Freedom.gov: US-Regierung plant Portal gegen Europas Tech-"Zensur"

Ein neues Portal der US-Regierung soll wohl bald gegen europäische "Zensur" kämpfen. Ziel ist dabei, "konservative" Strömungen in Europa zu fördern, indem man Möglichkeiten zur Umgehung von in manchen Ländern Europas verhängten Sperrungen rassistischer und nationalistischer Inhalte aufzeigt. Mit dabei: ein 'DOGE-Hacker'.
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Freedom.gov

Portal könnte VPN-Feature bieten

Die aktuelle US-Regierung hat ein Problem mit den in Europa erfolgenden Maßnahmen zur Regulierung großer Technologieplattformen. Gleichzeitig werden ultranationalistische Meinungen und rassistische Hetze hierzulande von den Behörden strafrechtlich verfolgt.

Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit plant man deshalb ein "Freiheits-Portal" für Internet-Nutzer aus Europa in den anderen Ländern, in denen angeblich zu starke "Zensur" erfolgt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters entwickelt das US-Innenministerium eine neue Website, über die man Wege zur Umgehung von Sperren aufzeigen will. So soll der Zugriff auf Inhalte möglich werden, die in vielen Ländern als illegal eingestuft wurden.

Launch kurzfristig verschoben

Das Portal soll unter der URL "Freedom.gov" ganz offiziell im Auftrag der US-Regierung über Maßnahmen zur Umgebung von "Zensur" starten. Eigentlich war eine Vorstellung bereits in der letzten Woche anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz geplant, was aber im letzten Moment verschoben wurde, heißt es.


Unter anderem war zuletzt angedacht, eine Art VPN-Funktion zu integrieren, mit der Zugriffe von Nutzern aus anderen Ländern über US-Server umgeleitet werden sollen, um so den Abruf der in manchen Ländern gesperrten Inhalte zu ermöglichen. Die Nutzeraktivität soll dabei angeblich nicht nachverfolgt werden.

In einer Stellungnahme erklärte ein Vertreter der aktuellen US-Regierung, dass "digitale Freiheit" eine Priorität für des US State Department sei, was auch den Schutz der Privatsphäre und Technologien für die Umgehung von Zensurmaßnahmen wie VPNs einschließt. Tatsächlich dürfte aber der uneingeschränkte Zugriff auf ultrarechte Propaganda das Ziel sein.

Projektleiterin sucht Nähe zu Rechten in Europa

So versucht die für "Freedom.gov" zuständige US-Politikerin Sarah Rogers, die als Undersecretary for Public Diplomacy tätig ist, seit geraumer Zeit gegenüber europäischen Regierungsvertretern durchzusetzen, dass hierzulande geltende Maßnahmen zur Unterdrückung von Hass und Hetze im Internet abgeschafft werden. Sie traf sich bereits mehrfach mit Vertretern ultrarechter Parteien und Gruppen aus Europa, die nach Meinung der aktuellen US-Regierung "unterdrückt" werden.

In ihrer "Nationalen Sicherheitsstrategie" warnte die US-Regierung zuletzt, dass Europa durch die in vielen Ländern verfolgte Migrationspolitik die "zivilisatorische Auslöschung" drohe. Man kündigte daher an, "Widerstand gegen die derzeitige Entwicklung innerhalb europäischer Länder" zu "kultivieren".

Interessanterweise ist offenbar auch Edward Coristine Teil des Teams, das an dem Portal arbeitet. Der junge, stramm rechte Entwickler war als Mitarbeiter von Elon Musks "DOGE" ("Department of Government Efficiency") bekannt geworden, das nach dem erneuten Amtsantritt des aktuellen US-Präsidenten massiven Kahlschlag bei US-Regierungsbehörden verantwortete.

Die vom sogenannten "National Design Studio" entwickelte Website Freedom.gov ist seit dem 12. Januar 2026 geschaltet und zeigt bisher nur die Worte "Fly, Eagle, Fly" und ein Login-Feld. Insgesamt ist das Ziel des Portals offensichtlich die Verbreitung von ultrarechter Propaganda in staatlichem Auftrag, wobei man ausdrücklich Europa im Visier hat. Dafür spricht auch, dass Besucher aus Deutschland dort auch auf Deutsch folgende Sätze zu lesen bekommen: "Information ist Macht. Beanspruche dein Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung. Macht euch bereit."

Zusammenfassung
  • US-Regierung plant Portal 'Freedom.gov' gegen europäische Regulierung
  • Website soll Umgehung von Sperren für rassistische Inhalte ermöglichen
  • VPN-Funktion zur Umleitung von Zugriffen über US-Server geplant
  • Portal zielt auf Förderung ultrarechter Strömungen in Europa ab
  • US-Politikerin Rogers traf sich mit Vertretern ultrarechter Gruppen
  • Edward Coristine von Elon Musks 'DOGE'-Team arbeitet am Projekt mit
  • Website seit dem 12. Januar 2026 mit Login-Feld und 'Fly, Eagle, Fly' online

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