Facebook soll "Hand in Hand" mit China ein Zensur-Tool gebaut haben

Meta unter Beschuss: Eine Ex-Managerin des Social-Media-Konzerns behauptet, dass der Tech-Gigant eng mit der chinesischen Regie­rung an Zensurtools gearbeitet habe. Zuckerberg wollte sogar virale Beiträge zurückhalten, bis chinesische Behörden sie prüfen konnten.
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WinFuture/KI-generiert

Brisante Vorwürfe gegen Meta

Eine ehemalige hochrangige Führungskraft von Meta hat schwerwiegende Anschuldigungen gegen den Social-Media-Konzern erhoben. Sarah Wynn-Williams, die frühere globale Direktorin für globale öffentliche Richtlinien bei Facebook (heute Meta), behauptet, das Unternehmen habe eng mit der chinesischen Regierung zusammengearbeitet, um potenzielle Zensuroptionen für Peking zu entwickeln.

In ihrem neuen Buch "Careless People", das am 11. März 2025 veröffentlicht wurde, und in Interviews mit verschiedenen Medien, zeichnet Wynn-Williams ein beunruhigendes Bild von Metas Bemühungen, Zugang zum chinesischen Markt zu erhalten. Sie schreibt u. a., dass CEO Mark Zuckerberg sogar in Erwägung zog, virale Beiträge zu verstecken, bis diese das OK aus China bekommen.

Enge Zusammenarbeit mit China?

Wie die BBC berichtet, arbeitete Meta laut Wynn-Williams "Hand in Hand" mit der Kommunistischen Partei Chinas. Das Unternehmen soll Entwickler bereitgestellt haben, um chinesische Beamte in die Funktionsweise der Plattform einzuweisen und Zensurversionen der Produkte zu testen. Infografik Social Media: Diese Netzwerke werden für Nachrichten genutztSocial Media: Diese Netzwerke werden für Nachrichten genutzt Mit über einer Milliarde Internetnutzern stellt China den größten Online-Markt der Welt dar - das war und ist zweifellos ein enormer Anreiz für westliche Tech-Unternehmen. Allerdings sind und bleiben Metas Plattformen - wie auch die meisten anderen ausländischen Angebote dieser Art - durch Chinas strenges Zensursystem, die sogenannte "Great Firewall", blockiert.

Die Vorwürfe gehen über die Zusammenarbeit mit China hinaus. Wynn-Williams behauptet auch, dass Meta Algorithmen einsetzte, um Teenager, die sich "verletzlich" fühlen, zu identifizieren und diese Informationen an Werbetreibende weiterzugeben. Sie gab zudem an, dass die meisten Facebook-Führungskräfte ihren eigenen Kindern nicht erlaubten, die Plattform zu nutzen.

Metas Reaktion auf die Vorwürfe

Meta hat die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen. In einer Stellungnahme gegenüber der BBC erklärte das Unternehmen, Wynn-Williams sei 2017 aufgrund "schlechter Leistung" entlassen worden. Meta bezeichnete sie als "Aktivistin" und nicht als Whistleblowerin. Das Unternehmen bestritt auch, jemals Tools angeboten zu haben, die auf den emotionalen Zustand von Nutzern abzielen.

Trotz der Dementis von Meta, hat Wynn-Williams eine Whistleblower-Beschwerde bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht. Sie reiht sich damit in eine Liste von Meta-Kritikern ein, zu denen auch die ehemalige Mitarbeiterin Frances Haugen gehört, die 2021 mit internen Dokumenten an die Öffentlichkeit ging und dem Unternehmen vorwarf, Profit über die Sicherheit der Nutzer zu stellen. In ihrer Beschwerde wirft Wynn-Williams Meta vor, Investoren in Bezug auf seine China-Strategie irregeführt zu haben.

Zuckerbergs China-Ambitionen

Zuckerbergs China-Ambitionen sind nicht neu. In einer Rede 2019 sprach er offen darüber, dass er Metas Dienste nach China bringen wollte, weil er an "die Verbindung der ganzen Welt" glaubte und "dachte, wir könnten helfen, eine offenere Gesellschaft zu schaffen". Er gab jedoch zu, dass es nie zu einer Einigung darüber kam, was nötig gewesen wäre, um dort zu operieren.

Zusammenfassung
  • Ex-Managerin wirft Meta enge Zusammenarbeit mit China bei Zensur vor
  • Zuckerberg erwog angeblich Zurückhaltung viraler Posts für China
  • Meta soll Entwickler für Zensurversionen bereitgestellt haben
  • Vorwürfe: Weitergabe von Teenager-Daten an Werbetreibende
  • Meta weist Anschuldigungen zurück und bezeichnet Ex-Managerin als Aktivistin
  • Whistleblower-Beschwerde bei SEC wegen Irreführung von Investoren
  • Zuckerbergs gescheiterte Ambitionen für Markteintritt in China

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