Elon Musk soll hunderttausende Kinder auf dem Gewissen haben

Der Unternehmer Elon Musk bekam von den Tesla-Aktionären gerade das Anrecht auf Bonuszahlungen von bis zu einer Billion Dollar zugesprochen. Das steht im krassen Kontrast dazu, dass er für den Tod hunderttausender armer Kinder verantwortlich sein soll.
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Hilfsprogramme brachial zerschlagen

Hintergrund sind die Aktivitäten Musks für die derzeitige US-Regierung unter Donald Trump. Anfangs arbeitete Musk eng mit dieser zusammen und zerschlug unter anderem die Entwicklungshilfebehörde US AID. Die US-Administration bestreitet bis heute, dass dies zu schwerwiegenden humanitären Folgen geführt habe.

Ein ganz anderes Bild zeichnet die Dokumentation "Rovina's Choice" des US-Magazins The New Yorker. In dieser erhebt ein ehemaliger leitender Gesundheitsbeamter von US AID schwere Vorwürfe gegen die Regierung. In einem ausführlichen Bericht schildert der Mediziner, der seit 2022 die globalen Gesundheitsprogramme der Behörde leitete, welche Folgen die kurz nach dem Regierungswechsel angeordnete vollständige Aussetzung der Auslandshilfe aus seiner Sicht bereits habe.


US AID war in den vergangenen Jahrzehnten an einer Vielzahl internationaler Gesundheitsprojekte beteiligt, darunter Programme zur Eindämmung von HIV, Tuberkulose und Polio, Maßnahmen zur Senkung der Kindersterblichkeit sowie Unterstützung für Gesundheitssysteme in Krisenregionen wie der Ukraine. Nach Angaben des Beamten schätzte eine Analyse in der Fachzeitschrift The Lancet, dass die von US AID unterstützten Initiativen in den vergangenen 20 Jahren etwa 92 Millionen Menschenleben gerettet hätten.

Doch unmittelbar nach Trumps Vereidigung sei ein umfassender Stopp aller Hilfsleistungen verfügt worden, heißt es in dem Bericht. Für die Durchsetzung dessen war hauptsächlich Musk mit seiner DOGE-Behörde zuständig. Auch bereits gelieferte Medikamente und Lebensmittel durften nicht mehr verteilt werden. In den folgenden Wochen seien Programme eingestellt, Verträge aufgekündigt und große Teile des Personals entlassen worden.

Bisher 600.000 Opfer

Mehrere unabhängige Gesundheitsforscher kommen laut des Berichts inzwischen zu dramatischen Ergebnissen. Schätzungen zufolge seien bereits Hunderttausende Menschen an den indirekten Folgen des Wegfalls medizinischer Unterstützung gestorben. Konkret ist von 600.000 Opfern die Rede, etwa zwei Drittel davon seien Kinder.

Besonders betroffen seien Regionen wie Ostafrika, wo mobile Gesundheitsarbeiter bislang Mangelernährung früh erkannt und behandelt hätten. In Flüchtlingslagern in Kenia sei die Versorgungslage nach Angaben lokaler Kliniken inzwischen "dramatisch verschlechtert".

Beobachter warnen, dass sich das volle Ausmaß erst in den kommenden Jahren zeigen werde. Krankheiten wie HIV oder Tuberkulose brauchten oft lange, bis fehlende Behandlungen in den Statistiken sichtbar werden. Eine genaue internationale Erfassung der Sterblichkeit wird erst 2027 erwartet. Der ehemalige USAID-Beamte fordert nun eine öffentliche Aufarbeitung. Die betroffenen Gemeinden und Helfer dürften nicht unsichtbar bleiben, heißt es in seinem Bericht.

Zusammenfassung
  • Ehemaliger US-AID-Gesundheitsbeamter erhebt Vorwürfe in Dokumentation
  • Musks DOGE-Behörde stoppte zahlreiche lebenswichtige Hilfsprogramme
  • Schätzungsweise 600000 Todesfälle, davon circa zwei Drittel Kinder
  • Besonders betroffen sind Regionen in Ostafrika mit verschlechterter Lage
  • Volle Auswirkungen werden erst in den kommenden Jahren sichtbar werden
  • Internationale Erfassung der Sterblichkeit wird erst 2027 erwartet

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