YouTube-Alternative Vimeo wird nach Italien verkauft

Im Ringen um die Aufmerksamkeit der Web-User kann Vimeo im Vergleich zu YouTube schon lange nicht mehr mithalten. Jetzt kauft ein Investor aus Italien die Videoplattform, wobei offen ist, wie es mit dem inzwischen vor allem an professionelle User gerichteten Angebot weitergehen soll.
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Vimeo geht an umstrittene italienische Firma

Vimeo wird von der in Mailand ansässigen italienischen Technologiefirma Bending Spoons übernommen. Die einst als YouTube-Alternative gestartete Plattform soll zu einem Preis von knapp 1,38 Milliarden Dollar bzw. 1,2 Milliarden Euro verkauft werden, wobei für jede Aktie 7,85 US-Dollar fließen. Nach Abschluss der Übernahme soll Vimeo nicht mehr an der Börse gehandelt werden.

Vimeo habe vor dem jetzt beschlossenen Verkauf an Bending Spoons alle strategischen Alternativen diszipliniert geprüft, hieß es. Der Dienst war zuletzt immer mehr darauf ausgerichtet worden, ein professionelles Publikum zu bedienen, das aus Filmemachern und anderen kreativ arbeitenden Kunden besteht. Vimeo war einst 2007 der erste Betreiber einer Video-Streaming-Plattform, bei dem Videos in hoher Auflösung hochgeladen werden konnten.

Bending Spoons erhöht gern mal die Preise seiner Dienste

Das Unternehmen hatte zuletzt sein "Software as a Service"-Angebot (SaaS) immer weiter ausgebaut und bietet im Rahmen seiner Abonnements unter anderem erweiterte Privatsphäreeinstellungen und einen werbefreien Player. Im Schatten von Googles übermächtigem Streaming-Dienst YouTube hatte es Vimeo durchaus nicht immer leicht.

Bending Spoons hat es mit dem Zukauf diverser, oft auch angeschlagener Web-Dienste mittlerweile zu einem Marktwert von gut 2,5 Milliarden Dollar gebracht. Zum Portfolio des Investors gehören unter anderem der Datei-Sharing-Dienst WeTransfer und die Notiz-Lösung Evernote. Infolge der Übernahme von Evernote hatte man mit einigen zweifelhaften Entscheidungen für Frust unter den Nutzern gesorgt.

So entließ Bending Spoons nicht nur die gesamte US-Belegschaft und verlagerte die Entwicklung von Evernote vollständig nach Europa. Obendrein erfolgten immer wieder teilweise drastische Preiserhöhungen, wobei aktuell anscheinend erneut höhere Preise im Raum stehen, die selbst für viele langjährige Kunden problematisch sein dürften.

Zusammenfassung
  • Vimeo wird für 1,38 Milliarden Dollar an Bending Spoons verkauft
  • Nach der Übernahme wird Vimeo nicht mehr an der Börse gehandelt
  • Die Plattform fokussiert sich zunehmend auf professionelle Nutzer
  • Bending Spoons besitzt bereits WeTransfer und Evernote im Portfolio
  • Der italienische Investor hat einen Marktwert von 2,5 Milliarden Dollar
  • Bei früheren Übernahmen sorgte Bending Spoons für Kontroversen
  • Vimeo bot 2007 als Erster Videos in hoher Auflösung an

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