Facebook: Krebspatienten von Werbung für Scharlatane überflutet
Auch wenn es manchmal nicht so aussieht: Die Zielgruppen-Analyse der Werbeabteilung Facebooks funktioniert oft ziemlich gut. Und gut genug, um beispielsweise verzweifelten Krebspatienten Anzeigen von allerlei Scharlatanen unterzujubeln.
Wenn man vom Algorithmus des Social Networks oder auch der Schwesterplattform Instagram als Betroffener identifiziert wurde, wird man schnell mit Anzeigen voller Heilversprechen überzogen, berichtet das US-Magazin Technology Review. Dieses kommt nach Analysen des Problemfelds zu dem Schluss, dass der Mutterkonzern Meta durchaus beträchtlich von den Werbeschaltungen profitiert, die kranken Menschen nutzlose Therapien verkaufen wollen.
Eines der aufgeführten Beispiele ist ein Mittel namens Apatone. Dieses wird vollmundig damit beworben, dass es dem Krebs den Garaus mache. Wissenschaftliche Belege für diese Behauptung oder eine behördliche Zulassung als Medikament gibt es allerdings nicht. Und US-Bürger können die Behandlung aufgrund dessen auch nicht in ihrer unmittelbaren Umgebung bekommen, sondern müssen für eine Behandlung in eine Privatklinik namens CHIPSA nach Mexiko reisen.
Auf Facebook bezeichnet sich die Einrichtung selbst als "Vorreiter" in der Krebsforschung. Doch die "diätetische Therapie" des Krankenhauses, das sogenannte Gerson-Protokoll, ist "völliger Unsinn", erklärte David Gorski, chirurgischer Onkologe an der Wayne State University in Michigan und leitender Redakteur der Website Science-Based Medicine. Das vermeintliche Therapie-Programm besteht aus einer speziellen Diät und häufigen "Entgiftungs"-Prozeduren und wurde eigentlich in den 1920er Jahren von einem deutschen Arzt zur Behandlung von Migräne entwickelt.
Siehe auch:
Eines der aufgeführten Beispiele ist ein Mittel namens Apatone. Dieses wird vollmundig damit beworben, dass es dem Krebs den Garaus mache. Wissenschaftliche Belege für diese Behauptung oder eine behördliche Zulassung als Medikament gibt es allerdings nicht. Und US-Bürger können die Behandlung aufgrund dessen auch nicht in ihrer unmittelbaren Umgebung bekommen, sondern müssen für eine Behandlung in eine Privatklinik namens CHIPSA nach Mexiko reisen.
Auf Facebook bezeichnet sich die Einrichtung selbst als "Vorreiter" in der Krebsforschung. Doch die "diätetische Therapie" des Krankenhauses, das sogenannte Gerson-Protokoll, ist "völliger Unsinn", erklärte David Gorski, chirurgischer Onkologe an der Wayne State University in Michigan und leitender Redakteur der Website Science-Based Medicine. Das vermeintliche Therapie-Programm besteht aus einer speziellen Diät und häufigen "Entgiftungs"-Prozeduren und wurde eigentlich in den 1920er Jahren von einem deutschen Arzt zur Behandlung von Migräne entwickelt.
Maßnahmen bewirken das Gegenteil
Bisher ist nicht zu erkennen, dass Facebook proaktiv etwas gegen solche Anzeigen, die es in verschiedenster Form gibt, unternimmt. Das Unternehmen beschränkt sich laut des Berichtes in der Regel darauf, die Werbung zu entfernen, wenn es entsprechende Beschwerden gibt. Ein Betroffener, der sich näher mit der Sache befasste, kam sogar zu dem Schluss, dass man mehr solcher irreführenden Anzeigen zu sehen bekommt, seit Facebook neue Richtlinien eingeführt hat, die deren Reichweite eigentlich einschränken sollten. Ähnliches wurde dem Konzern auch schon bei anderen Themen dieser Art zum Vorwurf gemacht - zuletzt natürlich auch, als diverse Falschinformationen über Covid-19 auf der Plattform kursierten.Siehe auch:
Thema:
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