RAM-Klage gegen Corsair: Millionenstrafe wegen irreführender Werbung

Corsair muss 5,5 Millionen Dollar zahlen - eine Sammelklage wegen irreführender Werbung zur RAM-Geschwindigkeit war erfolgreich. Die beworbene XMP-Taktung erfordert manuelle BIOS-Ak­ti­vie­run­gen, was nicht klar kommuniziert wurde.
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Millionen-Vergleich nach RAM-Klage

Corsair Gaming hat eine dreijährige Sammelklage über irreführende Werbung für DDR4- und DDR5-Arbeitsspeicher verloren und muss nun 5,5 Millionen US-Dollar (etwa 4,7 Millionen Euro) an betroffene Kunden zahlen. Der Vergleich wurde bereits im Juli vorläufig vom Gericht genehmigt und betrifft US-Käufer be­stimm­ter Corsair-Speichermodule im Zeitraum zwischen Januar 2018 und Juli 2025.

Die ursprünglich im Januar 2022 eingereichte Klage bemängelte, dass Corsair seine DDR4- und DDR5-Speicher mit XMP-Geschwindigkeiten beworben habe, ohne ausreichend zu erklären, dass diese nicht standardmäßig erreicht werden. Die beworbenen Geschwindigkeiten erfordern eine manuelle Aktivierung der XMP-Profile im BIOS, was mit Risiken verbunden ist und nicht immer erfolgreich funktioniert.


Das Problem mit XMP-Geschwindigkeiten

Konkret betrifft der Vergleich DDR4-Speicher mit beworbenen Geschwindigkeiten über 2133 MHz und DDR5-Module über 4800 MHz - den jeweiligen JEDEC-Standards. Diese Standards definieren die Grundgeschwindigkeiten, mit denen RAM-Module standardmäßig arbeiten, während XMP-Profile eine Form der Übertaktung darstellen.

Die meisten Enthusiast-Speichermodule werden mit mehreren Profilen ausgeliefert: konservative JEDEC-Einstellungen für maximale Kompatibilität und aggressive XMP-Profile für höhere Leistung. Corsair-Module starten zunächst mit den sichereren JEDEC-Einstellungen, um einen erfolgreichen ersten Systemstart zu gewährleisten.

Branchenweites Phänomen

Die Kläger argumentierten, dass Corsair Millionen von Dollar durch die irreführende Bewerbung ihrer Hoch­ge­schwin­dig­keits-Spei­cher­pro­duk­te verdient habe. Allerdings ist dieses Phänomen nicht einzigartig für Corsair - praktisch alle Speicherhersteller bewerben ihre Produkte mit XMP-Geschwindigkeiten statt den JEDEC-Basiswerten.

Berechtigte Kunden können bis zu fünf Ansprüche ohne Kaufnachweis geltend machen, bei mehr Käufen ist ein Nachweis erforderlich. Die Anmeldefrist endet am 28. Oktober 2025, eine finale Gerichtsentscheidung ist für den 8. Januar 2026 geplant. Auszahlungen erfolgen jedoch ausschließlich an US-Kunden.

Auswirkungen auf die Industrie

Als Teil des Vergleichs verpflichtet sich Corsair zudem, seine Produktverpackungen und Webseiten zu überarbeiten und klarere Hinweise auf die Übertaktungsnatur der beworbenen Geschwindigkeiten zu geben. Dies könnte Signalwirkung für die gesamte Speicherindustrie haben, da andere Hersteller ähnliche Werbestrategien verwenden.

Habt ihr schon mal Probleme mit XMP-Profilen erlebt oder war euch der Unterschied zu JEDEC-Standards bewusst? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Corsair zahlt 5,5 Millionen Dollar wegen irreführender RAM-Werbung
  • XMP-Geschwindigkeiten erfordern manuelle BIOS-Aktivierung durch Nutzer
  • Sammelklage betrifft US-Käufer von Speichermodulen seit Januar 2018
  • Betroffene Module: DDR4 über 2133 MHz und DDR5 über 4800 MHz
  • Anmeldefrist für Entschädigungsansprüche endet am 28. Oktober 2025
  • Corsair verpflichtet sich zu besserer Kennzeichnung der Übertaktung

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