So will die Navy den peinlichen Rost auf Kriegsschiffen bekämpfen
Verrostete Zerstörer, die es in der US-Marine zuhauf gibt, wirken auf den ersten Blick nur optisch vernachlässigt. Tatsächlich erhöht der Rost jedoch den Radarquerschnitt und gefährdet die Tarnung, weshalb die Navy nun massiv mit Hightech-Materialien reagiert.
Rost erhöht nämlich nicht nur den Wartungsaufwand, sondern kann auch den Radarquerschnitt eines Schiffes vergrößern, was die Tarnkappeneigenschaften moderner Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse negativ beeinflusst. Mark Lattner, Direktor für Schiffsintegrität, betont, dass Korrosion die strukturelle Haltbarkeit direkt angreift und nachgelagerte Probleme bei der Instandhaltung verursacht.
Um dem Zerfall entgegenzuwirken, sollen nun fortschrittliche Materialien zum Einsatz kommen, die weit über herkömmliche Anstriche hinausgehen. Ein Schlüsselelement ist die breitere Verwendung von Polysiloxane-Lack. Das ursprünglich als Anti-Graffiti-Beschichtung entwickelte Material gilt als besonders widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und Salzwasser. Im Gegensatz zu traditionellen Silikonalkyden kreidet Polysiloxane nicht aus und behält seine Schutzwirkung länger bei.
Ergänzend dazu sollen Bauteile aus rostfreiem Stahl und Verbundwerkstoffen sowie verbesserte Drainagesysteme verhindern, dass aggressives Meerwasser an der Außenhaut verbleibt. Auch die Arbeitsprozesse für die Matrosen werden optimiert: Statt komplizierter Mehrkomponenten-Mischungen, die exakte Mischverhältnisse erfordern, sollen sogenannte Single Pack-Farben Fehlerquellen bei der Anwendung minimieren.
Ein wesentlicher Aspekt der Modernisierung ist die datengestützte Analyse des Ist-Zustands, um subjektive Einschätzungen zu eliminieren. Wie The Warzone berichtet, hat die Navy ein neues Bewertungsverfahren eingeführt, das auf einer App für Tablets basiert. Inspektoren und Besatzungsmitglieder können damit den Zustand der Schiffe quantitativ erfassen und digitale Bewertungen abgeben.
Das System ermöglicht das Hochladen von Fotos, die mit Referenzbildern abgeglichen werden, um den Schweregrad der Korrosion objektiv zu bestimmen. Lattner erklärte laut dem Bericht offen: "Wir wissen, was zu tun ist, aber wir entscheiden uns dagegen, weil es immer ein anderes Problem gibt, das man beheben muss." Diese Mentalität der Aufschiebung soll sich durch die Transparenz der Daten nun ändern.
Das neue System ermöglicht es, einzelnen Schiffen eine konkrete Note zuzuweisen, wodurch die Führungsebene erstmals über verlässliche Vergleichsdaten verfügt. Teams externer Auftragnehmer unterstützen die Besatzungen zudem direkt vor Ort, um Rückstände aufzuarbeiten und Technologien wie spezielle Schutzfolien zu installieren.
Das Ziel ist es, den Matrosen bessere Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie Rost effektiv entfernen können, anstatt ihn - wie in der Vergangenheit oft üblich - lediglich kosmetisch zu überstreichen. Das bloße Übermalen von Roststellen schließt Feuchtigkeit ein und beschleunigt den strukturellen Verfall im Verborgenen.
Haltet ihr den Einsatz einer App zur Rost-Kontrolle für sinnvoll oder seht ihr darin eher eine bürokratische Spielerei? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen und Erfahrungen in den Kommentaren!
Siehe auch:
Kampf gegen Korrosion: Navy nutzt Hightech
Nach jahrelanger Vernachlässigung hat die US Navy dem Rost auf ihren Kriegsschiffen den Kampf angesagt. Auslöser für die umfassende Initiative waren Bilder des Zerstörers USS Dewey, die im Februar 2025 für Aufsehen sorgten und eine direkte Intervention von Präsident Donald Trump zur Folge hatten. Was auf den ersten Blick wie ein rein optischer Makel wirkt, entpuppt sich bei genauerer Analyse als ernsthaftes Risiko für die Einsatzbereitschaft der Flotte.Rost erhöht nämlich nicht nur den Wartungsaufwand, sondern kann auch den Radarquerschnitt eines Schiffes vergrößern, was die Tarnkappeneigenschaften moderner Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse negativ beeinflusst. Mark Lattner, Direktor für Schiffsintegrität, betont, dass Korrosion die strukturelle Haltbarkeit direkt angreift und nachgelagerte Probleme bei der Instandhaltung verursacht.
Um dem Zerfall entgegenzuwirken, sollen nun fortschrittliche Materialien zum Einsatz kommen, die weit über herkömmliche Anstriche hinausgehen. Ein Schlüsselelement ist die breitere Verwendung von Polysiloxane-Lack. Das ursprünglich als Anti-Graffiti-Beschichtung entwickelte Material gilt als besonders widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und Salzwasser. Im Gegensatz zu traditionellen Silikonalkyden kreidet Polysiloxane nicht aus und behält seine Schutzwirkung länger bei.
Ergänzend dazu sollen Bauteile aus rostfreiem Stahl und Verbundwerkstoffen sowie verbesserte Drainagesysteme verhindern, dass aggressives Meerwasser an der Außenhaut verbleibt. Auch die Arbeitsprozesse für die Matrosen werden optimiert: Statt komplizierter Mehrkomponenten-Mischungen, die exakte Mischverhältnisse erfordern, sollen sogenannte Single Pack-Farben Fehlerquellen bei der Anwendung minimieren.
Ein wesentlicher Aspekt der Modernisierung ist die datengestützte Analyse des Ist-Zustands, um subjektive Einschätzungen zu eliminieren. Wie The Warzone berichtet, hat die Navy ein neues Bewertungsverfahren eingeführt, das auf einer App für Tablets basiert. Inspektoren und Besatzungsmitglieder können damit den Zustand der Schiffe quantitativ erfassen und digitale Bewertungen abgeben.
Das System ermöglicht das Hochladen von Fotos, die mit Referenzbildern abgeglichen werden, um den Schweregrad der Korrosion objektiv zu bestimmen. Lattner erklärte laut dem Bericht offen: "Wir wissen, was zu tun ist, aber wir entscheiden uns dagegen, weil es immer ein anderes Problem gibt, das man beheben muss." Diese Mentalität der Aufschiebung soll sich durch die Transparenz der Daten nun ändern.
Das neue System ermöglicht es, einzelnen Schiffen eine konkrete Note zuzuweisen, wodurch die Führungsebene erstmals über verlässliche Vergleichsdaten verfügt. Teams externer Auftragnehmer unterstützen die Besatzungen zudem direkt vor Ort, um Rückstände aufzuarbeiten und Technologien wie spezielle Schutzfolien zu installieren.
Das Ziel ist es, den Matrosen bessere Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie Rost effektiv entfernen können, anstatt ihn - wie in der Vergangenheit oft üblich - lediglich kosmetisch zu überstreichen. Das bloße Übermalen von Roststellen schließt Feuchtigkeit ein und beschleunigt den strukturellen Verfall im Verborgenen.
Unterschiede zur zivilen Schifffahrt
Trotz der neuen Maßnahmen dämpft die Marine die Erwartungen an eine makellose Optik, wie man sie aus Urlaubskatalogen kennt. Der Vergleich mit kommerziellen Anbietern hinkt laut Lattner gewaltig, da diese ihre Schiffe bei jedem Hafenstopp aggressiv warten und Wartungsfenster strikt einhalten, um das Marketing-Image zu wahren. Ein Kreuzfahrtschiff folgt festen Routen und Zeitplänen, was die Logistik für Malerarbeiten vereinfacht. Kriegsschiffe hingegen operieren oft monatelang fernab von Häfen unter rauen Bedingungen und mit hoher operativer Geschwindigkeit, was die Lackierung stark beansprucht.Haltet ihr den Einsatz einer App zur Rost-Kontrolle für sinnvoll oder seht ihr darin eher eine bürokratische Spielerei? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen und Erfahrungen in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Korrosion erhöht Radarquerschnitt und gefährdet Tarneigenschaften
- Auslöser waren Bilder des rostigen Zerstörers USS Dewey im Februar 2025
- Polysiloxan-Lack soll als widerstandsfähige Alternative eingesetzt werden
- Neue Materialien und verbesserte Drainagesysteme bekämpfen Rostbildung
- Digitale App ermöglicht objektive Bewertung des Korrosionszustands
- Neue Maßnahmen sollen bisherige Praxis des oberflächlichen Überstreichens beenden
- Kriegsschiffe unterliegen härteren Bedingungen als kommerzielle Schiffe
Siehe auch:
- Rost, Schmutz, Schäden: US-Stealth-Zerstörer wird zum Internetspott
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