Patch-Fiasko: Intel-BIOS-Update macht Core-Ultra-CPUs noch langsamer

Um mehr aus seinen neuesten Prozessoren herauszuholen, hat der Chiphersteller vor einigen Tagen ein neues Micro­code-Up­date ver­öf­fent­licht. Wie Tests jetzt aber zeigen, macht das die CPUs nicht unbedingt schneller. Ganz im Gegenteil.
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Intel

Verpatzter Start von Core Ultra

Intel hatte große Hoffnungen auf Arrow Lake gesetzt. Nach einem Krisenjahr mit instabilen Prozessoren und rückläufigen Marktanteilen hätte das Unternehmen, das vor einigen Wochen auch noch seinen CEO Pat Gelsinger verlor, einen Erfolg bitter nötig gehabt.

Doch die neuen Prozessoren enttäuschten. Zwar waren sie deutlich effizienter als ihre Vorgänger, doch die Leistung, vor allem in Spielen, ließ zu wünschen übrig. Das spiegelte sich auch in niedrigen Verkaufszahlen wider. Doch Intel gelobte Besserung.


Updates sollen es richten

So verkündete Intels Senior Director of Technical Marketing Robert Hallock Anfang November, man wolle mit zukünftigen Patches mehr aus den Core-Ultra-CPUs herausholen. Ein erstes Update versprach eine um bis zu 13 Prozent verbesserte Leistung. Über die Weihnachtsfeiertage gab es zudem eine weitere BIOS-Aktualisierung. Darin enthalten waren das Microcode Update 0x114 und die Firmware CSME 1854v2.2. Nach ersten Tests scheint jedoch klar: eine Verbesserung ist das nicht. Im Gegenteil.

Leistung verschlechtert sich

So liefert unter anderem der X-Account von CapFrameX, einem zuverlässigen Analysetool und Werkzeug zum Erstellen von GPU- und CPU-Benchmarks, Zahlen, die Besitzer der Intel-Prozessoren nicht gerade begeistern dürften. Denn wie die präsentierten Werte zeigen, verschlechtert sich die Leistung der Chips sogar.


In einem Benchmark mit Cyberpunk 2077 sinkt das Ergebnis eines Intel Core Ultra 9 285K von 141,8 FPS im Durchschnitt vor dem BIOS-Update auf 117,6 FPS danach. Einer der Gründe dafür wurde sofort offensichtlich. Denn die DDR5-Speicherlatenz stieg enorm an. Vor dem Update betrug sie etwa 62 ns, danach waren es beinahe 81 ns.

AMD in Lauerstellung

Wie es aussieht, muss Intel also wohl noch einmal Hand anlegen und nachbessern. Allerdings dürfte diese neueste Entwicklung die Geduld der Kunden ein weiteres Mal auf die Probe stellen. Vor allem Gamer scheinen momentan besser mit den Prozessoren von AMD zu fahren. Besonders die X3D-CPUs erfreuen sich großer Beliebtheit. Die neuesten Modelle der Chips mit zusätzlichem 3D-V-Cache werden am 6. Januar im Rahmen einer Keynote auf der CES 2025 von CEO Lisa Su vorgestellt.
Zusammenfassung
  • Intel veröffentlicht Microcode-Update für Core-Ultra-CPUs
  • Statt Leistungssteigerung: Update verschlechtert die CPU-Performance
  • Cyberpunk-2077-Benchmark zeigt deutlichen FPS-Rückgang nach Update
  • DDR5-Speicherlatenz steigt von 62 ns auf fast 81 ns an
  • Intel muss nachbessern, Kunden werden erneut auf die Probe gestellt
  • AMD-Prozessoren, besonders X3D-CPUs, gewinnen an Beliebtheit
  • Neue AMD-Chips mit 3D-V-Cache werden am 6. Januar auf der CES 2025 vorgestellt

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