Windows-Alternative: Das System ReactOS integriert NT6-Funktion
Das Open-Source-Betriebssystem ReactOS hat einen neuen Meilenstein erreicht. Mit der Implementierung des ersten NT6-Systemaufrufs kommt die Kompatibilität zu Windows Vista einen Schritt näher. Aktuell bewirkt die Funktion jedoch noch nichts.
Seit rund 30 Jahren arbeitet das Projekt an einer quelloffenen Alternative zu Microsoft Windows. Ziel ist die native Unterstützung von Windows-Treibern und ausführbaren Dateien. Bislang konzentrierte sich die Entwicklung auf die Architektur von Windows NT 5.2, Grundlage von Windows XP und Windows Server 2003.
Der Aufruf hat aktuell noch keinen praktischen Nutzen. Die Entwickler bezeichnen die Implementierung als Beginn des Übergangs. Zum Vergleich: Microsoft benötigte nach Windows XP rund fünf Jahre bis zur Veröffentlichung von Windows Vista.
Bis ReactOS Software ausführen kann, die zwingend Windows Vista voraussetzt, dürfte es noch dauern. Der Einstieg in die NT6-Entwicklung ist erfolgt, weitere Funktionen müssen folgen. Fortschritte auf Basis älterer Architektur zeigten die Entwickler zuletzt mit einem gestarteten "Half-Life".
Nutzt ihr bereits alternative Betriebssysteme oder verfolgt ihr das Projekt ReactOS? Teilt eure Erfahrungen und Gedanken zu dieser Entwicklung gerne unten in den Kommentaren mit uns.
Siehe auch:
Meilenstein für ReactOS
Das Entwicklerteam des freien Betriebssystems ReactOS hat erstmals einen Systemaufruf der NT6-Architektur in den eigenen Kernel integriert. Damit rückt das Ziel näher, Kompatibilität zu Windows Vista und neueren Versionen zu erreichen. Für Nutzer hat der neue Code derzeit noch keine spürbaren Auswirkungen.Seit rund 30 Jahren arbeitet das Projekt an einer quelloffenen Alternative zu Microsoft Windows. Ziel ist die native Unterstützung von Windows-Treibern und ausführbaren Dateien. Bislang konzentrierte sich die Entwicklung auf die Architektur von Windows NT 5.2, Grundlage von Windows XP und Windows Server 2003.
Erster "Schritt" zu Vista
Wie das Team über X.com ReactOS mitteilte, enthält das Update neben NT6-Prozessorfunktionen in der Bibliothek NTDLL auch den ersten NT6-Systemaufruf. Dabei handelt es sich um die Funktion NtGetCurrentProcessorNumberEx, die die Nummer des logischen Prozessors ermittelt, auf dem ein Prozess ausgeführt wird.Der Aufruf hat aktuell noch keinen praktischen Nutzen. Die Entwickler bezeichnen die Implementierung als Beginn des Übergangs. Zum Vergleich: Microsoft benötigte nach Windows XP rund fünf Jahre bis zur Veröffentlichung von Windows Vista.
Komplexe Entwicklung
NT6 bezeichnet die Systemarchitektur, die mit Windows Vista eingeführt wurde und auch Windows 7 und Windows 8 zugrunde liegt. Systemaufrufe sind Schnittstellen, über die Programme Dienste des Betriebssystemkerns anfordern. Die Nachbildung ohne Zugriff auf den Quellcode erfolgt per Reverse Engineering und gilt als aufwendig.Bis ReactOS Software ausführen kann, die zwingend Windows Vista voraussetzt, dürfte es noch dauern. Der Einstieg in die NT6-Entwicklung ist erfolgt, weitere Funktionen müssen folgen. Fortschritte auf Basis älterer Architektur zeigten die Entwickler zuletzt mit einem gestarteten "Half-Life".
Nutzt ihr bereits alternative Betriebssysteme oder verfolgt ihr das Projekt ReactOS? Teilt eure Erfahrungen und Gedanken zu dieser Entwicklung gerne unten in den Kommentaren mit uns.
Was genau ist das ReactOS-Projekt?
ReactOS ist ein Open-Source-Betriebssystem, das von Grund auf neu entwickelt wird. Das Ziel ist eine vollständige Binär- und Treiberkompatibilität zu Microsoft Windows. Es handelt sich dabei nicht um eine Linux-Distribution mit einer Kompatibilitätsschicht, sondern um einen eigenständigen Windows-Klon.
Für IT-Profis bietet dieser Ansatz langfristig eine spannende Perspektive: Ein freies Betriebssystem, auf dem gewohnte Windows-Software und -Treiber nativ laufen. Das könnte künftig Lizenzkosten sparen und eine telemetriefreie Umgebung für Legacy-Anwendungen schaffen.
Für IT-Profis bietet dieser Ansatz langfristig eine spannende Perspektive: Ein freies Betriebssystem, auf dem gewohnte Windows-Software und -Treiber nativ laufen. Das könnte künftig Lizenzkosten sparen und eine telemetriefreie Umgebung für Legacy-Anwendungen schaffen.
Was bedeutet der neue NT6-Meilenstein?
Bisher konzentrierte sich die Entwicklung von ReactOS primär auf die Architektur von Windows NT 5.2, was Windows XP und Server 2003 entspricht. Nun haben die Entwickler den ersten Systemaufruf (Syscall) der NT6-Architektur in den Kernel integriert.
Dieser Schritt markiert den Beginn der Kompatibilität mit Windows Vista und allen darauf aufbauenden, neueren Windows-Versionen. Auch wenn es nur ein kleiner Code-Baustein ist, signalisiert er einen wichtigen technologischen Generationswechsel innerhalb des 30 Jahre alten Projekts.
Dieser Schritt markiert den Beginn der Kompatibilität mit Windows Vista und allen darauf aufbauenden, neueren Windows-Versionen. Auch wenn es nur ein kleiner Code-Baustein ist, signalisiert er einen wichtigen technologischen Generationswechsel innerhalb des 30 Jahre alten Projekts.
Was macht der neue Systemaufruf genau?
Der neu integrierte Systemaufruf trägt den Namen NtGetCurrentProcessorNumberEx. Seine Aufgabe ist es, die Nummer des logischen Prozessors zurückzugeben, auf dem der aufrufende Prozess gerade ausgeführt wird.
Die Entwickler räumen ein, dass dieser spezifische Befehl isoliert betrachtet aktuell noch keine spürbaren Auswirkungen hat. Er dient jedoch als zwingend notwendiges Fundament, auf dem weitere NT6-Funktionen aufbauen können, um moderne Software lauffähig zu machen.
Die Entwickler räumen ein, dass dieser spezifische Befehl isoliert betrachtet aktuell noch keine spürbaren Auswirkungen hat. Er dient jedoch als zwingend notwendiges Fundament, auf dem weitere NT6-Funktionen aufbauen können, um moderne Software lauffähig zu machen.
Warum ist Windows Vista hier relevant?
Windows Vista (intern NT 6.0) brachte damals massive architektonische Veränderungen gegenüber Windows XP mit sich. Microsoft investierte rund fünf Jahre in diese Entwicklung, die unter anderem das Treibermodell und die Systemsicherheit grundlegend veränderte.
Um moderne Windows-Programme und aktuelle Hardware-Treiber unter ReactOS nutzen zu können, muss das Open-Source-Projekt diese komplexen NT6-Strukturen exakt nachbilden. Der Sprung auf Vista-Kompatibilität ist daher der Schlüssel für die Unterstützung heutiger Software.
Um moderne Windows-Programme und aktuelle Hardware-Treiber unter ReactOS nutzen zu können, muss das Open-Source-Projekt diese komplexen NT6-Strukturen exakt nachbilden. Der Sprung auf Vista-Kompatibilität ist daher der Schlüssel für die Unterstützung heutiger Software.
Ist das System schon im Alltag nutzbar?
Aktuell befindet sich ReactOS noch in einem frühen Entwicklungsstadium (Alpha) und ist nicht für den produktiven Einsatz im IT-Alltag geeignet. Es fehlen noch viele Funktionen und die Systemstabilität reicht für kritische Arbeitsumgebungen nicht aus.
IT-Administratoren können das System jedoch hervorragend in virtuellen Maschinen testen. Es eignet sich bereits gut, um das Verhalten von älterer Legacy-Software in einer isolierten, ressourcenschonenden Umgebung zu evaluieren, ohne alte Windows-Lizenzen vorhalten zu müssen.
IT-Administratoren können das System jedoch hervorragend in virtuellen Maschinen testen. Es eignet sich bereits gut, um das Verhalten von älterer Legacy-Software in einer isolierten, ressourcenschonenden Umgebung zu evaluieren, ohne alte Windows-Lizenzen vorhalten zu müssen.
Zusammenfassung
- ReactOS integriert ersten Systemaufruf der modernen NT6-Architektur im Kernel
- Der Schritt ermöglicht zukünftig Kompatibilität zu Windows Vista und neueren
- Die neue Funktion NtGetCurrentProcessorNumberEx ist technisch ein Anfang
- Ziel bleibt die native Unterstützung von Windows-Software durch Reverse Engineering
- Das Projekt fokussierte sich bisher auf den alten Windows-Standard NT 5.2
- Eine alltagstaugliche Nutzung ist derzeit aufgrund des Alpha-Status nicht möglich
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