Trotz der Probleme: Elektronische Patientenakte wird ausgeweitet
Rund 69 Millionen Deutsche nutzen bereits die elektronische Patientenakte, kurz ePA. Jetzt kommen Push-Benachrichtigungen und ein neuer Medikationsplan - doch es gibt auch weiterhin Diskussionen um den Datenschutz.
Die Gematik, zuständig für die Ausgestaltung der ePA, treibt damit die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter voran. Ziel ist es, sowohl die Sicherheit bei der Medikamenteneinnahme zu erhöhen als auch Patienten mehr Transparenz über ihre Behandlung zu geben.
Künftig können auch individuelle Uhrzeiten, wechselnde Dosierungen oder spezielle Einnahmeintervalle dokumentiert werden. Zusätzlich lassen sich Betäubungsmittel-Rezepte nachtragen, die bislang nicht elektronisch verfügbar sind. Ärzte und Apotheker können außerdem rezeptfreie Präparate wie Nasensprays oder Schmerzmittel ergänzen, um Wechselwirkungen besser beurteilen zu können.
Zusätzlich sollen pseudonymisierte Daten der ePA standardmäßig an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit übermittelt werden, sofern die Nutzer gesetzlich krankenversichert sind. Während dies medizinische Forschung stärken soll, gibt es auch weiterhin datenschutzrechtliche Vorbehalte. Der vollständige Funktionsumfang soll bis Anfang 2027 verfügbar sein.
Was haltet ihr von den geplanten Erweiterungen der ePA? Seht ihr die neuen Funktionen als Verbesserung für die Patientenversorgung oder habt ihr Bedenken bezüglich Datenschutz und Komplexität?
Siehe auch:
Neue Funktionen für die elektronische Patientenakte
Die elektronische Patientenakte (ePA) erhält nun wichtige Erweiterungen. Die Gesellschafter der Gematik haben neue Spezifikationen beschlossen, die den Medikationsprozess digital unterstützen und die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) verbessern sollen.Die Gematik, zuständig für die Ausgestaltung der ePA, treibt damit die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter voran. Ziel ist es, sowohl die Sicherheit bei der Medikamenteneinnahme zu erhöhen als auch Patienten mehr Transparenz über ihre Behandlung zu geben.
Elektronischer Medikationsplan mit individuellen Dosierungen
Der neue digitale Medikationsprozess (dgMP) umfasst eine elektronische Medikationsliste (eML) sowie einen erweiterten Medikationsplan (eMP). Dieser enthält strukturierte Dosierangaben und Einnahmehinweise, die über die bisherige, auf vier Einnahmezeiten beschränkte Liste hinausgehen.Künftig können auch individuelle Uhrzeiten, wechselnde Dosierungen oder spezielle Einnahmeintervalle dokumentiert werden. Zusätzlich lassen sich Betäubungsmittel-Rezepte nachtragen, die bislang nicht elektronisch verfügbar sind. Ärzte und Apotheker können außerdem rezeptfreie Präparate wie Nasensprays oder Schmerzmittel ergänzen, um Wechselwirkungen besser beurteilen zu können.
Push-Benachrichtigungen für mehr Kontrolle
Neu sind auch Push-Benachrichtigungen: Versicherte erhalten über ihre Krankenkassen-Apps Hinweise, wenn jemand auf ihre ePA zugreift. Diese Mitteilungen zeigen an, welcher Leistungserbringer zu welchem Zeitpunkt auf welche Dokumente geschaut hat. Damit wird ein häufig geäußerter Kritikpunkt an der ePA aufgegriffen. Auf Wunsch können Nutzer die Funktion deaktivieren. Infografik e-Patientenakte & e-Rezept: Diagnose Digitalisierungsdefizit
Stufenweise Einführung
Die neuen Funktionen starten 2026 zunächst in ausgewählten Testregionen. Damit soll die Praxistauglichkeit unter realen Bedingungen geprüft werden, bevor der bundesweite Rollout beginnt. Die ursprünglich für Sommer 2025 geplante Einführung des dgMP wurde auf März 2026 verschoben.Weitere Ausbaustufen geplant
In einer späteren Version kommt eine Volltextsuche hinzu, die Ärzten die Arbeit erleichtert.Zusätzlich sollen pseudonymisierte Daten der ePA standardmäßig an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit übermittelt werden, sofern die Nutzer gesetzlich krankenversichert sind. Während dies medizinische Forschung stärken soll, gibt es auch weiterhin datenschutzrechtliche Vorbehalte. Der vollständige Funktionsumfang soll bis Anfang 2027 verfügbar sein.
Was haltet ihr von den geplanten Erweiterungen der ePA? Seht ihr die neuen Funktionen als Verbesserung für die Patientenversorgung oder habt ihr Bedenken bezüglich Datenschutz und Komplexität?
Was bringt der neue Medikationsplan?
Der elektronische Medikationsplan (eMP) ergänzt die bestehende Medikationsliste um strukturierte Dosierangaben und Einnahmehinweise. Damit lassen sich auch komplexe Dosierschemata abbilden, die über das bisherige 4er-Schema hinausgehen.
Für Ärzt:innen und Apotheker:innen bedeutet das: mehr Übersicht und bessere Abstimmung bei der Arzneimitteltherapie. Patient:innen profitieren von höherer Sicherheit und weniger Wechselwirkungen.
Für Ärzt:innen und Apotheker:innen bedeutet das: mehr Übersicht und bessere Abstimmung bei der Arzneimitteltherapie. Patient:innen profitieren von höherer Sicherheit und weniger Wechselwirkungen.
Wie funktionieren die Push-Benachrichtigungen?
Versicherte erhalten künftig eine Push-Nachricht über die App ihrer Krankenkasse, wenn auf ihre ePA zugegriffen wird. Das schafft mehr Transparenz und Kontrolle über die eigenen Gesundheitsdaten.
Die Funktion soll ab 2026 verfügbar sein. Vorab wird sie in Modellregionen getestet, um technische und organisatorische Abläufe zu optimieren.
Die Funktion soll ab 2026 verfügbar sein. Vorab wird sie in Modellregionen getestet, um technische und organisatorische Abläufe zu optimieren.
Welche Medikamente können ergänzt werden?
Neben verschreibungspflichtigen Arzneien können künftig auch rezeptfreie Präparate (OTC) wie Paracetamol oder Nasensprays in der ePA dokumentiert werden. Ebenso ist das Nachtragen von BtM-Rezepten möglich, die bisher nicht digital verschrieben werden können.
Diese Ergänzungen ermöglichen ein vollständigeres Bild der tatsächlichen Medikation - ein Plus für die Behandlungsqualität.
Diese Ergänzungen ermöglichen ein vollständigeres Bild der tatsächlichen Medikation - ein Plus für die Behandlungsqualität.
Wann starten die neuen Funktionen?
Die Einführung der erweiterten Medikationsfunktionen und Push-Benachrichtigungen ist für das Jahr 2026 geplant. Zunächst erfolgt eine Pilotphase in ausgewählten Modellregionen.
Die vollständige Umsetzung aller beschlossenen Funktionen, inklusive weiterer Features wie Volltextsuche, soll Anfang 2027 abgeschlossen sein.
Die vollständige Umsetzung aller beschlossenen Funktionen, inklusive weiterer Features wie Volltextsuche, soll Anfang 2027 abgeschlossen sein.
Was ist die Volltextsuche in der ePA?
Die geplante Volltextsuche soll es ermöglichen, gezielt nach Begriffen oder Inhalten innerhalb der ePA-Dokumente zu suchen. Das erleichtert die Informationssuche für medizinisches Fachpersonal erheblich.
Die Funktion befindet sich in der Planung und soll in einer späteren Ausbaustufe - voraussichtlich bis Anfang 2027 - eingeführt werden.
Die Funktion befindet sich in der Planung und soll in einer späteren Ausbaustufe - voraussichtlich bis Anfang 2027 - eingeführt werden.
Wer kann auf meine ePA zugreifen?
Nur autorisierte Ärzt:innen, Apotheker:innen oder medizinisches Fachpersonal dürfen mit Ihrer Zustimmung auf Ihre ePA zugreifen. Die neuen Push-Benachrichtigungen informieren Sie künftig in Echtzeit über solche Zugriffe.
Damit wird die Kontrolle über Ihre Gesundheitsdaten gestärkt - Sie behalten stets den Überblick, wer wann auf Ihre Akte schaut.
Damit wird die Kontrolle über Ihre Gesundheitsdaten gestärkt - Sie behalten stets den Überblick, wer wann auf Ihre Akte schaut.
Wie sicher sind meine Daten in der ePA?
Die ePA unterliegt strengen Datenschutzvorgaben nach DSGVO und wird durch moderne Verschlüsselungs- und Zugriffskontrollsysteme geschützt. Die geplanten Push-Benachrichtigungen erhöhen zusätzlich die Transparenz.
Laut Gematik werden alle Änderungen vor der Einführung in Modellregionen getestet, um Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Laut Gematik werden alle Änderungen vor der Einführung in Modellregionen getestet, um Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Zusammenfassung
- Elektronische Patientenakte erreicht über 69 Millionen Nutzer bundesweit
- Verbesserter Medikationsprozess mit komplexeren Dosierschemata geplant
- Neue Funktion erlaubt Nachtragung von Betäubungsmitteln und OTC-Produkten
- Push-Benachrichtigungen informieren Patienten über Zugriffe auf ihre Daten
- Einführung der neuen Funktionen beginnt in Testregionen ab März 2026
- Spätere Ausbaustufen beinhalten Volltextsuche und Forschungsdatennutzung
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