Deutschland bekommt TSMC-Werk für Freigabe von U-Boot-Technik

Es dürfte ein symbolträchtiger Akt im Rahmen der sogenannten "Chip-Diplomatie" sein: Um TSMC zum Bau des neuen Halbleiterwerkes in Dresden zu bewegen, soll der Export wichtiger Rüstungsgüter an Taiwan freigegeben worden sein.
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Andere Prioritäten

Nach Angaben eines Militärinsiders habe Deutschland zugestimmt, mehrere Schlüssel­technologien an Taiwan zu liefern, berichtete das taiwanische Magazin CTEE. Dazu gehören ein U-Boot-Haupttriebwerk, ein elektrooptisches Periskop sowie moderne Radarsysteme für neue Korvetten.

Diese Entscheidung markiert einen durchaus bemerkenswerten Kurswechsel in der deutschen Rüstungspolitik gegenüber Taiwan. Deutschland gehört zu den weltweit führenden U-Boot-Herstellern. Bisher hatte Berlin jedoch jegliche Lieferung sogenannter "Red-Zone"-Komponenten, also kritischer Technologien für den U-Boot-Bau, an Taiwan verweigert. Hintergrund dessen dürfte es gewesen sein, keine zu großen Unstimmigkeiten mit dem wichtigen Handelspartner China aufkommen zu lassen. Die Prioritäten verschoben sich allerdings mit der Regierungsübernahme der damaligen Ampel-Koalition.


Der Prototyp des ersten taiwanischen Eigenbaus, die Haikun, musste bislang auf Technik aus Schweden, den USA und Großbritannien zurückgreifen, die nicht ganz den Möglichkeiten entsprach. Mit dem jetzt möglichen Einsatz deutscher Komponenten würden verschiedene Verbesserungen möglich werden.

Die Motoren stammen vom deutschen Hersteller MTU, dessen Antriebe bereits auf mehreren taiwanischen Marineschiffen zum Einsatz kommen. In der Vergangenheit kam es allerdings zu Problemen mit überteuerten Ersatzteilen durch Zwischenhändler. Um dies künftig zu vermeiden, will das taiwanische Militär direkt beim Hersteller bestellen.

Weniger Abhängigkeit

Auch im Bereich der Sensorik kommt es zu einer bedeutenden Änderung: Nachdem der US-Zulieferer L3 die pünktliche Lieferung eines elektrooptischen Periskops nicht einhalten konnte, sprang nun offenbar ein deutscher Hersteller ein - und füllt damit eine kritische Lücke im laufenden Bauprogramm für U-Boote.

Überdies wird auch ein neuer deutsch-taiwanischer Rüstungsdeal konkret: Deutschland liefert fortschrittliche Radarsysteme für Taiwans nächste Generation von Leicht-Fregatten. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding (MoU) wurde laut Berichten bereits von taiwanischen und deutschen Stellen unterzeichnet. All dies, damit Deutschland im Gegenzug ein modernes Chipwerk erhält, in dem wichtige Komponenten für die hiesige Industrie produziert werden, was vor allem die Abhängigkeit von in Krisenzeiten anfälligen langen Seewegen reduziert.

Zusammenfassung
  • Deutschland gibt Taiwan U-Boot-Technik im Austausch für TSMC-Werk
  • Freigabe von Schlüsseltechnologien wie Triebwerk und Periskop für Taiwan
  • Bemerkenswerte Wende in deutscher Rüstungspolitik gegenüber Taiwan
  • Direktbestellung bei MTU soll überteuerte Ersatzteile durch Händler vermeiden
  • Deutscher Hersteller liefert Periskop nach Lieferproblemen des US-Zulieferers
  • Fortschrittliche deutsche Radarsysteme für taiwanische Fregatten
  • Chipwerk soll Deutschlands Abhängigkeit von langen Lieferwegen reduzieren

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