Bürgeramt-Ranking: Einige Städte sind digitale Spitze - andere weniger

Wie steht es um die Digitalisierung in Deutschland? Dieser Frage ist eine aktuelle Studie nachgegangen und bewertet die digitalen Angebote der Behörden in deutschen Großstädten. Während einige Ämter gut abschneiden, haben andere noch großen Nachholbedarf.
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Digitale Vorreiter und Nachzügler

Deutschland ist nicht gerade dafür bekannt, an vorderster Front zu sein, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. So sucht etwa die Bundeswehr gerade nach einem Ersatz für immer noch im Einsatz befindliche Floppy-Disks bei der Marine. Doch auch in San Francisco laufen die Straßenbahnen immer noch mit den kleinen Magnetscheiben. In Japans Behörden kamen Disketten ebenfalls noch bis vor einigen Monaten zum Einsatz. Da ist man in der deutschen Verwaltung in vielerlei Hinsicht schon weiter. Doch wie weit genau?

Große Unterschiede zwischen den Städten

Dieser Frage ist eine Studie der Gisma University of Applied Sciences nachgegangen. Die Forscher untersuchten dabei elf häufig genutzte Verwaltungsleistungen in den 20 größten deutschen Städten. Für vollständig digitale Anträge gab es zwei Punkte, für E-Mail-Anträge einen Punkt. Die Ergebnisse zeigen eine bemerkenswerte Kluft zwischen den Kommunen, die den Ruf Deutschlands als digitales Entwicklungsland teilweise bestätigen.


Frankfurt am Main und Nürnberg teilen sich die digitale Krone. Mit jeweils 18 von 22 möglichen Punkten führen beide Städte das aktuelle Ranking der fortschrittlichsten Bürgerämter an. Die Metropolen überzeugen durch vollständig digitalisierte Dienstleistungen, von der Online-Wohnsitzanmeldung bis zur digitalen Urkundenbestellung.

Stuttgart folgt auf dem dritten Platz mit 17,5 Punkten. Hier ist etwa der Erstantrag für den Führerschein komplett digital möglich. München belegt mit 17 Punkten den vierten Platz. Beide Städte haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich in ihre digitale Infrastruktur investiert und profitieren nun von diesen strategischen Entscheidungen.

Rang Stadt Punktzahl
1 Frankfurt am Main18,0
2 Nürnberg18,0
3 Stuttgart 17,5
4 Berlin16,0
5 Bonn16,0
6 Essen15,0
7 Hannover15,0
8 Bochum15,0
9 München14,0
10 Bielefeld14,0
11 Hamburg13,0
12 Dortmund13,0
13 Münster13,0
14 Köln11,5
15 Leipzig11,0
16 Düsseldorf10,5
17 Dresden10,0
18 Wuppertal10,0
19 Bremen8,0
20 Duisburg6,0

Ernüchternde Ergebnisse und positive Entwicklung

Am unteren Ende der Skala finden sich mehrere Großstädte mit erheblichem Nachholbedarf. Duisburg erreicht nur sechs Punkte, da weiterhin sehr wenige Dienstleistungen online verfügbar sind. Bremen verbesserte sich zwar auf acht Punkte, zeigt aber noch erhebliche Defizite. Wuppertal verzeichnet mit nur neun Punkten sogar einen Rückschritt im Vergleich zur gleichen Erhebung aus dem Vorjahr.

Frankfurt beeindruckt besonders mit einem Anstieg von acht Punkten gegenüber 2024. Die hessische Metropole hat zahlreiche neue Online-Angebote eingeführt und bestehende Prozesse optimiert. Auch Hamburg, Essen und Bonn verbesserten sich deutlich mit jeweils plus fünf Punkten.

Diese positiven Entwicklungen stehen im Kontrast zu den Nachzüglern und verdeutlichen, dass erfolgreiche Digitalisierung kein Zufall ist, sondern das Ergebnis gezielter Strategien und Investitionen. Experten sehen in der unterschiedlichen Priorisierung digitaler Projekte und der verfügbaren Ressourcen die Hauptgründe für die wachsende digitale Kluft zwischen den Städten.

Zukunft der Verwaltung

Professor Peter Konhäusner von der Gisma University betont, dass "Unsere Untersuchung zeigt, dass die Digitalisierung der Bürgerämter in Deutschland zwar weiter voranschreitet, die Entwicklung aber stark vom jeweiligen Standort abhängt - und teils sogar Rückschritte aufweist [...] Erst durch den konsequenten Einsatz moderner Technologien wie Cloudlösungen, Verschlüsselung und Blockchain werden wir in Deutschland flächendeckend Verwaltungsprozesse vorfinden, die den Anforderungen einer digitalisierten, zukunftsfähigen und resilienten Gesellschaft gerecht werden."

Was haltet ihr von den deutlichen Unterschieden zwischen den Städten? Und wie ist eure Erfahrung mit den digitalen Angeboten bei eurem Amt vor Ort? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren - wir sind gespannt auf eure Berichte!

Zusammenfassung
  • Die Studie untersucht den Grad der Digitalisierung bei deutschen Ämtern
  • Elf häufige Verwaltungsleistungen in den 20 größten Städten untersucht
  • Frankfurt und Nürnberg führen mit je 18 von 22 Punkten das Ranking an
  • Stuttgart und München belegen mit 17,5 bzw. 16 Punkten die Plätze drei und vier
  • Duisburg bildet mit nur sechs Punkten das Schlusslicht der bewerteten Städte
  • Frankfurt verzeichnet mit acht Punkten Zuwachs die stärkste Verbesserung
  • Digitalisierungserfolg hängt von gezielten Strategien und Investitionen ab
  • Experten fordern moderne Technologien wie Cloud, Verschlüsselung und Blockchain

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