USA haben iranische Nuklearreaktoren offenbar bewusst verschont
Neue Satellitenbilder zeigen, dass die US-Luftwaffe bei den jüngsten Angriffen auf iranische Atomanlagen offenbar gezielt Kernreaktoren verschont hat. Besonders an der Forschungseinrichtung in Isfahan blieben drei Forschungsreaktoren unberührt.
Besonders bemerkenswert ist, dass einer dieser Reaktoren - ein sogenannter Miniatur-Neutronenquellenreaktor, der 1991 von China gebaut wurde - mit 900 Gramm hochangereichertem, waffenfähigem Uran betrieben wird. Diese hochsensible Anlage hätte bei einem direkten Treffer potenziell gefährliche radioaktive Freisetzungen verursachen können, was offenbar vermieden werden sollte.
Die Operation "Midnight Hammer", bei der die USA nach eigenen Angaben die drei wichtigsten Nuklearstandorte des Iran - Fordow, Isfahan und Natanz - angegriffen haben, hat nach Einschätzung von Bloomberg deutlich differenziertere Ziele verfolgt als zunächst angenommen. Die Satellitenbilder von Maxar Technologies zeigen ein erstaunlich nuanciertes Bild der Zerstörung.
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Das Nukleartechnologie- und Forschungszentrum in Isfahan gilt als eine der ältesten Nukleareinrichtungen des Iran. Die Anlage wurde bereits in den 1960er Jahren unter dem Schah mit amerikanischer Hilfe errichtet und beherbergt heute mehrere Forschungsreaktoren unterschiedlicher Bauart. Der chinesische Miniatur-Neutronenquellenreaktor hat eine thermische Leistung von nur 27 Kilowatt, kann aber dennoch zur Produktion von Radioisotopen für medizinische und industrielle Zwecke genutzt werden.
Die IAEA hat inzwischen eine Dringlichkeitssitzung in Wien einberufen, um die anhaltenden Angriffe auf das iranische Atomprogramm zu diskutieren. Die Behörde fordert vom Iran Auskunft über den aktuellen Standort seines Vorrats an hochangereichertem Uran. Der Iran wiederum warnt, dass die Angriffe die internationalen diplomatischen Bemühungen zur Eindämmung der Verbreitung von Atomwaffen ernsthaft beschädigt haben.
Die Anlage in Fordow wurde 2009 öffentlich bekannt und gilt als besonders schwer angreifbar, da sie bis zu 80 Meter tief in einen Berg hineingebaut wurde. Sie kann bis zu 2700 Zentrifugen beherbergen und wurde speziell für die Anreicherung von Uran konzipiert.
In Natanz, Irans wichtigster Urananreicherungsanlage, ist ein 5,5 Meter breiter Krater direkt über dem unterirdischen Teil des Komplexes zu erkennen. Die USA setzten bei den Angriffen B-2-Tarnkappenbomber mit sogenannten Massive-Ordnance-Penetrators (GBU-57-Bomben) ein, um die unterirdischen Urananreicherungsanlagen zu zerstören. Diese 14 Tonnen schweren Bomben sind speziell für das Durchdringen von verstärkten unterirdischen Zielen entwickelt worden.
Was haltet ihr von der Entscheidung der USA, die iranischen Kernreaktoren zu verschonen? War dies ein verantwortungsvolles Vorgehen oder eine verpasste Gelegenheit? Teilt eure Gedanken zu den Konsequenzen dieser Militäraktion in den Kommentaren.
Siehe auch:
Gezielt Reaktoren verschont
Die jüngsten US-Luftangriffe auf Irans Atomprogramm haben zwar erhebliche Zerstörung angerichtet, doch Satellitenbilder belegen nun, dass die militärischen Planer offenbar bewusst die Kernreaktoren an einer wichtigen Forschungseinrichtung verschont haben. Laut Auswertungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) blieben drei Forschungsreaktoren am Nukleartechnologie- und Forschungszentrum in Isfahan unbeschädigt.Besonders bemerkenswert ist, dass einer dieser Reaktoren - ein sogenannter Miniatur-Neutronenquellenreaktor, der 1991 von China gebaut wurde - mit 900 Gramm hochangereichertem, waffenfähigem Uran betrieben wird. Diese hochsensible Anlage hätte bei einem direkten Treffer potenziell gefährliche radioaktive Freisetzungen verursachen können, was offenbar vermieden werden sollte.
Die Operation "Midnight Hammer", bei der die USA nach eigenen Angaben die drei wichtigsten Nuklearstandorte des Iran - Fordow, Isfahan und Natanz - angegriffen haben, hat nach Einschätzung von Bloomberg deutlich differenziertere Ziele verfolgt als zunächst angenommen. Die Satellitenbilder von Maxar Technologies zeigen ein erstaunlich nuanciertes Bild der Zerstörung.
Strategische Überlegungen
Die Reaktoren in Isfahan scheinen absichtlich verschont worden zu sein, wie vier hochrangige Beamte in Wien gegenüber Medien erklärten. Ein direkter Angriff auf einen funktionierenden Kernreaktor, selbst wenn er, wie der in Isfahan, nur geringe Leistung hat, könnte einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen und internationale Normen der Kriegsführung verletzen.
Auf YouTube ansehenDas Nukleartechnologie- und Forschungszentrum in Isfahan gilt als eine der ältesten Nukleareinrichtungen des Iran. Die Anlage wurde bereits in den 1960er Jahren unter dem Schah mit amerikanischer Hilfe errichtet und beherbergt heute mehrere Forschungsreaktoren unterschiedlicher Bauart. Der chinesische Miniatur-Neutronenquellenreaktor hat eine thermische Leistung von nur 27 Kilowatt, kann aber dennoch zur Produktion von Radioisotopen für medizinische und industrielle Zwecke genutzt werden.
Die IAEA hat inzwischen eine Dringlichkeitssitzung in Wien einberufen, um die anhaltenden Angriffe auf das iranische Atomprogramm zu diskutieren. Die Behörde fordert vom Iran Auskunft über den aktuellen Standort seines Vorrats an hochangereichertem Uran. Der Iran wiederum warnt, dass die Angriffe die internationalen diplomatischen Bemühungen zur Eindämmung der Verbreitung von Atomwaffen ernsthaft beschädigt haben.
Massive Zerstörung an anderen Standorten
Während die Reaktoren in Isfahan offenbar verschont blieben, zeigen Satellitenbilder erhebliche Schäden an anderen Teilen der iranischen Nuklearinfrastruktur. In Fordow, einer in einen Berg gebauten Anreicherungsanlage etwa 100 Kilometer südlich von Teheran, sind mehrere große Krater zu sehen. Einige Eingänge zu den unterirdischen Tunneln sind offenbar blockiert - allerdings wohl, um etwaige (feindliche) Bodentruppen vom Eindringen in die Anlage abzuhalten.Die Anlage in Fordow wurde 2009 öffentlich bekannt und gilt als besonders schwer angreifbar, da sie bis zu 80 Meter tief in einen Berg hineingebaut wurde. Sie kann bis zu 2700 Zentrifugen beherbergen und wurde speziell für die Anreicherung von Uran konzipiert.
In Natanz, Irans wichtigster Urananreicherungsanlage, ist ein 5,5 Meter breiter Krater direkt über dem unterirdischen Teil des Komplexes zu erkennen. Die USA setzten bei den Angriffen B-2-Tarnkappenbomber mit sogenannten Massive-Ordnance-Penetrators (GBU-57-Bomben) ein, um die unterirdischen Urananreicherungsanlagen zu zerstören. Diese 14 Tonnen schweren Bomben sind speziell für das Durchdringen von verstärkten unterirdischen Zielen entwickelt worden.
Was haltet ihr von der Entscheidung der USA, die iranischen Kernreaktoren zu verschonen? War dies ein verantwortungsvolles Vorgehen oder eine verpasste Gelegenheit? Teilt eure Gedanken zu den Konsequenzen dieser Militäraktion in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- US-Luftangriffe verschonten bewusst Kernreaktoren in Isfahan
- Drei Forschungsreaktoren blieben trotz Operation 'Midnight Hammer' intakt
- Einer der verschonten Reaktoren enthält 900 Gramm hoch angereichertes Uran
- Angriff auf aktive Reaktoren hätte gefährliche Präzedenzfälle schaffen können
- Satellitenbilder zeigen erhebliche Schäden an anderen Nuklearanlagen
- Fordow und Natanz wurden mit speziellen Penetrationsbomben angegriffen
- IAEA fordert vom Iran Auskunft über Verbleib des hochangereicherten Urans
Siehe auch:
- Gefälschte Kriegsvideos: Iran verbreitet Spielszenen, blamiert sich
- Iran: Staatsfernsehen gehackt, zeigt Bilder der Protestbewegung
- Iran geht offline: Schutz vor Angriffen und Kontrolle über das Volk
- Israel zerstört die wohl letzten F-14-Kampfjets der iranischen Luftwaffe
- "Vorbild" Ukraine: Israel griff Iran mit im Land versteckten Drohnen an
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