Cookie-Banner adieu? EU will Zustimmungs-Zwang überarbeiten
Seit mittlerweile zehn Jahren verlangen praktisch alle Websites von Nutzern aus der Europäischen Union die Zustimmung, was die Hinterlegung von Cookies auf dem jeweiligen Endgerät angeht. Jetzt versucht man eine bessere Lösung zu finden, auch weil die Cookie-Banner kaum den gewünschten Effekt haben.
Nach den aktuellen Regelungen müssen Websites immer die ausdrückliche Zustimmung eines Nutzers abfragen, bevor Daten in Form von Cookies auf dem jeweiligen Gerät abgelegt werden. Dabei müssen sie auch "klare und ausführliche Informationen" über den Zweck der Cookies liefern. Das Resultat ist eine Flut von Cookie-Bannern, die Nutzer aus Europa praktisch bei jedem Website-Aufruf im Internet begrüßen.
Die EU-Kommission will nun mit "Anpassungen" der strikten Vorgaben für Cookie-Banner dafür sorgen, dass die Wirkung der mittlerweile oft ignorierten bzw. kaum noch relevanten Zustimmungsaufforderungen verbessert wird, weil viele Nutzer einfach ohne Überlegung zustimmen. Angedacht sind etwa Ausnahmen oder die Möglichkeit, über den Browser zentralisierte Einstellungen für den Umgang mit Cookies vorzunehmen.
Für die Vertreter der Industrie geht es vor allem darum, die Hürden für die Verteilung ihrer Tracking-Maßnahmen zu reduzieren, weil Cookies noch immer essenzieller Teil der Werbevermarktung im Internet sind. Zu den angedachten Änderungen gehören mehr Ausnahmen, wobei es eigentlich schon die Option gibt, dass die Nutzer nur der Hinterlegung "essentieller Cookies" zustimmen.
Genau darin sehen auch Datenschützer ein Problem, weil es eigentlich bereits klare Regelungen für derartige Cookies gibt. Mehr Ausnahmen würden ihrer Meinung nach nur den Werbevermarktern zugutekommen, während die "digitalen Rechte" der Nutzer weiter ausgehöhlt werden. Infografik Tracking: Die Cookie-Skepsis ist in Finnland besonders groß
Siehe auch:
Cookie-Banner sollen relevanter werden
Die Europäische Kommission sucht derzeit Wege, um die Belastung der Internetnutzer durch die aufgrund hiesiger Datenschutzvorschriften nötigen sogenannten Cookie-Banner zu reduzieren. Laut einem Bericht des Magazins Politico hat die Kommission kürzlich Vertreter der Internet-Branche und anderer Organisationen darüber informiert, dass man die sogenannte "e-Privacy"-Direktive überarbeiten will.Nach den aktuellen Regelungen müssen Websites immer die ausdrückliche Zustimmung eines Nutzers abfragen, bevor Daten in Form von Cookies auf dem jeweiligen Gerät abgelegt werden. Dabei müssen sie auch "klare und ausführliche Informationen" über den Zweck der Cookies liefern. Das Resultat ist eine Flut von Cookie-Bannern, die Nutzer aus Europa praktisch bei jedem Website-Aufruf im Internet begrüßen.
Die EU-Kommission will nun mit "Anpassungen" der strikten Vorgaben für Cookie-Banner dafür sorgen, dass die Wirkung der mittlerweile oft ignorierten bzw. kaum noch relevanten Zustimmungsaufforderungen verbessert wird, weil viele Nutzer einfach ohne Überlegung zustimmen. Angedacht sind etwa Ausnahmen oder die Möglichkeit, über den Browser zentralisierte Einstellungen für den Umgang mit Cookies vorzunehmen.
Für die Vertreter der Industrie geht es vor allem darum, die Hürden für die Verteilung ihrer Tracking-Maßnahmen zu reduzieren, weil Cookies noch immer essenzieller Teil der Werbevermarktung im Internet sind. Zu den angedachten Änderungen gehören mehr Ausnahmen, wobei es eigentlich schon die Option gibt, dass die Nutzer nur der Hinterlegung "essentieller Cookies" zustimmen.
Genau darin sehen auch Datenschützer ein Problem, weil es eigentlich bereits klare Regelungen für derartige Cookies gibt. Mehr Ausnahmen würden ihrer Meinung nach nur den Werbevermarktern zugutekommen, während die "digitalen Rechte" der Nutzer weiter ausgehöhlt werden. Infografik Tracking: Die Cookie-Skepsis ist in Finnland besonders groß
Zusammenfassung
- EU-Kommission sucht nach Alternativen zu Cookie-Bannern nach zehn Jahren
- Cookie-Banner werden meist ignoriert oder ohne Überlegung akzeptiert
- Geplant sind Ausnahmen oder zentrale Einstellungen über den Browser
- Werbeindustrie möchte die Hürden für ihre Tracking-Maßnahmen reduzieren
- Datenschützer befürchten Aushöhlung digitaler Nutzerrechte bei mehr Ausnahmen
- Überarbeitung der e-Privacy-Direktive soll bessere Wirksamkeit bringen
Siehe auch:
- Milliarden gestohlene Cookies sind auf dem Schwarzmarkt im Umlauf
- Nervige Cookie-Banner ade? Bundesregierung plant Alternative
- Google Chrome: Der Cookie-Tod muss wohl endgültig abgesagt werden
- Google Chrome: Abschaffung von Drittanbieter-Cookies verzögert sich
- Cookies: Webseiten ignorieren vielfach Nutzereinstellungen
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