Passfoto-Digitalisierung verzögert sich - Behörden bislang nicht bereit

Ab 1. Mai gilt in Deutschland eigentlich die Pflicht zum digitalen Pass­bild, doch viele Behörden sind technisch weiterhin nicht bereit. Das Bundes­innen­minis­terium gewährt daher eine Übergangsfrist, in der Papierfotos weiterhin ak­zep­tiert werden dürfen.

Digitale Passbilder: Behörden bekommen mehr Zeit

Die Umstellung auf digitale Lichtbilder für Personalausweis und Reisepass ist Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts - doch es gibt immer noch Probleme bei der Umsetzung dieser Digitalisierungs-Aufgabe. Künftig sollen Fotos entweder direkt in der Behörde angefertigt oder auf einem sicheren Übermittlungsweg von einem Fotostudio elektronisch übersandt werden.

Dieses Verfahren soll die Gefahr von Fälschungen und Manipulationen verringern, da die Passbehörde sofort prüfen kann, ob das Bild den biometrischen Anfor­der­ungen entspricht. Beschlossen wurde das bereits vor mehr als fünf Jahren - eigentlich genügend Zeit, um die knapp 5800 Behörden vor Ort auf die neuen Anforderungen umzurüsten.


Doch jetzt stellt sich raus, dass der Einführungstermin verschoben wird. Ab dem 1. Mai 2025 sollten in Deutschland eigentlich nur noch digitale Passfotos akzep­tiert werden. Das Bundesinnenministerium gewährt jetzt eine Übergangs­frist bis zum 31. Juli.

In diesem Zeitraum dürfen die Pass­be­hörden in Ausnahmefällen weiter­hin Papierfotos annehmen. Der Grund: Viele Kommunen sind technisch bis jetzt nicht ausreichend für die Umstellung gerüstet. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, wurden die Länder und Kommunen am 31. März per Schreiben über die Verzögerung informiert.

Kommunen kämpfen mit technischen Hürden

Als Ausnahmefall gilt zum Beispiel, wenn jemand im April ein Foto anfertigen ließ, aber erst im Mai einen Termin zur Beantragung des Ausweises hat. Auch wenn eine Behörde nicht über die notwendige Technik verfügt, darf sie weiterhin Papierfotos akzeptieren.

Änderungen beim neuen Personalausweis ab Mai 2025

  • 2021
    2021
    Fingerabdrücke werden Pflicht für den Personalausweis
  • 2025
    Mai
    Abschaffung von Papierfotos - Passbilder müssen entweder direkt in der Behörde oder bei zertifizierten Fotografen erstellt und digital übermittelt werden
  • 2025
    Mai
    Einführung des Direktversands per Post - Der fertige Personalausweis wird direkt von der Bundesdruckerei an die Meldeadresse geschickt
  • 2025
    Mai
    Erhöhung der Gebühren - Personen ab 24 Jahren: 52 Euro (vorher 37 Euro); Personen unter 24 Jahren: 37,80 Euro (vorher 22,80 Euro)
  • 2025
    Mai
    Start des E-Mail-Erinnerungsservices für den rechtzeitigen Antrag eines neuen Ausweises
  • 2025
    Mai
    Vereinfachung der Adressänderung - kann künftig digital durchgeführt werden, ohne Unterschrift oder Datum
  • 2025
    Mai
    Einführung neuer Sicherheitsmerkmale wie holografische Elemente und QR-Codes

Legt ein Bürger ein Papierfoto vor, das den biometrischen Anforderungen entspricht, und die Kommune verfügt bereits über ein Gerät zur digitalen Fotoerstellung, soll vor Ort ein neues Bild gemacht und in der Übergangszeit zudem auf die "Lichtbildgebühr" von sechs Euro verzichtet werden. Dies soll verhindern, dass Bürger doppelt zur Kasse gebeten werden.

Gründe sind vielfältig

Die Verzögerung hat laut dem Ministerium mehrere Gründe: Zum einen waren viele Kommunen durch die vorgezogene Bundestagswahl stark ausgelastet, zum anderen gab es Streiks im öffentlichen Dienst. Hinzu kommen Probleme bei Testläufen und fehlende TÜV-Zertifizierungen für das neue Verfahren. Manche Kommunen können zudem nicht auf die erforderlichen Cloud-Dienste zugreifen.

Die rechtliche Basis für die Umstellung wurde bereits im Herbst 2020 mit dem "Gesetz zur Stärkung der Sicherheit im Pass-, Ausweis- und ausländerrechtlichen Dokumentenwesen" geschaffen. Während die meisten Vorgaben der Reform bereits am 12. Dezember 2020 in Kraft traten, wurde für die elektronische Foto­über­mittlung eine längere Frist eingeräumt - die nun offen­sichtlich nicht ausreichte.

Was haltet ihr von der Umstellung auf digitale Passbilder? Habt ihr bereits Erfahrungen mit der neuen Technik gemacht oder befürchtet ihr Probleme bei der Umsetzung? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!

Was ändert sich ab Mai 2025?
Ab 1. Mai 2025 sollen Passbehörden grundsätzlich nur noch digitale Passfotos akzeptieren. Diese müssen entweder direkt in der Behörde erstellt oder von einem Fotostudio über einen sicheren digitalen Übermittlungsweg gesendet werden.

Aufgrund technischer Verzögerungen gibt es allerdings eine Übergangsfrist bis zum 31. Juli 2025. In dieser Zeit dürfen die Behörden in Ausnahmefällen noch Papierfotos akzeptieren, etwa wenn die technische Ausstattung vor Ort bislang nicht vorhanden ist.
Wo kann ich digitale Passfotos machen?
Digitale Passfotos können Sie bei Fotografen, in dm Drogeriemärkten oder direkt in den Behörden erstellen lassen, sofern diese bereits mit der entsprechenden Technik ausgestattet sind.

Zu beachten ist, dass für die digitale Übermittlung der Fotos zusätzliche Cloud-Dienst-Gebühren anfallen können. Die Behörden sind nicht verpflichtet, eigene Fotoaufnahme-Geräte anzubieten, viele kleinere Kommunen verzichten auch bewusst darauf.
Was kostet ein digitales Passfoto?
Wenn Sie ein Papierfoto vorlegen und die Behörde bereits über die digitale Technik verfügt, muss das Foto vor Ort kostenfrei digitalisiert werden. Die übliche Lichtbildgebühr von 6 Euro entfällt in diesen Ausnahmefällen.

Bei externen Anbietern wie Fotografen oder Drogeriemärkten werden die Preise voraussichtlich höher ausfallen als bisher, da zusätzliche Gebühren für die Cloud-Dienste zur digitalen Übermittlung anfallen.
Warum die Umstellung auf digital?
Die Digitalisierung der Passfotos basiert auf dem "Gesetz zur Stärkung der Sicherheit im Pass-, Ausweis- und ausländerrechtlichen Dokumentenwesen" von 2020. Hauptziel ist die Verhinderung von Fälschungen und Manipulationen.

Bei digital übermittelten Fotos kann die Passbehörde sofort prüfen, ob das Bild den biometrischen Anforderungen entspricht. Dies erhöht die Sicherheit der Ausweisdokumente deutlich.
Werden Papierfotos noch akzeptiert?
Bis zum 31. Juli 2025 werden Papierfotos in Ausnahmefällen noch akzeptiert. Dies gilt beispielsweise, wenn Sie im April 2025 ein Foto machen lassen, aber erst im Mai einen Termin bei der Behörde haben.

Auch wenn die zuständige Behörde bislang nicht über die notwendige Technik verfügt, müssen Papierfotos weiterhin akzeptiert werden. In deutschen Konsulaten und Botschaften werden aufgrund fehlender technischer Ausstattung ebenfalls noch Papierfotos angenommen.
Gelten die Regeln auch im Ausland?
Deutsche Konsulate und Botschaften im Ausland sind von der digitalen Umstellung vorerst nicht betroffen. Dort werden weiterhin Papierfotos akzeptiert, da die notwendige technische Infrastruktur noch fehlt.

Interessant ist, dass einige internationale Anbieter, die in anderen Ländern bereits erfolgreich digitale Passbilder an Behörden liefern, in Deutschland bisher nicht in den Umstellungsprozess einbezogen wurden.
Zusammenfassung
  • Pflicht zum digitalen Passbild ab 1. Mai 2025 wird verschoben
  • Übergangsfrist bis 31. Juli 2025 für Akzeptanz von Papierfotos
  • Viele Behörden technisch weiterhin nicht für Umstellung gerüstet
  • Digitale Lichtbilder sollen Fälschungen und Manipulationen verhindern
  • Kommunen durch Bundestagswahl und Streiks im öffentlichen Dienst belastet
  • Probleme bei Testläufen und fehlende TÜV-Zertifizierungen
  • Rechtliche Basis für Umstellung bereits im Herbst 2020 geschaffen

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