Lufthansa verkauft Boeing 747-8 als Ersatzteillager für Air Force One

Die US Air Force hat zwei Boeing 747-8 der Lufthansa für 400 Mio. Dollar gekauft, um die Versorgung der neuen Air Force One zu si­chern. Da die Produktion des Jumbo-Jets eingestellt wurde, dienen die Maschinen dem Militär nun als Ersatzteillager.
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Boeing

Ersatzteile für die Präsidentenmaschine

Die United States Air Force (USAF) hat den Erwerb von zwei Boeing 747-8 aus den Beständen der Lufthansa bestätigt. Der Kaufpreis für das Paket beläuft sich auf 400 Millionen Dollar (etwa 340 Millionen Euro). Das Ziel ist nicht der Ausbau der VIP-Transportkapazitäten für den Präsidenten, sondern die logistische Absicherung der neuen Flotte des Typs VC-25B.

Da Boeing die Produktion der 747-Reihe im Jahr 2022 endgültig eingestellt hat, steht das Militär vor der Herausforderung, eine nachhaltige Versorgungskette für die stark modifizierten Regierungsjets sicherzustellen. Ohne Zugriff auf eine funktionierende Fertigungslinie ist der Kauf gebrauchter Flugzeuge oft die einzige Option.

Das Programm der neuen Air Force One ist seit Jahren von massiven Kostenüberschreitungen und technischen Verzögerungen geplagt. Die beiden eigentlichen VC-25B-Flugzeuge waren ursprünglich gar nicht für die USA bestimmt, sondern wurden als sogenannte White Tails gebaut, die vom insolventen russischen Carrier Transaero nie abgenommen wurden. Das macht die Ersatzteilversorgung komplex, da es sich um eine Kleinstserie handelt. Die nun erworbenen Lufthansa-Maschinen sollen primär sicherstellen, dass Komponenten wie Triebwerke, Fahrwerksteile und Avionik über Jahrzehnte verfügbar bleiben.

Wie Simple Flying berichtet, handelt es sich bei den verkauften Jets um die Registrierungen D-ABYD ("Mecklenburg-Vorpommern") und D-ABYG ("Baden-Württemberg"). Lufthansa selbst kommentierte den direkten Verkauf an das US-Militär zwar nicht explizit, bestätigte aber eine strategische Modernisierung, bei der vier Jumbo-Jets die Flotte verlassen sollen.


Die Übergabe ist für das Jahr 2026 geplant. Das Timing ist kritisch, da sich die Indienststellung der eigentlichen neuen Air Force One aufgrund technischer Hürden immer weiter nach hinten verschoben hat. Aktuelle Prognosen gehen von einer Einsatzbereitschaft nicht vor Mitte 2028 aus. Bis dahin müssen Piloten und Bordmechaniker geschult werden, wofür eine der Lufthansa-Maschinen als dediziertes Trainingsflugzeug am Boden oder in der Luft dienen könnte, um die teuren Flugstunden der echten VC-25B zu schonen.

Logistische Notwendigkeit

Das Vorgehen der US-Regierung verdeutlicht die Problematik proprietärer Hardware, deren Produktion eingestellt wurde. Da es weltweit nur noch drei kommerzielle Betreiber der Passagierversion der 747-8 gibt - Lufthansa, Korean Air und Air China -, ist der Gebrauchtmarkt extrem eng. Die Frachtvariante 747-8F unterscheidet sich strukturell zu stark, etwa durch die aufklappbare Bugnase und den kürzeren Rumpf, um als perfekter Teilespender zu fungieren.

Dieses Verfahren ist als "Cannibalization" bekannt: Funktionierende Systeme werden ausgeschlachtet, um Legacy-Hardware am Laufen zu halten. Für die Lufthansa bietet das Geschäft einen willkommenen Weg, die Teilflotte zu einem soliden Marktpreis zu verkleinern, während die USAF die langfristige Wartbarkeit ihrer fliegenden Kommandozentralen sichert.

Haltet ihr es für sinnvoll, gebrauchte Passagiermaschinen für 400 Millionen Dollar zu kaufen, nur um sie als Ersatzteillager zu nutzen? Oder seht ihr hier eine Verschwendung von Steuergeldern? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • US Air Force kauft zwei Boeing 747-8 von Lufthansa für 400 Millionen Dollar
  • Flugzeuge sollen als Ersatzteillager für die neuen Air Force One Maschinen dienen
  • Boeing stellte die Produktion der 747-Reihe im Jahr 2022 endgültig ein
  • Die Übergabe der beiden Lufthansa-Jumbojets ist für das Jahr 2026 geplant
  • Das neue Air Force One Programm kämpft mit Verzögerungen und Kostenüberschreitungen
  • Eine der Maschinen könnte als Trainingsflugzeug für Piloten genutzt werden

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