Dauerregelung: Mindestens 80 Dollar Zoll auf fast alle Pakete in die USA

Die USA beenden die Zollbefreiung für Warensendungen mit einem Wert unter 800 Dollar. Damit entfällt eine jahrzehntelange Regelung, die ursprünglich eingeführt wurde, um den internationalen Onlinehandel und kleinere Unternehmen zu unterstützen.
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Hohe Zusatzeinnahmen

Nach Angaben der Trump-Regierung gilt für eine Übergangszeit von sechs Monaten ein Pauschalsystem: Ausländische Postdienstleister können für ihre Pakete einen festen Zollbetrag zwischen 80 und 200 Dollar entrichten - abhängig vom Herkunftsland.

Ab 12:01 Uhr Ortszeit am Freitag erhebt die Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) reguläre Zollsätze auf sämtliche Importe, unabhängig vom Warenwert. Die Maßnahme weitet die bereits im Mai erfolgte Aufhebung der sogenannten de Minimis-Regelung für Sendungen aus China und Hongkong auf alle Länder aus. Seitdem habe die Behörde über 492 Millionen Dollar an zusätzlichen Zolleinnahmen verbucht, erklärte ein Regierungsvertreter.


Das Weiße Haus begründet die Abschaffung der Geringfügigkeit vor allem mit Sicherheitsaspekten. Handelsberater Peter Navarro sprach von einem "tödlichen Schlupfloch", das die Einfuhr von Fentanyl und anderen illegalen Substanzen begünstigt habe. Mit dem Ende der Ausnahme würden nicht nur "tausende Menschenleben geschützt", sondern auch bis zu zehn Milliarden Dollar jährlich in die Staatskasse fließen.

Vorerst Pauschalen

Für internationale Versanddienstleister wie FedEx, UPS und DHL bedeutet die neue Regel, dass sie künftig die Zollgebühren direkt einziehen und entsprechende Formalitäten abwickeln müssen. Postgesellschaften im Ausland haben die Wahl, entweder den tatsächlichen Warenwert zu verzollen oder vorübergehend die Pauschalsätze anzuwenden.

Diese betragen laut CBP-Leitlinien 80 Dollar für Länder mit US-Zollsätzen unter 16 Prozent - etwa für Großbritannien und die EU -, 160 Dollar bei Zollsätzen zwischen 16 und 25 Prozent, wie in Indonesien oder Vietnam, sowie 200 Dollar für Länder mit höheren Abgaben, darunter China, Indien, Brasilien und Kanada. Spätestens ab dem 28. Februar 2026 müssen jedoch alle Sendungen nach ihrem realen Wert verzollt werden.

Bestehen bleibt einzig eine Ausnahmeregelung für Privatpersonen. Freunden oder Verwandten in den USA kann man weiterhin Geschenke im Wert von maximal 100 Dollar schicken, ohne hierfür Zoll bezahlen zu müssen. Am stärksten wird die neue Regelung Verbraucher treffen, die bisher gern bei chinesischen Plattformen wie Temu oder Shein einkauften - diese hatten zuletzt versucht, die für Sendungen aus China bereits geltenden Abgaben durch den Versand aus anderen Ländern zu umgehen.

Zusammenfassung
  • USA beenden die Zollbefreiung für Warensendungen unter 800 Dollar endgültig
  • Pauschalsystem mit Zollbeträgen zwischen 80 und 200 Dollar je nach Herkunft
  • Seit Mai bereits 492 Millionen Dollar an zusätzlichen Zolleinnahmen verbucht
  • Weißes Haus begründet die Abschaffung mit Sicherheitsaspekten und Fentanyl-Gefahr
  • Internationale Versanddienstleister müssen Zollgebühren direkt einziehen
  • Ab 28. Februar 2026 müssen alle Sendungen nach realem Wert verzollt werden
  • Nur Geschenke unter 100 Dollar von Privatpersonen bleiben zollbefreit

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