Wegen "Zensur": USA verhängen Einreiseverbot gegen Europäer

Das US-Außenministerium hat Einreiseverbote gegen fünf europä­ische Bürger erlassen, denen man vorwirft, "amerikanische Sicht­weisen" durch Druck auf US-Technologiekonzerne zu unterdrücken. Dies betrifft auch den ehemaligen EU-Kommissar Thierry Breton.
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'Radikale Aktivisten'

Fünf Europäer dürfen aufgrund einer entsprechenden Anordnung des US-Außenministeriums nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen, weil sie gegen eine bereits im Mai erlassene Visaregelung verstoßen, die die Erteilung einer Einreiseerlaubnis unmöglich macht, wenn die jeweiligen Personen für die Zensur einer freien Meinungsäußerung in den USA verantwortlich sind.

In einer entsprechenden Mitteilung benannte der US-Außenminister die betroffenen Personen nicht ausdrücklich. Stattdessen sprach er von "radikalen" Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen, die "als Waffe eingesetzt" wurden. Viel zu lange hätten Ideologen in Europa organisierte Bemühungen geleitet, um amerikanische Plattformen dazu zu bringen, amerikanische Sichtweisen zu bestrafen, die sie ablehnen, hieß es laut der Nachrichtenagentur AP.

'Ungeheuerliche Zensur'

Die aktuelle US-Regierung werde diese "ungeheuerlichen Akte extraterritorialer Zensur" nicht länger tolerieren, so der Außenminister weiter. Später identifizierte eine Vertreterin des US-Außenministeriums die von dem Einreiseverbot betroffenen Personen genauer.

Konkret handelt es sich bei den Betroffenen um:
  • Thierry Breton, früherer EU-Kommissar, der für Digitalthemen zuständig war und eine führende Rolle hinter den seit Mitte 2024 gültigen neuen Digitalgesetzen innehatte, die immer wieder gegen die bei Webdiensten dominierenden US-Technologiekonzerne angewendet werden.
  • Imran Ahmen, Leiter des Zentrums für den Kampf gegen digitalen Hass aus Großbritannien.
  • Josephone Ballon und Anna-Lena von Hodenberg, Leiterinnen der deutschen Organisation HateAid, die sich nach eigenen Angaben gegen Hassrede im Internet engagiert.
  • Clare Melford, die Betreiberin der gemeinnützigen Firma Global Disinformation Index (GDI)

Die Einreiseverbote gegen die fünf europäischen Bürger richten sich offensichtlich gegen Personen, die mit Lobbyarbeit oder als Gesetzgeber dafür gesorgt haben, dass US-Technologiekonzerne und Betreiber großer Online-Plattformen zumindest im Ansatz eine gewisse Regulierung erfahren oder dazu gezwungen werden, illegale Inhalte aller Art zu entfernen.

Anders als die meisten anderen Europäer sind die betroffenen Personen nicht mehr vom sogenannten Visa Waiver Program abgedeckt, das eine Einreise für einen Zeitraum von bis zu 90 Tagen ohne vorherige Erteilung eines Visums ermöglicht. Sollten sich die betroffenen Personen derzeit in den USA befinden, droht ihnen ab sofort die Abschiebung.

Zusammenfassung
  • US-Außenministerium verhängt Einreiseverbot gegen fünf Europäer
  • Vorwurf der Unterdrückung amerikanischer Sichtweisen durch Druck
  • Ehemaliger EU-Kommissar Thierry Breton unter den Betroffenen
  • Weitere Betroffene leiten Organisationen gegen Hass und Desinformation
  • Maßnahme richtet sich gegen Personen, die US-Plattformen regulieren
  • Betroffene verlieren Zugang zum Visa Waiver Program für 90-Tage-Aufenthalte
  • Bei aktuellem USA-Aufenthalt droht den fünf Personen die Abschiebung

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