Nicht nur Nvidia: Auch bei AMD schmelzen immer weitere Stromstecker

Dass bei RTX-Grafikkarten von Nvidia immer wieder Stecker schmel­zen, ist schon seit der Veröffentlichung der RTX 4090 bekannt. Doch in den vergangenen Monaten häufen sich auch die Berichte über entsprechende Probleme bei Radeon-GPUs von AMD.
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AMD

Hardwaredefekt trotz geringer Last

Das Phänomen geschmolzener Stromstecker war lange Zeit fast ausschließlich mit Nvidias High-End-Modellen wie der RTX 4090 oder der neueren RTX 5090 assoziiert. Erst vor wenigen Tagen war ein neuer Bericht über ein komplett verkohltes Kabel inklusive Stecker aufgetaucht. Doch in den letzten Monaten häufen sich ähnliche Vorfälle bei Radeon-Karten von AMD. Auch hier schmilzt der Stromanschluss. Ein aktueller Vorfall belegt nun erneut, dass auch AMD-Grafikkarten der aktuellen Generation nicht vor den thermischen Problemen des 12V-2x6-Anschlusses gefeit sind.

So ist bei einer Sapphire Nitro+ Radeon RX 9070 XT jetzt ein weiterer Fall von verschmorten Kontakten dokumentiert worden. Der Vorfall ereignete sich bei einem System, das fast neun Monate lang fehlerfrei lief, bevor Instabilitäten auftraten. Das System litt unter plötzlichen Abstürzen und schwarzen Bildschirmen. Trotz umfangreicher Fehlersuche auf Softwareseite blieb das Problem bestehen. Erst eine physische Inspektion der Hardware brachte die Ursache ans Licht.


Der 16-Pin-Stecker wies an der oberen Kontaktleiste deutliche Schmelzspuren auf. Das ist besonders besorgniserregend, da die RX 9070 XT mit einer TGP von rund 304 Watt weit unter der maximalen Belastbarkeit des Steckers liegt, der theoretisch bis zu 600 Watt liefern kann.

Wie Tom's Hardware ausführt, handelt es sich hierbei wohl um den fünften bekannten Fall bei diesem spezifischen Grafikkartenmodell. Besonders auffällig ist, dass bei den RDNA-4-Karten von AMD fast ausschließlich Modelle von Sapphire und ASRock auf den neuen 12V-2x6-Standard setzen, während andere Board-Partner oft noch traditionelle Anschlüsse verwenden.

Another one bites the dust - Sapphire 9070XT Nitro+ 12V HPWR FAIL
by u/divinethreshold in radeon


Adapter als mögliche Schwachstelle

Ein technischer Aspekt, der bei diesen Vorfällen häufig eine Rolle spielt, ist die Verwendung von Adaptern. Wie der betroffene Nutzer devinethreshold auf Reddit schreibt, wurde im aktuellen Fall ein älteres, aber hochwertiges Corsair AX1200i Netzteil verwendet, das noch nicht den Standards ATX 3.0 oder 3.1 entspricht. Die Stromversorgung wurde daher über den von Sapphire mitgelieferten Adapter realisiert, der drei herkömmliche 8-Pin-Stecker auf den neuen 16-Pin-Anschluss bündelt.

Kritiker bemängeln, dass diese Adapter die Anzahl der potenziellen Fehlerquellen drastisch erhöhen. Wenn der Stecker nicht absolut perfekt sitzt oder Zug auf das Kabel ausgeübt wird, kann der Kontaktwiderstand steigen, was zu extremer Hitzeentwicklung führt. Im vorliegenden Fall könnten die unteren Pins nicht vollständig eingeführt gewesen sein, wodurch eine höhere Last als vorgesehen über die obere Reihe floss und diese überhitzte.

Sapphire selbst sieht keine Probleme mit dem 12V-2x6-Stecker und verwies in der Vergangenheit oft auf Anwenderfehler oder unzureichend eingesteckte Kabel als Ursache. Angesichts der Tatsache, dass selbst erfahrene Nutzer betroffen sind und immer weitere Fälle dokumentiert werden, wächst jedoch der Unmut in der Community gegenüber dem filigranen Steckersystem weiter.

Haltet ihr den 16-Pin-Standard für technisch unausgereift oder seht ihr die Ursache eher in der Montage? Teilt eure Sichtweise gerne mit der Community in den Kommentaren.
Zusammenfassung
  • Schmelzende Stecker immer häufiger auch bei Radeon-Grafikkarten beobachtet
  • Sapphire Nitro+ Radeon RX 9070 XT zeigt Schmelzspuren am 16-Pin-Stecker
  • System lief neun Monate fehlerfrei bevor plötzliche Abstürze auftraten
  • Problem trat trotz moderater Leistungsaufnahme von nur 304 Watt auf
  • Verwendung von Adaptern erhöht das Risiko für Kontaktprobleme erheblich
  • Sapphire verweist auf Anwenderfehler als mögliche Ursache der Probleme
  • Community zunehmend skeptisch gegenüber dem 12V-2x6-Standard

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