Forscher wecken Hoffnung:
Kaffee-Trinker altern langsamer
Kaffee könnte mehr als nur wach machen: Neue Forschungsergebnisse aus England zeigen, dass das Koffein den zellulären Alterungsprozess verlangsamen kann. Der Wachmacher aktiviert dabei einen uralten Energiesensor namens AMPK.
Die Studie wurde im Fachjournal Microbial Cell veröffentlicht und zeigt, wie Koffein - die weltweit am häufigsten konsumierte neuroaktive Substanz - eine wichtige Rolle bei der Verlangsamung des Alterungsprozesses spielen könnte.
Man konzentrierte sich auf die Aktivierung von AMPK (AMP-aktivierte Proteinkinase), einem zellulären Energiesensor, der bereits seit Jahrzehnten im Fokus der Altersforschung steht. AMPK wurde erstmals in den 1970er Jahren entdeckt und gilt als einer der wichtigsten Regulatoren des Zellstoffwechsels. Das Protein fungiert als eine Art "Kraftstoff-Messgerät" der Zelle und springt ein, wenn die Energievorräte zur Neige gehen. Infografik Muntermacher: Jeder Deutsche kauft fast fünf Kilo Kaffee im Jahr
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Zahlreiche Studien mit einfacheren Organismen haben bereits gezeigt, dass eine erhöhte AMPK-Aktivität die Lebensdauer verlängern kann. Bei Fadenwürmern (C. elegans) führte eine genetische Überexpression von AMPK zu einer Lebensverlängerung von bis zu 20 Prozent. Experimente an Säugetieren demonstrierten, dass AMPK die Autophagie durch mTOR- und ULK1-Signalwege steuert, was die Qualität der zellulären Wartung verbessert.
Wenn die Energieversorgung niedrig ist, reagieren Organismen mit einer Verlangsamung des Alterungsprozesses und einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene altersbedingte Erkrankungen. Dieses Phänomen ist als "hormetischer Stress" bekannt - eine milde Belastung, die paradoxerweise zu einer Stärkung des Organismus führt. Die Wissenschaftler hoffen, durch gezielte Eingriffe in diese Mechanismen mehrere Erkrankungen mit einer einzigen Intervention behandeln zu können. Infografik Heißgetränk: Pro-Kopf-Umsätze mit Kaffee in Europa
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In den Geweben eines alternden Organismus nimmt jedoch die Fähigkeit von AMPK ab, auf Energiemangel zu reagieren - besonders kritisch ist dies für Organe mit postmitotischen Zellen wie Herz und Gehirn. Diese Zellen teilen sich nicht mehr und sind daher besonders auf effiziente Reparaturmechanismen angewiesen. Die Koffein-induzierte AMPK-Aktivierung könnte theoretisch helfen, diese altersbedingte Verschlechterung zu kompensieren.
Allerdings warnen die Forscher vor voreiligen Schlüssen. Die Studien wurden bisher nur an Hefen durchgeführt, und der Weg von der Petrischale zum Menschen ist lang und ungewiss. Zudem ist unklar, welche Koffeinmengen nötig wären, um einen messbaren Anti-Aging-Effekt zu erzielen, und ob diese Mengen für den Menschen verträglich sind.
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Siehe auch:
Koffein als Anti-Aging-Wunderwaffe?
Für viele Menschen ist der morgendliche Kaffee unverzichtbar. Nun haben Wissenschaftler der Queen Mary University of London herausgefunden, dass Koffein nicht nur munter macht, sondern auch den Alterungsprozess auf zellulärer Ebene beeinflussen könnte.Die Studie wurde im Fachjournal Microbial Cell veröffentlicht und zeigt, wie Koffein - die weltweit am häufigsten konsumierte neuroaktive Substanz - eine wichtige Rolle bei der Verlangsamung des Alterungsprozesses spielen könnte.
Man konzentrierte sich auf die Aktivierung von AMPK (AMP-aktivierte Proteinkinase), einem zellulären Energiesensor, der bereits seit Jahrzehnten im Fokus der Altersforschung steht. AMPK wurde erstmals in den 1970er Jahren entdeckt und gilt als einer der wichtigsten Regulatoren des Zellstoffwechsels. Das Protein fungiert als eine Art "Kraftstoff-Messgerät" der Zelle und springt ein, wenn die Energievorräte zur Neige gehen. Infografik Muntermacher: Jeder Deutsche kauft fast fünf Kilo Kaffee im Jahr
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Der Schlüssel zur Langlebigkeit
Die Wissenschaftler untersuchten Spalthefe (Schizosaccharomyces pombe) - einzellige Organismen, die überraschend viele Ähnlichkeiten mit menschlichen Zellen aufweisen. Diese Hefen sind ein bewährtes Modellsystem in der Altersforschung, da sie trotz ihrer Einfachheit viele grundlegende zelluläre Prozesse mit höheren Organismen teilen. Dabei entdeckten sie, dass Koffein das Altern beeinflusst, indem es das uralte zelluläre Energiesystem aktiviert.Wenn Ihre Zellen wenig Energie haben, springt AMPK ein, um ihnen zu helfen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Koffein hilft, diesen Schalter umzulegen.Die Aktivierung von AMPK löst eine Kaskade von Prozessen aus, die darauf abzielen, die Zelle zu schützen und ihre Lebensdauer zu verlängern.
Zahlreiche Studien mit einfacheren Organismen haben bereits gezeigt, dass eine erhöhte AMPK-Aktivität die Lebensdauer verlängern kann. Bei Fadenwürmern (C. elegans) führte eine genetische Überexpression von AMPK zu einer Lebensverlängerung von bis zu 20 Prozent. Experimente an Säugetieren demonstrierten, dass AMPK die Autophagie durch mTOR- und ULK1-Signalwege steuert, was die Qualität der zellulären Wartung verbessert.
Verbindung zu bekanntem Diabetes-Medikament
AMPK ist auch das Ziel von Metformin, einem häufig verschriebenen Diabetes-Medikament, das derzeit auf sein Potenzial zur Verlängerung der Lebensdauer untersucht wird. Metformin wird seit den 1950er Jahren zur Behandlung von Diabetes eingesetzt und ist eines der am besten untersuchten Medikamente weltweit. Epidemiologische Studien zeigen, dass Diabetiker, die Metformin einnehmen, oft eine längere Lebenserwartung haben als gesunde Kontrollgruppen - ein Phänomen, das Forscher auf die AMPK-Aktivierung zurückführen.Wenn die Energieversorgung niedrig ist, reagieren Organismen mit einer Verlangsamung des Alterungsprozesses und einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene altersbedingte Erkrankungen. Dieses Phänomen ist als "hormetischer Stress" bekannt - eine milde Belastung, die paradoxerweise zu einer Stärkung des Organismus führt. Die Wissenschaftler hoffen, durch gezielte Eingriffe in diese Mechanismen mehrere Erkrankungen mit einer einzigen Intervention behandeln zu können. Infografik Heißgetränk: Pro-Kopf-Umsätze mit Kaffee in Europa
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Zelluläre Reparaturmechanismen im Detail
Die Haupteffekte der AMPK-Aktivierung in der Zelle bestehen in der Einschränkung der Zellteilung und dem Auslösen der Autophagie. Autophagie ist ein zellulärer "Recycling-Prozess", bei dem beschädigte Proteine und Organellen abgebaut und ihre Bestandteile wiederverwendet werden. Dieser Prozess wurde 2016 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin gewürdigt, als Yoshinori Ohsumi für seine Entdeckung der Autophagie-Mechanismen ausgezeichnet wurde.In den Geweben eines alternden Organismus nimmt jedoch die Fähigkeit von AMPK ab, auf Energiemangel zu reagieren - besonders kritisch ist dies für Organe mit postmitotischen Zellen wie Herz und Gehirn. Diese Zellen teilen sich nicht mehr und sind daher besonders auf effiziente Reparaturmechanismen angewiesen. Die Koffein-induzierte AMPK-Aktivierung könnte theoretisch helfen, diese altersbedingte Verschlechterung zu kompensieren.
Allerdings warnen die Forscher vor voreiligen Schlüssen. Die Studien wurden bisher nur an Hefen durchgeführt, und der Weg von der Petrischale zum Menschen ist lang und ungewiss. Zudem ist unklar, welche Koffeinmengen nötig wären, um einen messbaren Anti-Aging-Effekt zu erzielen, und ob diese Mengen für den Menschen verträglich sind.
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Zusammenfassung
- Forscher der Queen Mary University entdecken den Anti-Aging-Effekt von Kaffee
- Koffein aktiviert das zelluläre Energiesystem AMPK bei Spalthefe-Tests
- AMPK fungiert als Energiesensor und kann den Alterungsprozess verlangsamen
- Der durch Koffein aktivierte Prozess löst zelluläres Recycling aus
- AMPK ist auch Ziel von Metformin, das die Lebensdauer verlängern könnte
- Altersbedingte Abnahme der AMPK-Reaktion könnte durch Koffein kompensiert werden
- Forscher warnen: Übertragbarkeit der Hefezellen-Ergebnisse auf Menschen unklar
Siehe auch:
- Menschliche Spermien verstoßen scheinbar gegen Newtons Naturgesetz
- Unangenehme Endoskopie unnötig: Test bringt Vorsorge zum Hausarzt
- Einmalige Impfung: HIV könnte den Schrecken bald komplett verlieren
- Tiefsee-Freak: Kuriose Spinne entdeckt, die Methan-Mikroben züchtet
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