Bestechung: Schwere Vorwürfe gegen Huaweis EU-Lobbyisten
Ein neuer Korruptionsskandal erschüttert die EU: Belgische Ermittler durchsuchten Büros und Wohnungen von Huawei-Lobbyisten. Der Verdacht: Bestechung von Abgeordneten. Die Affäre könnte Folgen für die Beziehungen zwischen der EU und China haben.
Der Vorwurf wiegt schwer: Die Ermittler verdächtigen die Huawei-Mitarbeiter, bei ihren Bemühungen deutlich zu weit gegangen zu sein und aktuelle bzw. ehemalige EU-Abgeordnete bestochen zu haben, um die Geschäftsinteressen von Huawei in Europa zu fördern. Demnach sollen etwa 15 Parlamentarier im Fokus der Untersuchungen stehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Korruption, Urkundenfälschung, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung.
Wie das Investigativportal Follow The Money sowie die belgische Zeitung Le Soir berichtet, sollen die Bestechungsversuche auf subtile Weise erfolgt sein. Anders als beim Qatargate-Skandal, bei dem Bargeld in Koffern gefunden wurde, setzten die Huawei-Lobbyisten offenbar auf weniger auffällige Methoden bzw. arbeiteten mit geldwerten Vorteilen: Teure Geschenke wie Smartphones, VIP-Tickets für Fußballspiele und luxuriöse Reisen nach China standen demnach auf der Liste der Zuwendungen. Allerdings sollen auch über ein portugiesisches Firmenkonstrukt Überweisungen in Höhe von mehreren Tausend Euro geflossen sein.
Im Zentrum der Ermittlungen steht der 41-jährige Valerio Ottati, Direktor für öffentliche Angelegenheiten im Brüsseler EU-Büro von Huawei. Der gebürtige Belgier mit italienischen Wurzeln arbeitete zuvor zehn Jahre lang als Assistent für zwei italienische EU-Abgeordnete.
Die Ermittlungen kommen zu einem besonders heiklen Zeitpunkt für die EU-China-Beziehungen. Erst kürzlich hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Ausweitung der Handels- und Investitionsbeziehungen mit China in Aussicht gestellt. Der Korruptionsskandal könnte diese Pläne nun gefährden.
Huawei selbst war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit stets bestritten, unter dem Einfluss der chinesischen Regierung zu stehen. Die jüngsten Entwicklungen dürften diese Beteuerungen jedoch weiter in Zweifel ziehen.
Siehe auch:
Neue Vorwürfe erschüttern Brüssel
Mehr als zwei Jahre nach dem Qatargate-Skandal steht das Europäische Parlament erneut im Zentrum von Korruptionsermittlungen. Am frühen Donnerstagmorgen durchsuchten rund 100 Beamte der belgischen Bundespolizei 21 Adressen in Belgien und Portugal. Im Visier stehen mehrere Lobbyisten des chinesischen Technologieriesen Huawei.Der Vorwurf wiegt schwer: Die Ermittler verdächtigen die Huawei-Mitarbeiter, bei ihren Bemühungen deutlich zu weit gegangen zu sein und aktuelle bzw. ehemalige EU-Abgeordnete bestochen zu haben, um die Geschäftsinteressen von Huawei in Europa zu fördern. Demnach sollen etwa 15 Parlamentarier im Fokus der Untersuchungen stehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Korruption, Urkundenfälschung, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung.
Wie das Investigativportal Follow The Money sowie die belgische Zeitung Le Soir berichtet, sollen die Bestechungsversuche auf subtile Weise erfolgt sein. Anders als beim Qatargate-Skandal, bei dem Bargeld in Koffern gefunden wurde, setzten die Huawei-Lobbyisten offenbar auf weniger auffällige Methoden bzw. arbeiteten mit geldwerten Vorteilen: Teure Geschenke wie Smartphones, VIP-Tickets für Fußballspiele und luxuriöse Reisen nach China standen demnach auf der Liste der Zuwendungen. Allerdings sollen auch über ein portugiesisches Firmenkonstrukt Überweisungen in Höhe von mehreren Tausend Euro geflossen sein.
Im Zentrum der Ermittlungen steht der 41-jährige Valerio Ottati, Direktor für öffentliche Angelegenheiten im Brüsseler EU-Büro von Huawei. Der gebürtige Belgier mit italienischen Wurzeln arbeitete zuvor zehn Jahre lang als Assistent für zwei italienische EU-Abgeordnete.
Geopolitische Brisanz
Huawei steht seit Jahren im Verdacht, eng mit der chinesischen Regierung zusammenzuarbeiten. Experten weisen darauf hin, dass chinesische Gesetze wie das nationale Geheimdienstgesetz von 2017 und das Spionageabwehrgesetz von 2014 chinesische Unternehmen zur Kooperation mit staatlichen Geheimdiensten verpflichten können. Mehrere EU-Staaten haben das Unternehmen bereits vom Aufbau ihrer 5G-Netze ausgeschlossen.Die Ermittlungen kommen zu einem besonders heiklen Zeitpunkt für die EU-China-Beziehungen. Erst kürzlich hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Ausweitung der Handels- und Investitionsbeziehungen mit China in Aussicht gestellt. Der Korruptionsskandal könnte diese Pläne nun gefährden.
Huawei selbst war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit stets bestritten, unter dem Einfluss der chinesischen Regierung zu stehen. Die jüngsten Entwicklungen dürften diese Beteuerungen jedoch weiter in Zweifel ziehen.
Zusammenfassung
- Der Korruptionsskandal um Huawei-Lobbyisten erschüttert die EU erneut
- Belgische Ermittler durchsuchen 21 Adressen in Belgien und Portugal
- Verdacht: Bestechung von EU-Abgeordneten durch Huawei-Mitarbeiter
- Subtile Bestechungsmethoden: teure Geschenke und geldwerte Vorteile
- Valerio Ottati, Huaweis Direktor für öffentliche Angelegenheiten, im Fokus
- Der Skandal gefährdet mögliche Ausweitung der EU-China-Beziehungen
- Huawei bestreitet den Einfluss der chinesischen Regierung auf das Unternehmen
Siehe auch:
- Huawei 2.0: Verbot von China-Hardware im Nordsee-Windpark gefordert
- Huawei wagt das Comeback und startet Trifold-Smartphone weltweit
- Nr. 1 nach Stückzahlen: Huawei läuft Apple bei Wearables den Rang ab
- Mate 70 zerlegt: Huawei kommt mit Chip-Entwicklung kaum noch voran
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