kurze Videos von sich selbst oder Bewegungen aus dem Internet hochladen, die das Spiel in Echtzeit auf den eigenen Avatar überträgt. Für Indie-Entwickler bedeutet die Technologie, dass sie physikalisch korrekte Interaktionen von NPCs erschaffen können, ohne Budget für Motion Capturing aufwenden zu müssen. Ein Charakter könnte auf diesem Weg glaubwürdig stolpern, rennen oder Gegenstände tragen.Die Historie von Meshcapade ist indes ungewöhnlich für die Branche. Die Gründer Naureen Mahmood, Talha Zaman und Michael J. Black bauten das Unternehmen fast ohne klassisches Marketing auf. Die Effektivität ihrer Algorithmen sprach sich jedoch auf Fachkonferenzen herum, wo ihr Stand schnell zum Anlaufpunkt für Animatoren großer Film- und Spielestudios avancierte. Ob die Technologie traditionelles Motion Capture bei AAA-Produktionen jedoch vollständig ersetzen kann, bleibt abzuwarten, da für extrem präzise Aufnahmen optische Marker weiterhin Vorteile bieten.
Glaubt ihr, dass KI-Animationen das klassische Motion Capture bald komplett verdrängen werden? Oder bleibt die Handarbeit für Toptitel unverzichtbar? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Epic Games kauft deutsches KI-Startup Meshcapade aus Tübingen
- Meshcapade spezialisiert sich auf KI-gestützte Bewegungserfassung
- Technologie ermöglicht Animationen ohne teures Motion-Capture-Equipment
- Grundlage ist das SMPL-Körpermodell aus dem Max-Planck-Institut
- KI erstellt 3D-Skelette und Oberflächenverformungen aus Videomaterial
- Indie-Entwickler könnten von günstigeren Animationsmöglichkeiten profitieren
Siehe auch:
- Xbox-Zukunft: Steam und Epic kommen auf die Windows 11-Konsole
- Epic-Games-Manager verblüffend ehrlich: "Unser Launcher ist scheiße!"
- Epic Game Store: Viele neue Nutzer, aber niemand kauft etwas
- Grok-Pornografie: Epic-Chef Sweeney springt Elon Musk zur Seite
- Gründe unklar: Nach Steam verbannt auch Epic das Indie-Spiel Horses
Thema:
Videos zur Unreal Engine
- Gears of War: E-Day - Microsoft zeigt Gameplay und verrät den Termin
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- Unrecord: Fotorealistischer "Bodycam-Shooter" sorgt für Aufregung
- Infinitesimals im Trailer: Großes Abenteuer mit kleinen Aliens
- GDC 2023: Epic Games zeigt künftige Spielehits mit der Unreal Engine
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