Iran: Staatsfernsehen gehackt, zeigt Bilder der Protestbewegung

Am Mittwochabend kam es zu einem Vorfall im iranischen Staats­fernsehen: Für kurze Zeit wurde das reguläre Programm unter­bro­chen und durch Bilder regierungsfeindlicher Proteste ersetzt. Gleich­zeitig wurden Aufrufe zum Widerstand ausgestrahlt.
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Vorwurf gegenüber Israel

Offensichtlich hatten sich Gegner des iranischen Regimes in den Sender gehackt. Nach Angaben des oppositionellen Senders Iran International erschien während der Übertragung ein Emblem, das mit der mutmaßlich israelischen Cyberoperation "Lions Awakening" in Verbindung gebracht wird.

Auch die Luftangriffe des israelischen Militärs laufen unter dem Codenamen "Rising Lion". Der Löwe bezieht sich dabei auf die alte iranische Flagge, die heute teils von oppositionellen Kräften genutzt wird. Dies wird auch als Zeichen dafür gedeutet, dass Israel nicht nur das Atomprogramm des Iran zerstören, sondern einen kompletten Sturz des Regimes herbeiführen will.


Die iranische Rundfunkbehörde bestätigte den Vorfall und machte Israel für die Störung verantwortlich. In einer offiziellen Erklärung hieß es: "Sollten Sie fremde Bilder sehen, liegt das an einer Störung des Satellitensignals durch den zionistischen Feind." Berichten zufolge erfolgte der Angriff über eine gezielte Satellitenstörung, die Zuschauer traf, die staatliche Sender auf diesem Weg empfangen.

Nicht die erste Attacke

Es handelt sich um den jüngsten Vorfall in einer Reihe von Cyberattacken innerhalb Irans, welche zum Teil israelischen Gruppierungen zugeschrieben werden. Bereits am Dienstag hatten zahlreiche Iraner über Probleme beim Geldabheben an Geldautomaten der staatlichen Sepah Bank berichtet. Die Bank steht in enger Verbindung zu den Revolutionsgarden. Die Hackergruppe "Predatory Sparrow", die bereits mehrfach durch Angriffe auf Irans Öl- und Militärinfrastruktur in Erscheinung trat, übernahm die Verantwortung. In einem Statement warf die Gruppe der Bank vor, eine Schlüsselrolle bei der Umgehung internationaler Sanktionen zu spielen und dadurch Irans Nuklear- und Raketenprogramm zu unterstützen.

"Es ist das Schicksal jeder Institution, die die terroristischen Fantasien eines Diktators unterstützt", so die Gruppe, die sich bei nicht näher genannten "Partnern" für deren Unterstützung bedankte.

Zusammenfassung
  • Iranisches Staatsfernsehen kurzzeitig gehackt, mit Bildern von Protesten
  • Hacker zeigten Emblem der möglichen israelischen Cyberoperation 'Lions Awakening'
  • Iranische Rundfunkbehörde macht Israel für die Satellitensignalstörung verantwortlich
  • Der Vorfall reiht sich ein in zunehmende Cyberangriffe gegen iranische Einrichtungen
  • Hackergruppe 'Predatory Sparrow' griff zuvor die mit Revolutionsgarden verbundene Sepah Bank an
  • Angriffe zielen auf Institutionen ab, die Irans Raketen- und Nuklearprogramm unterstützen

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