Regime isoliert Bürger: Iran schaltet das Internet komplett ab

Der Iran ist seit Donnerstagabend fast vollständig von der digitalen Außenwelt abgeschnitten. Das Regime reagiert mit dem totalen Internet-Shutdown auf landesweite Proteste, um die Kommunikation der Demonstranten gezielt zu unterbinden.
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Iran kappt Internetverbindung komplett

Der Iran ist seit Donnerstagabend weitgehend von der digitalen Außenwelt abgeschnitten. Überwachungsdienste wie NetBlocks und die Datenbank IODA des Georgia Institute of Technology verzeichnen einen abrupten und nahezu vollständigen Zusammenbruch der Internetkonnektivität im gesamten Land.

Das theokratische Regime reagiert damit auf die seit Ende Dezember anhaltenden, landesweiten Proteste, die sich an der katastrophalen Wirtschaftslage und der politischen Führung entzündet haben. Die Kurven der Traffic-Messungen zeigen dabei einen fast vertikalen Abfall auf nahezu Null, was auf eine zentral gesteuerte Abschaltung hindeutet.

Beobachter werten das Vorgehen als gezielten Versuch, die Koordination der Demonstranten zu unterbinden und die Verbreitung von Bildmaterial, das gewaltsame Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften zeigt, zu verhindern. Technisch stützt sich der Staat dabei auf das nationale Informationsnetzwerk, eine Art staatliches Intranet, das es den Behörden erlaubt, den internationalen Datenverkehr zu kappen, während ausgewählte interne Dienste theoretisch weiterlaufen könnten. Neben dem Festnetz- und mobilen Internet sind Berichten zufolge auch SMS-Dienste und Telefonverbindungen massiv eingeschränkt.

Informationsfluss unterbrochen

Trotz der fast hermetischen digitalen Abschottung dringen vereinzelt Informationen nach außen. Wie die New York Times unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, versammelten sich am Donnerstagabend in mehreren Städten, darunter Teheran und Isfahan, Tausende Menschen.


Die Demonstranten, die aus allen Gesellschaftsschichten stammen, skandierten laut den Berichten Parolen gegen den Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei. Videos, die noch kurz vor der totalen Abschaltung auf Plattformen wie X und Instagram gelangten, zeigen brennende Regierungsgebäude und Barrikaden in den Innenstädten.

Die Situation im Land ist äußerst angespannt. Menschenrechtsorganisationen wie HRANA beziffern die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Unruhen auf mindestens 42, wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte. Das staatliche Fernsehen bestätigte ebenfalls Todesfälle, sprach jedoch im offiziellen Duktus von Randalierern, die Banken und öffentliche Einrichtungen in Brand gesetzt hätten. US-Präsident Donald Trump warnte die iranische Führung davor, Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden, während Ayatollah Khamenei in einer Fernsehansprache betonte, das System werde nicht vor Vandalen zurückweichen.

Wirtschaftskrise als Treibstoff

Hintergrund der massiven Unruhen ist eine tiefe ökonomische Krise, die weite Teile der Bevölkerung in die Armut treibt. Die Landeswährung Rial hat im vergangenen Jahr massiv an Wert verloren, während die Inflation im Dezember 40 Prozent überstieg.

Zusätzlich belastet der fallende Ölpreis den Staatshaushalt des OPEC-Mitglieds. Die Regierung macht primär externe Sanktionen für die Misere verantwortlich, doch für die Bevölkerung sind Grundnahrungsmittel und Medikamente kaum noch bezahlbar.

Wie bewertet ihr den Einsatz solcher Internet-Shutdowns als politisches Druckmittel in Konflikten? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen und Perspektiven in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Iranisches Regime schaltet Internet nahezu vollständig ab
  • Abschaltung erfolgt als Reaktion auf landesweite Protestwelle
  • Behörden wollen Kommunikation der Demonstranten gezielt unterbinden
  • Wirtschaftskrise mit 40-prozentiger Inflation treibt Menschen auf Straßen
  • Augenzeugen berichten von Massenprotesten in mehreren Großstädten
  • Menschenrechtsorganisationen zählen mindestens 42 Todesopfer
  • Internationales Intranet erlaubt gezielte Kontrolle des Datenverkehrs

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