'Unendliche' Energie: Australischer Elektrozug lädt sich ganz von selbst

Das australische Bergbauunternehmen Fortescue hat den ersten Prototyp seines "Infinity Train" fertiggestellt. Die Besonderheit: Der elektrische Zug soll dauerhaft durch clevere Energie­rück­ge­win­nung komplett ohne externes Aufladen oder Kraft­stoff auskommen.
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Fortescue Zero

Schwerlasttransport neu gedacht

Im Bereich Elektromobilität werden momentan große Fortschritte erzielt. Vor allem bei Batterien tut sich viel - von Natrium-Ionen-EV-Batterien, bis hin zu Feststoffbatterien, die über 1.000 Kilometer halten. Doch nicht nur bei Autos, sondern auch bei Zügen gibt es nachhaltige Entwicklungen. So hat der australische Bergbaukonzern Fortescue jetzt einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zu seinem Null-Emissionsziel erreicht.

Der Prototyp einer elektrischen Lokomotive, Teil des ambitionierten "Infinity Train"-Projekts, hat kürzlich seine erste Reise von Perth in die Pilbara-Region erfolgreich absolviert. Das Besondere an dem Zug: Er soll in Zukunft komplett ohne externes Aufladen oder Betanken auskommen. Das Konzept sieht vor, voll beladene Züge bergab von den Minen zum Hafen zu schicken, wobei die Batterien durch Rückgewinnung von Bremsenergie während der Fahrt aufgeladen werden. Anschließend können die leeren Züge mit dieser Energie wieder bergauf zu den Minen zurückkehren.



Wie auf LinkedIn von Fortescue Zero mitgeteilt wurde, wird der Prototyp eine Reihe von Tests absolvieren. "In den kommenden Monaten wird er rigorosen Tests unterzogen, um seine Leistung zu bewerten, bevor er später in diesem Jahr auf der Hauptstrecke in der Pilbara zum Einsatz kommt", sagte Ellie Coates, CEO von Fortescue Zero.

Innovative Nutzung der Schwerkraft

Fortescue Mining hat herausgefunden, dass ihre erzbeladenen Züge aufgrund der Topografie entlang der Strecke mehr Energie erzeugen können, als sie für die Rückfahrt im leeren Zustand benötigen. Dabei werden keine physikalischen Gesetze gebrochen - es ist alles der Schwerkraft zu verdanken. Das Konzept ist nicht neu, denn in der Natur eines Elektromotors liegt es, auch als Generator zu fungieren. Regeneratives Bremsen ist ein Merkmal fast aller Elektrofahrzeuge, allerdings operieren diese nicht im gleichen Maßstab wie ein Zug.

Der Fortescue Infinity Train nutzt die Energie, die beim Abbremsen des beladenen Zuges auf den Gefällstrecken des 620 Kilometer langen, unternehmenseigenen Schwerlast-Schienennetzes erzeugt wird, um seine Batteriesysteme wieder aufzuladen. Diese Energie reicht aus, um den unbeladenen Zug zurück zur Mine zu bringen und macht externe Ladeinfrastruktur oder zusätzliche erneuerbare Energiequellen überflüssig.

Gewaltiges Einsparpotenzial

Fortescues Eisenerz-Schienennetz in der Pilbara-Region Westaustraliens wird derzeit von einer Flotte von 54 Diesellokomotiven betrieben. Diese ziehen 16 Zugverbände mit jeweils 244 Waggons, die 2,8 Kilometer lang sind und eine Kapazität von 34.404 Tonnen Erz pro Fahrt haben. Der Bahnbetrieb verbrauchte im Geschäftsjahr 2021 82 Millionen Liter Diesel.

Fortescue gibt an, dass der Einsatz des Infinity-Train-Konzepts in seinen Minen in Zukunft den kompletten Dieselkraftstoff einsparen wird, was etwa 235.200 Tonnen CO₂-Emissionen entspricht. Alle vier Pilbara-Routen sollen bis 2030 mit regenerativen Zügen ausgestattet werden. Überschüssige Elektrizität wird abgegeben, um andere regionale Betriebe des Unternehmens zu unterstützen.

Was haltet ihr von dieser Technologie? Könnte der Infinity Train auch in anderen Branchen oder Regionen zum Einsatz kommen? Teilt eure Gedanken dazu in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Prototyp des Fortescue Infinity Train ohne externes Aufladen eingesetzt
  • Bergab-Fahrt mit Erz lädt Batterien durch Bremsenergie-Rückgewinnung
  • Gespeicherte Energie reicht für Rückfahrt des leeren Zuges bergauf
  • Testphase in der australischen Pilbara-Region hat bereits begonnen
  • Technologie soll 82 Millionen Liter Diesel und 235.200 Tonnen CO₂ sparen
  • Umrüstung aller vier Pilbara-Routen auf regenerative Züge bis 2030 geplant
  • Überschüssige Elektrizität wird für andere regionale Betriebe genutzt

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