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Voyager 1: Verloren geglaubte Triebwerke springen abermals an

NASA-Ingenieuren ist es gelungen, die verloren geglaubten Triebwerke der Sonde Voyager 1 wieder in Betrieb zu nehmen. Eine solche Fernreparatur über eine Distanz von inzwischen rund 25 Milliarden Kilometern ist eine durchaus beachtliche Leistung.
Weltraum, Nasa, Weltall, Sonde, Voyager, Voyager 1
NASA

Volles Risiko

Voyager 1 ist das am weitesten von der Erde entfernte und von Menschen gebaute Objekt. Die Sonde sendet seit 1977 Daten aus dem All. Sie fliegt auch ohne Antrieb weiter in den interstellaren Raum hinaus. Allerdings benötigt sie ihre Rolltriebwerke, um die Antenne präzise auf die Erde auszurichten - anders wären die mit der wenigen verfügbaren Energie übertragenen Funksignale gar nicht zu empfangen.

Seit einem Ausfall der internen Heizsysteme im Jahr 2004 waren die Primärtriebwerke allerdings deaktiviert. Stattdessen nutzte das Team die Backup-Systeme - doch auch diese drohten nun durch angesammelte Rückstände zu versagen.


Da das wichtigste Kommunikationssystem - eine riesige Bodenantenne im australischen Canberra - wegen Modernisierungsarbeiten ab Mai 2025 bis Anfang 2026 nur eingeschränkt verfügbar ist, war schnelles Handeln gefragt. Die Ingenieure wagten daher ein riskantes Manöver: Sie versuchten, die alten Triebwerke zu reaktivieren, ohne zuvor die defekten Heizsysteme instand setzen zu können. Diese mussten zusammen mit den Triebwerken eingeschaltet werden - ein Vorgehen, das potenziell gefährlich war. Hätten sich die Triebwerke aktiviert, bevor die Heizungen funktionierten, hätte es zu einem Defekt oder gar einer kleinen Explosion kommen können.

Arbeit gesichert

Doch das Wagnis zahlte sich aus. Am 20. März, mehr als 23 Stunden nach dem Abschicken des Kommandos, trafen die Daten ein: Die Temperaturen der Heizsysteme stiegen - ein klares Zeichen, dass die Triebwerke wieder funktionierten.

"Es war ein glorreicher Moment", sagte Todd Barber, Antriebsleiter der Mission. "Diese Triebwerke galten als verloren. Aber einer unserer Ingenieure hatte die Eingebung, dass es vielleicht doch eine lösbare Option gab - und er behielt recht." Dank dieser "Wunderrettung" kann Voyager 1 voraussichtlich auch in den kommenden Jahren weiter Daten aus den Tiefen des Weltalls senden.

Zusammenfassung
  • NASA-Ingenieure reaktivieren Rolltriebwerke von Voyager 1 nach langer Zeit
  • Die Sonde ist mit 25 Milliarden Kilometern das fernste menschliche Objekt
  • Seit einem Heizungsausfall im Jahr 2004 wurden die Primärtriebwerke nicht genutzt
  • Ingenieure riskierten Triebwerksaktivierung trotz defekter Heizsysteme
  • Am 20. März bestätigten eintreffende Daten den Erfolg der Fernreparatur
  • Die Reaktivierung erfolgte vor einer geplanten Einschränkung der Bodenkommunikation
  • Dank der geglückten Reparatur kann Voyager weitere Jahre Daten senden

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