Nächstes Debakel: Intel Core Ultra-CPUs bremsen SSDs deutlich aus

Intels neueste Core-Ultra-200-CPUs plagen etliche Probleme. Jetzt bremsen die Prozessoren wohl auch noch schnelle PCIe-5.0-SSDs aus. Durch Arrow-Lake-Chips sinkt die Datenübertragungsrate teilweise um bis zu 16 Prozent. Das Problem liegt in der Architektur.
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Neueste Intel-CPUs bremsen schnelle SSDs aus

Nach Stabilitätsproblemen bei Raptor Lake-CPUs, die Intel immer noch versucht zu optimieren, sowie enttäuschender Gaming-Leistung bei Arrow Lake hat Intel nun ein weiteres Problem mit seinen neuesten Prozessoren. Die letztgenannten Core-Ultra-200-CPUs drosseln offenbar schnelle PCIe-5.0-SSDs spürbar, wie umfangreiche Tests zeigen.

Das Fachportal The SSD Review entdeckte das Problem während Tests mit entsprechenden Solid State Drives. Diese Laufwerke sollten theoretisch Datenraten von bis zu 14 GB/s erreichen können, doch die tatsächlichen Benchmark-Ergebnisse blieben deutlich hinter diesem Ziel zurück. Die Tester stellten fest, dass die gleichen SSDs auf älteren Plattformen problemlos ihre volle Leistung entfalten konnten.


Test zeigt erhebliche Leistungsunterschiede

Bei der Untersuchung wurden die Samsung 9100 Pro und Micron 4600 SSDs sowohl mit High-End-Raptor-Lake-Mainboards (Z790) als auch mit Arrow-Lake-kompatiblen Motherboards (Z890) gepaart. Auf dem Z790-Board erreichten beide SSDs Geschwindigkeiten von bis zu 14,3 GB/s, während die gleichen Speichereinheiten mit Arrow-Lake-CPUs und -Motherboards 12,3 GB/s nicht überschreiten konnten.

Dies entspricht einem Leistungsverlust von etwa 16 Prozent. Wie The SSD Review berichtet, ist das Problem nicht auf bestimmte Motherboard-Marken beschränkt. Die Tester prüften die Laufwerke auch über eine PCIe-Add-in-Speicherkarte (Asus Hyper M.2) und stellten fest, dass das Problem hauptsächlich die Bandbreite über die PCIe-Lanes der CPU betrifft. Die Erweiterungskarte lieferte hohe sequenzielle Ein-/Ausgaberaten, während die Random-Performance-Werte im Vergleich zu Z790-Motherboards immer noch zurückblieben.

Ursache ist wohl Intels neue Chiplet-Architektur

Intel hat mit den Meteor-Lake-CPUs seinen Ansatz in der Siliziumfertigung im Jahr 2023 geändert und ist von einem monolithischen Ansatz zu einem disaggregierten, tile-basierten Design übergegangen. Dieser bedeutende Technologiewechsel sorgt jedoch offensichtlich für Kopfschmerzen. Denn Tester und Power-User entdecken immer neue Leistungsprobleme bei Intels neuesten Core-Ultra-Prozessoren.

Mainboardhersteller Asus und ASRock haben den Leistungsabfall bei der Datenübertragung in ihren Laboren bestätigt und repliziert. Sie erklärten auch, warum das Problem auftritt. So weisen Core-Ultra-200-CPUs eine höhere Latenz zum I/O-Tile auf, der die Gen5-PCIe-Lanes der Prozessoren speist.

Intel bestätigt das Problem

Intel hat die Entdeckung ebenfalls bestätigt. Das Unternehmen erklärte, dass die PCIe-Lanes 21 bis 24, die den Gen5-Port versorgen, im Vergleich zu den PCIe-Lanes 1 bis 16 eine erhöhte Latenz aufweisen können, da das Arrow-Lake-Design einen längeren Die-zu-Die-Datenpfad verwendet.

Die Ursache liegt also in der grundlegenden Architektur der neuen CPUs. Die PCIe-Lanes für die schnellen SSDs werden durch den I/O-Extender-Tile geleitet, während die Lanes für die Grafikkarte direkt vom SoC-Tile kommen. Diese zusätzliche "Umleitung" führt zu höheren Latenzen und verringert die maximale Durchsatzrate.

Keine einfache Lösung in Sicht

Intel hat bereits versucht, die Leistung seiner Prozessoren mit einigen Microcode-Updates grundsätzlich zu verbessern. Allerdings funktionierte das nicht immer und machte die CPUs teils sogar noch langsamer. Aufgrund der völlig unterschiedlichen Natur der entdeckten Schwierigkeiten mit schnellen Speicherlaufwerken ist aber nicht erkennbar, wie der Konzern aus Santa Clara das Problem ohne eine erhebliche Neuanpassung des CPU-Designs beheben könnte.

Für Nutzer, die maximale SSD-Leistung benötigen, könnte es daher sinnvoller sein, vorerst auf Prozessoren der vorherigen Generation zu setzen oder auf PCIe-5.0-SSDs zu verzichten, bis Intel eine Lösung für das Problem findet.

Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Sind die 2 GB/s weniger überhaupt relevant für eure Anwendungen oder ist das ein weiterer Grund, bei der Vorgängergeneration zu bleiben? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Intels Core-Ultra-200-CPUs verlangsamen PCIe-5.0-SSDs um bis zu 16%
  • Problem liegt in der neuen Tile-basierten Architektur der Prozessoren
  • Erhöhte Latenz zum I/O-Tile verursacht Leistungseinbußen bei SSDs
  • Mainboardhersteller und Intel haben das Problem bestätigt
  • Lösung ohne grundlegende Änderung des CPU-Designs schwierig
  • Nutzer mit hohen SSD-Anforderungen sollten vorerst ältere CPUs erwägen
  • Arrow Lake kämpft auch mit enttäuschender (Gaming-)Leistung

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