Hart im Nehmen: Diese Pflanze überlebt monatelang außerhalb der ISS

Forschende haben einen bemerkenswerten pflanzlichen Überlebenskünstler identifiziert: Ein Moos, das fast ein Jahr lang ungeschützt dem Weltraum ausgesetzt war, kehrte größtenteils intakt zur Erde zurück.
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Trotz massiver Strahlung

Wie ein internationales Team im Fachjournal iScience berichtet, überstanden mehr als 80 Prozent der Sporen in der Moos-Probe den neunmonatigen Aufenthalt an der Außenhülle der Internationalen Raumstation ISS. Anschließend waren sie weiterhin fortpflanzungsfähig.

Moose sind dafür bekannt, selbst unter extremen Bedingungen auf unserem Planeten zu gedeihen: Ob eisige Höhenlagen im Himalaja oder glühend heiße Wüsten wie dem Death Valley, die Pflanzen kommen mit enormen Belastungen zurecht. Diese natürliche Robustheit machte die Art Physcomitrium patens zu einem interessanten Kandidaten für Tests im Weltraum, wo Vakuum, Strahlung und extreme Temperaturwechsel eine harte Prüfung für jede Lebensform darstellen.


Zu Beginn des Experiments untersuchte das Team drei verschiedene Zelltypen aus unterschiedlichen Phasen des Fortpflanzungszyklus. Besonders widerstandsfähig zeigten sich sogenannte Sporophyten. Das sind Strukturen, in denen die Sporen geschützt heranwachsen. Diese Proben wurden 2022 in einer speziellen Expositionsplattform am japanischen Kibo-Modul der ISS befestigt und rund neun Monate lang den Bedingungen im All ausgesetzt.

Nach der Rückkehr zur Erde wartete eine Überraschung: Die meisten Sporen verhielten sich fast so, als hätten sie den Aufenthalt kaum gespürt. Laut Projektleiter Tomomichi Fujita von der Universität Hokkaido könnten die Sporen theoretisch sogar bis zu 15 Jahre im Weltraum überstehen, das lässt zumindest ein Modell vermuten, das aus den neuen Daten entwickelt wurde.

Forschung für die Zukunft

Ganz spurlos blieb die Weltraumreise jedoch nicht. Vor allem hochenergetisches UV-Licht beeinträchtigte die Proben: Pigmente wie Chlorophyll a, die für die Fotosynthese wichtig sind, waren in deutlich geringeren Mengen vorhanden. Das wirkte sich später auf das Wachstum aus. Dennoch verkraftete P. patens die Belastungen deutlich besser als andere bislang getestete Pflanzenarten. Vermutlich schützt das schwammartige Gewebe, das die Sporen umhüllt, vor Strahlung und Austrocknung.

Die Ergebnisse gehen über die Erforschung einer einzelnen Pflanzenart hinaus. Laut Fujita könnten widerstandsfähige Sporen eines Tages dabei helfen, biologische Grundlagen für Ökosysteme jenseits der Erde zu schaffen. Weitere Tests mit anderen Pflanzenarten sollen folgen - mit dem Ziel, besser zu verstehen, wie Leben fernab unseres Planeten überdauern könnte.

Zusammenfassung
  • Moos überlebt neun Monate im All und bleibt zu 80 Prozent intakt
  • Sporen der Art Physcomitrium patens bleiben fortpflanzungsfähig
  • Sporophyten erwiesen sich als besonders widerstandsfähig gegen Weltraumstress
  • Schwammartiges Gewebe um Sporen schützt vor Strahlung und Austrocknung
  • Hochenergetisches UV-Licht reduzierte Chlorophyll in den Moosproben
  • Forscherteam schätzt mögliche Überlebensdauer der Sporen auf bis zu 15 Jahre
  • Erkenntnisse könnten beim Aufbau von Ökosystemen jenseits der Erde helfen

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