Mecklenburg-Vorpommern streicht jetzt erste Microsoft-Cloud-Dienste
Mecklenburg-Vorpommern reduziert seine Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen und setzt in der Verwaltung verstärkt auf Open-Source-Lösungen. Während Cloud-Dienste und KI europäisch werden, bleibt ein komplettes Microsoft-Aus vorerst aus.
Im Mittelpunkt stehen Cloud-Dienste. Für die ersten 5000 Beschäftigten ist der Wechsel von Microsoft SharePoint zur quelloffenen Plattform Nextcloud bereits abgeschlossen.
Wie der Nachrichtensender NTV berichtet, betreibt der landeseigene Dienstleister Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern, kurz DVZ, die Infrastruktur. Nextcloud gilt als etablierte Lösung für datenschutzkonforme Cloud-Dienste und kommt in abgewandelter Form auch in der Bundescloud zum Einsatz, die die Daten des Bundes sichert.
Schleswig-Holstein gilt bundesweit als Vorreiter beim Einsatz quelloffener Software. Der Nachbar hatte vor vier Jahren den komplett auf Open Source basierenden Arbeitsplatz Phoenix eingeführt. Von den dort gesammelten Erfahrungen profitiert nun auch die Regierung in Schwerin beim Aufbau ihrer digitalen Verwaltungssysteme.
Auch bei der künstlichen Intelligenz geht die Regierung eigene Wege. Beim Verwaltungs-Chatbot Lea verzichten die Verantwortlichen bewusst auf amerikanische Anbieter wie OpenAI oder Google. Stattdessen setzt das Land auf europäische Sprachmodelle, um den europäischen Datenschutzvorgaben zu entsprechen. Infografik Generative KI: Sind deutsche Unternehmen gegen den KI-Hype immun?
Zum Einsatz kommen unter anderem Mistral aus Frankreich und Tilde aus Lettland. Damit sollen sensible Verwaltungsdaten innerhalb des europäischen Rechtsraums verarbeitet werden und nicht auf Server in den USA gelangen.
Das schrittweise Vorgehen soll mehr Datensicherheit und Unabhängigkeit bringen. Zugleich erfordert die Migration auf Nextcloud und neue KI-Modelle einen hohen Schulungsaufwand für die Beschäftigten. Ob die erwarteten Einsparungen bei Lizenzgebühren die Investitionskosten zeitnah ausgleichen, muss sich erst zeigen.
Findet ihr den Schritt zur Open-Source-Software in Behörden richtig oder seht ihr mögliche Nachteile im Arbeitsalltag? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
MV startet Open-Source-Offensive
Mecklenburg-Vorpommern stellt seine IT-Infrastruktur schrittweise um und setzt dabei zunehmend auf europäische Open-Source-Lösungen statt auf proprietäre Software amerikanischer Konzerne. Finanzminister Heiko Geue sagte, das solle die digitale Souveränität stärken und langfristig IT-Kosten senken. Betroffen ist vor allem die Landesverwaltung.Im Mittelpunkt stehen Cloud-Dienste. Für die ersten 5000 Beschäftigten ist der Wechsel von Microsoft SharePoint zur quelloffenen Plattform Nextcloud bereits abgeschlossen.
Lösung für datenschutzkonforme Cloud-Dienste
Mittelfristig sollen aber deutlich mehr als 50.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst das System für Dateispeicherung, interne Chats und Videokonferenzen nutzen.Wie der Nachrichtensender NTV berichtet, betreibt der landeseigene Dienstleister Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern, kurz DVZ, die Infrastruktur. Nextcloud gilt als etablierte Lösung für datenschutzkonforme Cloud-Dienste und kommt in abgewandelter Form auch in der Bundescloud zum Einsatz, die die Daten des Bundes sichert.
Allianz im Norden und eigene KI
Das Land arbeitet bei dem Projekt mit Schleswig-Holstein zusammen. Beide Bundesländer stimmen ihre IT-Infrastrukturen eng aufeinander ab, um die Ausfallsicherheit zu erhöhen und gemeinsame Notfallszenarien besser abzusichern.Schleswig-Holstein gilt bundesweit als Vorreiter beim Einsatz quelloffener Software. Der Nachbar hatte vor vier Jahren den komplett auf Open Source basierenden Arbeitsplatz Phoenix eingeführt. Von den dort gesammelten Erfahrungen profitiert nun auch die Regierung in Schwerin beim Aufbau ihrer digitalen Verwaltungssysteme.
Auch bei der künstlichen Intelligenz geht die Regierung eigene Wege. Beim Verwaltungs-Chatbot Lea verzichten die Verantwortlichen bewusst auf amerikanische Anbieter wie OpenAI oder Google. Stattdessen setzt das Land auf europäische Sprachmodelle, um den europäischen Datenschutzvorgaben zu entsprechen. Infografik Generative KI: Sind deutsche Unternehmen gegen den KI-Hype immun?
Zum Einsatz kommen unter anderem Mistral aus Frankreich und Tilde aus Lettland. Damit sollen sensible Verwaltungsdaten innerhalb des europäischen Rechtsraums verarbeitet werden und nicht auf Server in den USA gelangen.
Windows bleibt vorerst Standard
Trotz der Umstellungen bei Cloud und KI plant Mecklenburg-Vorpommern vorerst keinen kompletten Ausstieg aus dem Microsoft-Ökosystem. Marco Anschütz, IT-Beauftragter des Landes, sagte, ein kurzfristiger Wechsel von Windows zu Linux habe derzeit keine hohe Priorität.Das schrittweise Vorgehen soll mehr Datensicherheit und Unabhängigkeit bringen. Zugleich erfordert die Migration auf Nextcloud und neue KI-Modelle einen hohen Schulungsaufwand für die Beschäftigten. Ob die erwarteten Einsparungen bei Lizenzgebühren die Investitionskosten zeitnah ausgleichen, muss sich erst zeigen.
Findet ihr den Schritt zur Open-Source-Software in Behörden richtig oder seht ihr mögliche Nachteile im Arbeitsalltag? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!
Warum der Abschied von Microsoft?
Der Hauptgrund für den Strategiewechsel ist das Streben nach digitaler Souveränität. Das Land möchte die volle Kontrolle über seine eigenen Daten behalten und Abhängigkeiten von großen US-Tech-Konzernen reduzieren.
Zudem spielen finanzielle Aspekte eine wichtige Rolle. Angeblich sollen durch den Einsatz quelloffener Software mittel- und langfristig erhebliche Lizenzkosten eingespart werden, was letztlich den Steuerzahlern zugutekommt.
Zudem spielen finanzielle Aspekte eine wichtige Rolle. Angeblich sollen durch den Einsatz quelloffener Software mittel- und langfristig erhebliche Lizenzkosten eingespart werden, was letztlich den Steuerzahlern zugutekommt.
Was ersetzt künftig MS SharePoint?
Mecklenburg-Vorpommern setzt als zentrales Werkzeug auf die in Deutschland entwickelte Open-Source-Lösung Nextcloud. Diese Plattform übernimmt die bisherigen Aufgaben von Microsoft SharePoint.
IT-Anwender können über Nextcloud weiterhin Dateien sicher speichern, im Team teilen und gemeinsam bearbeiten. Auch Videokonferenzen und Chats sind integriert, was den Wechsel im Arbeitsalltag deutlich erleichtert.
IT-Anwender können über Nextcloud weiterhin Dateien sicher speichern, im Team teilen und gemeinsam bearbeiten. Auch Videokonferenzen und Chats sind integriert, was den Wechsel im Arbeitsalltag deutlich erleichtert.
Wo werden die Daten künftig gespeichert?
Ein großer Vorteil der neuen Strategie ist das Hosting auf eigener Infrastruktur. Die Daten wandern nicht mehr in die Rechenzentren internationaler Cloud-Anbieter, sondern bleiben im Land.
Der Betrieb der Nextcloud-Instanz wird vom landeseigenen IT-Dienstleister DVZ M-V GmbH übernommen. Für IT-Profis in der Verwaltung bedeutet das kürzere Wege bei Support-Anfragen und eine transparente Datenhaltung.
Der Betrieb der Nextcloud-Instanz wird vom landeseigenen IT-Dienstleister DVZ M-V GmbH übernommen. Für IT-Profis in der Verwaltung bedeutet das kürzere Wege bei Support-Anfragen und eine transparente Datenhaltung.
Welche KI nutzt die Verwaltung künftig?
Bei der Künstlichen Intelligenz schließt das Land Modelle von US-Riesen wie OpenAI oder Google bewusst aus. Stattdessen kommt der Verwaltungs-Chatbot "Lea" zum Einsatz, der auf europäischen Sprachmodellen basiert.
Angetrieben wird die KI-Assistentin durch Modelle wie "Mistral" aus Frankreich oder das etwas unbekanntere "Tilde" aus Lettland. Damit soll sichergestellt werden, dass auch bei modernen KI-Tools europäische Datenschutzstandards gelten.
Angetrieben wird die KI-Assistentin durch Modelle wie "Mistral" aus Frankreich oder das etwas unbekanntere "Tilde" aus Lettland. Damit soll sichergestellt werden, dass auch bei modernen KI-Tools europäische Datenschutzstandards gelten.
Wie viele IT-Arbeitsplätze betrifft das?
Das Projekt hat enorme Ausmaße: Mittelfristig sollen über 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst mit dem neuen System arbeiten - von den Ministerien bis zu kommunalen Einrichtungen.
Der erste Schritt ist bereits getan. Es heißt, dass die ersten 5000 Beschäftigten bereits reibungslos und ohne Datenverlust von SharePoint auf Nextcloud umgezogen wurden.
Der erste Schritt ist bereits getan. Es heißt, dass die ersten 5000 Beschäftigten bereits reibungslos und ohne Datenverlust von SharePoint auf Nextcloud umgezogen wurden.
Zusammenfassung
- Mecklenburg-Vorpommern setzt verstärkt auf europäische Open-Source-Lösungen
- Das Ziel ist mehr digitale Souveränität und Senkung langfristiger IT-Kosten
- Für 5000 Beschäftigte ist der Wechsel von SharePoint zu Nextcloud fertig
- Infrastruktur wird lokal vom landeseigenen Dienstleister DVZ bereitgestellt
- Bei KI-Anwendungen kommen europäische Sprachmodelle zum Zug
- Eine Allianz mit Schleswig-Holstein soll den Prozess voranbringen
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