Selbstzensur & Selbstschutz:
Apple passt KI-Training an Trump-Ära an

Auch Apple beugt sich offenbar der neuen Realität unter der seit Ja­nuar im Amt befindlichen US-Regierung unter Donald Trump. Der Computerkonzern begann im März, das Training für seine KI-Dienste abzuändern, damit sie eher dem trumpschen Weltbild entsprechen.
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Apple verlängert Liste 'kontroverser' Themen enorm

Wie das Magazin Politico unter Berufung auf diverse Dokumente berichtet, die durch Apple beauftragte Firmen bei der Mitarbeit an der Entwicklung eines bisher unveröffentlichten Chatbots von Apple nutzen, wurden Anpassungen vorgenommen, um der politischen Ausrichtung der Trump-Regierung zu entsprechen.

Laut dem Bericht wurde die Art verändert, mit der die Apple-KI zu Themen rund um Diversität, Gleichstellung und Inklusion trainiert wird. Auch auf Themen wie Impfungen, Reaktionen von Trump-Unterstützern und zu Apple selbst soll die KI laut den aus dem März 2025 stammenden Dokumenten mittlerweile anders reagieren, heißt es.

'Diversität, Gleichstellung und Inklusion' als Reizthema

Als Beispiel für die geänderten Vorgaben für das KI-Training bei Apple wird in dem Artikel genannt, dass die Vorschriften für den Umgang mit Intoleranz entfernt wurden, ebenso wie eine Erwähnung von "systemischem Rassismus". Bei "Diversität, Gleichstellung und Inklusion" ist nun von einem "kontroversen Thema" die Rede. "Diskriminierung" werde hingegen noch immer als "schädlich" eingestuft, heißt es.

Die Vorgaben stammen aus einem 125-seitigen Dokument, das der für Apple tätige Dienstleister Transperfect seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellt. Diese sind dafür zuständig, im Auftrag von Apple als sogenannte "Dateningenieure" die Art zu beeinflussen, wie die KI auf bestimmte Anfragen reagiert.

Mitarbeiter müssen KI-Antworten bewerten

Bei ihrer Arbeit erhalten die "KI-Trainer" jeweils eine bestimmte Anfrage und zwei von der KI als Antwort darauf generierte Vorschläge. Ihre Aufgabe ist es dann, darüber zu entscheiden, ob die Antworten den Anforderungen des Nutzers entsprechen, ob sie präzise, richtig und insgesamt zufriedenstellend sind. Dabei entscheiden sie auch, ob eine Antwort unter Umständen "schädlich" ist und ob die KI möglicherweise "kontrovers" antwortet.

Apple versucht sich mit den immer wieder aktualisierten Vorgaben für das KI-Training durch die beauftragten "Data Engineers" angeblich vor allem auch selbst zu schützen. Viele der Vorgaben zielen laut dem Bericht darauf ab, dass die KI sich nicht negativ über den Konzern, seine Mitarbeiter und führende Manager wie CEO Tim Cook oder seine Vice-Presidents Craig Federighi und Eddy Cue äußert - und auch nicht über Steve Jobs.

Diese Personen sind, ebenso wie US-Präsident Trump und diverse weitere Themen und Personen, als "kontrovers" gekennzeichnet worden, als die Vorgaben mit dem Dokument aus dem März 2025 aktualisiert wurden. Zu dieser wachsenden Liste gehören unter anderem auch Themen wie "Gaza", "Jailbreaks", Konfliktregionen wie die Krim, die Ukraine, Taiwan und Kaschmir.

In den Vorgaben für das Training von Apples KI-Modellen ist auch deutlich erkennbar, dass der Konzern offen dafür ist, die Antworten der Systeme zugunsten von Zensur und "Themengrenzen" einzuschränken. So sollen die Mitarbeiter ausdrücklich auch festlegen, welche Themen von dem System ablehnende, ausweichende Antworten erhalten oder als "kontrovers" eingestuft werden sollen, weil sie der staatlichen Zensur in Ländern wie China entsprechen müssen.

Zusammenfassung
  • Apple passt KI-Training seit März 2025 an trumpsches Weltbild an
  • Änderungen bei Themen zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion
  • Erwähnungen von systemischem Rassismus und Intoleranz wurden entfernt
  • Vorgaben stammen aus 125-seitigem Dokument des Dienstleisters Transperfect
  • KI-Trainer bewerten Antworten auf Genauigkeit und kontroverse Inhalte
  • Apple schützt sich selbst vor negativen Äußerungen der KI über den Konzern
  • Kontroverse Themen wie Gaza und Taiwan werden in Antworten eingeschränkt

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