"Geisterkampfjet": Pilot von abgestürzter F-35B erklärt, was passiert ist
Helmdisplay, Funk und Navigation fielen aus und ein US-Kampfpilot kämpfte in dichter Bewölkung um die Kontrolle seiner F-35B. Seine Entscheidung rettete sein Leben, kostete ihn aber die Karriere. Nun erzählte Charles Del Pizzo seine Seite der Geschichte.
Der Zwischenfall begann mit dem Ausfall des 400.000 Dollar teuren Helmdisplays. In den folgenden Sekunden versagten weitere kritische Systeme: Funk, Navigation und Fluginstrumente fielen aus. Del Pizzo, der sich in dichter Bewölkung befand, verlor zunehmend die Kontrolle über sein Flugzeug. Nach dem dritten kompletten Systemausfall innerhalb von 41 Sekunden entschied er sich zum Notausstieg - überzeugt davon, dass der Jet unkontrollierbar geworden war.
Wie die US-amerikanische Zeitung Post and Courier berichtet (via The Warzone), nahm der Vorfall danach allerdings eine überraschende Wendung, die die Militärs und Medien tagelang später noch beschäftigte: Der Kampfjet flog dank seiner automatischen Flugsteuerung noch weitere elf Minuten führerlos weiter und stürzte erst nach rund 120 Kilometern in einem Feld ab. Die F-35B, eine Variante mit Kurzstart- und Senkrechtlandefähigkeit, gilt als eines der technologisch fortschrittlichsten Kampfflugzeuge der Welt.
Laut einem Bericht der Marine Corps Times lautete der Grund für seine Entlassung "der Verlust des Vertrauens in seine Fähigkeit, die Verantwortlichkeiten seines Kommandos zu erfüllen". Doch es gibt viele in den US-Streitkräften, die das infrage stellen und meinen, dass die für die Entlassung verantwortliche Untersuchung "ungewöhnlich" gewesen sei. Eindeutig stellte aber auch dieser Bericht nicht die Schuld Del Pizzos fest. Letztlich war es eine PR-Sache des Marine Corps, die Verantwortlichen kamen zu der Ansicht, dass Del Pizzo kein "prominentes" Kommando haben sollte.
"Wir haben einen Mann wegen einer Pressemitteilung gefeuert", sagte dazu ein Pilot gegenüber Post and Courier. Ein anderer meinte, dass es am einfachsten sei, "dem Piloten die Schuld zu geben." Del Pizzo selbst, der mit einer ehrenvollen Entlassung in den Ruhestand getreten ist, zeigt sich mittlerweile nicht mehr verbittert bzw. versöhnlich.
"In der Luftfahrt haben wir eine Kultur. Wenn Fehler passieren, wenn Dinge nicht wie geplant laufen, lernen wir daraus. Wenn man das nicht tut, entsteht eine Kultur der Angst. Und wenn man eine Kultur der Angst hat, werden Menschen gelähmt und können keine Entscheidungen treffen. Und so kommen Menschen zu Schaden. So werden Menschen getötet", sagte Del Pizzo.
Siehe auch:
Dramatische Entscheidung in 750 Meter Höhe
Es waren nur 41 Sekunden, die das Leben des Marine-Piloten Charles "Tre" Del Pizzo für immer veränderten. Im September 2023 musste der erfahrene Kampfpilot eine folgenschwere Entscheidung treffen: Nach mehreren technischen Ausfällen während eines Trainingsflugs mit einer F-35B bei schlechtem Wetter entschied er sich, seinen Kampfjet aufzugeben und ihn per Schleudersitz zu verlassen. Es war eine Entscheidung, die nicht nur sein 136 Millionen Dollar teures Flugzeug zerstörte, sondern ihn auch seine Karriere kostete.Der Zwischenfall begann mit dem Ausfall des 400.000 Dollar teuren Helmdisplays. In den folgenden Sekunden versagten weitere kritische Systeme: Funk, Navigation und Fluginstrumente fielen aus. Del Pizzo, der sich in dichter Bewölkung befand, verlor zunehmend die Kontrolle über sein Flugzeug. Nach dem dritten kompletten Systemausfall innerhalb von 41 Sekunden entschied er sich zum Notausstieg - überzeugt davon, dass der Jet unkontrollierbar geworden war.
Wie die US-amerikanische Zeitung Post and Courier berichtet (via The Warzone), nahm der Vorfall danach allerdings eine überraschende Wendung, die die Militärs und Medien tagelang später noch beschäftigte: Der Kampfjet flog dank seiner automatischen Flugsteuerung noch weitere elf Minuten führerlos weiter und stürzte erst nach rund 120 Kilometern in einem Feld ab. Die F-35B, eine Variante mit Kurzstart- und Senkrechtlandefähigkeit, gilt als eines der technologisch fortschrittlichsten Kampfflugzeuge der Welt.
Umstrittene Konsequenzen
Während zwei interne Untersuchungen Del Pizzos Entscheidung als nachvollziehbar einstuften, kam ein dritter Bericht zu einem anderen Schluss und meinte, dass ein Pilotenfehler die Ursache für den Vorfall gewesen sei. Obwohl der 48-Jährige zunächst wieder fliegen durfte und sogar ein wichtiges Kommando erhielt, wurde er im Oktober 2024 überraschend seines Postens enthoben.Laut einem Bericht der Marine Corps Times lautete der Grund für seine Entlassung "der Verlust des Vertrauens in seine Fähigkeit, die Verantwortlichkeiten seines Kommandos zu erfüllen". Doch es gibt viele in den US-Streitkräften, die das infrage stellen und meinen, dass die für die Entlassung verantwortliche Untersuchung "ungewöhnlich" gewesen sei. Eindeutig stellte aber auch dieser Bericht nicht die Schuld Del Pizzos fest. Letztlich war es eine PR-Sache des Marine Corps, die Verantwortlichen kamen zu der Ansicht, dass Del Pizzo kein "prominentes" Kommando haben sollte.
"Wir haben einen Mann wegen einer Pressemitteilung gefeuert", sagte dazu ein Pilot gegenüber Post and Courier. Ein anderer meinte, dass es am einfachsten sei, "dem Piloten die Schuld zu geben." Del Pizzo selbst, der mit einer ehrenvollen Entlassung in den Ruhestand getreten ist, zeigt sich mittlerweile nicht mehr verbittert bzw. versöhnlich.
"In der Luftfahrt haben wir eine Kultur. Wenn Fehler passieren, wenn Dinge nicht wie geplant laufen, lernen wir daraus. Wenn man das nicht tut, entsteht eine Kultur der Angst. Und wenn man eine Kultur der Angst hat, werden Menschen gelähmt und können keine Entscheidungen treffen. Und so kommen Menschen zu Schaden. So werden Menschen getötet", sagte Del Pizzo.
Zusammenfassung
- US-Pilot musste F-35B-Kampfjet nach technischen Ausfällen aufgeben
- Das Flugzeug flog führerlos weiter und stürzte erst nach 120 km ab
- Untersuchungen kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen über die Ursache
- Pilot wurde trotz anfänglicher Entlastung seines Kommandos enthoben
- Entlassung wird von vielen als ungerechtfertigt und PR-Maßnahme gesehen
- Del Pizzo warnt vor einer Kultur der Angst in der Luftfahrt
- Er betont die Wichtigkeit, aus Fehlern zu lernen, um Leben zu schützen
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