Gigantische Weltraumkanone soll Satelliten mit Mach 23 ins All feuern

Raketenstarts sind teuer und komplex. Das Startup Longshot Space wählt daher einen radikal anderen Ansatz. Eine zehn Kilometer lange Weltraumkanone soll Satelliten per Druckluft ins All schießen. Ein Prototyp im kleinen Maßstab existiert bereits.
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WinFuture / KI-generiert

Per Druck ins All gefeuert

Unternehmen wie Elon Musks Space X mit seinem Starship und Jeff Bezos Blue Origin mit New Glenn versuchen, die Kosten für die Raumfahrt durch wiederverwendbare Raketen drastisch zu verringern. Das US-Startup Longshot Space Technologies hat zwar dasselbe Ziel, arbeitet aber an einem völlig anderen Konzept. Anstatt auf Raketen mit komplexen chemischen Triebwerken und komplizierten Landungen zu setzen, plant das Unternehmen den Bau einer gewaltigen Weltraumkanone.

Das Ziel ist ambitioniert. Denn mit der Kanone soll Fracht künftig für lediglich 10 Dollar pro Kilogramm in den niedrigen Erdorbit geschossen werden. Zum Vergleich: Der Start mit einer Falcon 9 von SpaceX kostet derzeit etwa 3000 Dollar pro Kilogramm.

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Das Funktionsprinzip des Systems von Longshot Space basiert auf einer mehrstufigen Gasinjektion. In einem Vakuumrohr wird ein keilförmiges Projektil durch sequenzielle Explosionen von komprimiertem Gas massiv beschleunigt. Ein bereits existierender, 36 Meter langer Prototyp in Oakland feuert laut Unternehmensangaben Projektile mit Geschwindigkeiten von über Mach 4. Derzeit bereitet das Team in Alameda, Kalifornien, eine größere Testanlage vor, bevor langfristig eine zehn Kilometer lange Kanone in der Wüste von Nevada entstehen soll.

Hitzeschutz und Physik

Die physikalischen Hürden für das Projekt sind jedoch enorm und es liegt noch viel Arbeit vor den Ingenieuren. Denn damit Nutzlasten den Orbit erreichen, ist eine Mündungsgeschwindigkeit von etwa Mach 23 erforderlich. Die Reibung der Atmosphäre führt bei diesem extremen Tempo zur sofortigen Bildung von Plasma und Temperaturen von über 1650 Grad Celsius.

Longshot Space: Protoyp der Hochdruck-WeltraumkanoneLongshot Space: Protoyp der Hochdruck-WeltraumkanoneLongshot Space: Protoyp der Hochdruck-WeltraumkanoneLongshot Space: Protoyp der Hochdruck-Weltraumkanone

Um Fracht wie etwa kleine Satelliten, Wasser, Treibstoff oder Baumaterialien vor der Hitze zu schützen, setzt Longshot Space auf das Prinzip der Massenablation, wie New Atlas berichtet. Dabei wird das eigentliche Nutzlastmodul von einer dicken Schicht an Schutzmaterial umhüllt. Während des Flugs durch die dichten Schichten der Atmosphäre verdampft diese äußere Hülle kontrolliert und führt die entstehende Hitze ab, ähnlich wie bei Wiedereintrittskörpern.

Für die mechanische Belastung der Fracht ist die enorme Länge des Laufs entscheidend. Je länger die Beschleunigungsstrecke ist, desto geringer fällt die Spitzenbelastung aus. Bei einer zehn Kilometer langen Kanone würde laut Berechnungen dennoch etwa die 500-fache Erdbeschleunigung auf die Fracht wirken. Dieser Wert ist für Menschen tödlich, für robuste Elektronik und Rohstoffe jedoch durchaus handhabbar.

Militär zeigt Interesse

Das Projekt hat bereits prominente Unterstützung gefunden, darunter Sam Altman von OpenAI sowie seitens der US-Regierung. Die Technologie weckt nämlich auch Begehrlichkeiten abseits der zivilen Raumfahrt. Das Militär zeigt Interesse an der Anlage für kostengünstige Überschalltests, da Windkanäle für diese Geschwindigkeiten oft unzureichend und Flugtests kostspielig sind.

Ob die Kanone im industriellen Maßstab wie geplant funktioniert und ob die Kosten im Vergleich zu Raketenstarts tatsächlich so drastisch gesenkt werden können, müssen kommende Tests allerdings erst noch zeigen.

Haltet ihr das Konzept einer Weltraumkanone für realistisch oder ist das reine Science-Fiction? Schreibt uns eure Einschätzung zur Machbarkeit gerne in die Kommentare. Wir sind gespannt auf eure Argumente!

Zusammenfassung
  • Zehn Kilometer lange Weltraumkanone soll Satelliten per Druckluft ins All schießen
  • Transportkosten von nur 10 Dollar pro Kilogramm statt 3000 Dollar bei SpaceX
  • Mehrstufige Gasinjektion beschleunigt keilförmiges Projektil in Vakuumröhre
  • Geschwindigkeit von Mach 23 und Schutz vor 1650 Grad durch Massenablation
  • Bei zehn Kilometern Beschleunigungsstrecke wirkt 500-fache Erdbeschleunigung
  • 36-Meter-Prototyp existiert bereits und feuert Projektile mit über Mach 4
  • Projekt erhält Unterstützung von OpenAIs Sam Altman und der US-Regierung

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